12:49 12 Dezember 2019
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    russische Laser-Flak

    Auf See, an Land, im All: Laserkanonen, an denen die Sowjetunion bastelte

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    Sowjetische Forscher haben an verschiedenen Laserwaffen gearbeitet – von seegestützten Systemen über Anlagen für das Heer bis hin zu einem Weltraum-Jäger für die Zerstörung gegnerischer Satelliten. Jene Entwicklungsprogramme wurden zwar eingestellt, könnten aber nach Ansicht eines Experten bei Bedarf als Grundlage für neue Projekte dienen.

    Der Militärexperte Pjotr Tscherkaschin schreibt in einem Beitrag für die russische Wochenzeitung „WPK“, in der Sowjetunion sei seit den 1950er Jahren an Laserwaffen gearbeitet worden: „Schon damals lief ein groß angelegtes Testprogramm für Hochleistungsgeräte für die strategische Weltraum- und Raketenabwehr, die Ziele unmittelbar treffen sollten. Auf diesem Gebiet wurde damals auch im Rahmen der Programme Terra und Omega gearbeitet. Je nach der Erweiterung der Kenntnisse über physikalische Eigenschaften der Laser eröffneten sich neue Richtungen für deren Einsatz im militärischen Bereich.“

    Russlands stärkste moderne Waffen
    © Sputnik / Vitaly Ankov
    Man habe etwa an einer autonomen seegestützten Laserkanone gebaut. Diese sei auf dem Tankschiff „Dikson“ getestet worden. Es gebe Hinweise darauf, dass ein Testschießen auf küstengestützte Ziele stattgefunden habe.

    „Gearbeitet wurde auch am Raumflugkörper ‚Skif‘, der fähig sein sollte, eine Laserkanone mitzuführen und sie ausreichend mit Energie zu versorgen. Bei dem 80 Tonnen schweren Apparat handelte es sich um den Prototyp eines Weltraum-Jägers. Dieser wurde konzipiert, um sich so lange wie nötig im Orbit aufzuhalten und gegnerische Satelliten zu zerstören“, so Tscherkaschin. Das Programm sei jedoch letztendlich eingestellt worden.

    Ein weiterer Entwicklungsbereich seien mobile Anlagen für Heerestruppen. Dazu zähle insbesondere das Projekt Stilet. Anfang der 1980er Jahre seien außerdem Lasersysteme AW-1 für Schützenpanzer BMP-1 zustande gekommen, um optische Geräte des Gegners außer Gefecht zu setzen. Das System Szhatije sei 1992 in Dienst gestellt und auf der Selbstfahrlafette Msta-S installiert worden – es habe ebenfalls optisch-elektronische Ausrüstungen des Gegners ins Visier genommen.

    Obwohl sowjetische Laser-Projekte gestoppt worden seien, sei es bei Bedarf möglich, deren Entwürfe für neue Entwicklungen zu nutzen und landgestützte Laser doch zu bauen, sagte der Experte. Er prognostiziert: „Künftig werden die Heerestruppen modernere Lasersysteme mit besseren Kampfeigenschaften erhalten – sowohl trag- als auch fahrbar.“

    Generell postuliert Tscherkaschin: „Mit seinem kräftigen intellektuellen Potenzial sowie mit seiner fortschrittlichen wissenschaftlichen Basis wäre Russland in der Lage, nicht traditionelle Waffensysteme auf der Grundlage neuer physikalischer Prinzipien schnell zu entwickeln – wie etwa Stahlen-, elektromagnetische, Bündel-, Infraschall-, Radiofrequenz- und Annihilations-Waffen.“

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    Experte, Laserwaffen, Sowjetunion, Russland