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    Erprobung eines Überschal-Marschflugkörpers

    Russland testet Hyperschall-Trumpf gegen Nato-Schiffe: „Es gibt kein Gegengift“

    © Foto: Russische Pazifikflotte
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    Der russische Hyperschall-Seezielflugkörper Zirkon, der gegenwärtig getestet wird, soll laut Experten bei Bedarf in der Lage sein, die Flugabwehr der Nato-Kriegsschiffe effizient zu überwinden. Selbst die Rolle der US-Flugzeugträger könnte zurückgehen.

    Der russische Militärexperte Alexej Leonkow sagte der Onlinezeitung vz.ru, die Zirkon-Rakete sei gerade gegen seegestützte Ziele konzipiert. Ihr wichtigster Vorteil sei die Geschwindigkeit: „Bei den Tests hat die Rakete eine Geschwindigkeit von Mach 8 gezeigt – ungefähr 9.600 km/h.“

    In der Praxis soll die Rakete laut vz.ru allerdings etwas langsamer fliegen – vier- bis sechsmal so schnell wie der Schall. Das ist aber schon ein sehr großer Schritt voran – etwa im Vergleich zu den aktuellen russischen Seezielflugkörpern des Typs Onyx/Jachont mit ihrer Geschwindigkeit von Mach 2. Dabei soll die Zirkon-Reichweite rund 400 Kilometer betragen.

    Leonkow weist auf einen weiteren Trumpf der Zirkon-Rakete hin: „Diese Entwicklung setzt die ‚Tradition‘ fort, indem sie die Eigenschaften behält, die auch für ihre Vorläufer charakteristisch waren. In der Endphase ihres Fluges soll die Rakete manövrieren, indem ein Ziel erfasst und getroffen wird.“ 

    Mehr dazu >>> Medien: Russische Rakete erreicht achtfache Schallgeschwindigkeit

    „Diese Rakete kann sowohl allein als auch ‚im Team‘ zum Einsatz kommen, indem Daten ausgetauscht und Ziele gewählt werden“, so Leonkow. Wie er erläuterte, ist der Zirkon-Seezielflugkörper fähig, die Flugabwehrsysteme der Nato-Schiffe problemlos zu überwinden.

    Derzeit seien die Kapazitäten der schiffsgestützten Flugabwehr-Raketensysteme begrenzt. Diese seien nur gegen Ziele mit einer Geschwindigkeit unter Mach 2,5 effizient: „Kanonen-Systeme wie beispielsweise Vulcan Phalanx können Ziele mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 2 abschießen, und zwar nur innerhalb eines kurzen Abschnitts. Sie haben Beschränkungen in Bezug auf ihre Reichweite.“

    All dies mache den Zirkon-Seezielflugkörper beispiellos. „Gegen ihn gibt es kein entwickeltes ‚Gegengift‘. Ob die Nato-Länder dieses ‚Gegengift‘ in nächster Zeit bekommen, ist sehr fraglich“, so der Experte. 

    Mehr dazu >>> Zwei auf einen Streich: Was britische Medien von russischer Zirkon-Rakete befürchten

    Er sagte weiter: „Man ging davon aus, dass ein Laser in der Lage wäre, solche schnellen und tieffliegenden Ziele abzuschießen. Doch nach der Testphase kamen die Nato-Entwickler nicht weiter. Außerdem braucht ein Laser viel Energie. Er könnte deshalb nur mit großem Vorbehalt als erfolgreiche Methode gegen Raketen wie Zirkon bezeichnet werden. Zwar könnte eine Rakete vielleicht abgeschossen werden, doch wenn es mehrere davon gibt, wird die Zeit für einen zweiten Schuss nicht mehr ausreichen.“

    Der russische Militärexperte Konstantin Siwkow, einst Kapitän zur See, sagte der Agentur NSN, die Zirkon-Rakete werde nach ihrer Indienststellung in der Lage sein, die Rolle der US-Flugzeugträger bei der Rivalität auf See „drastisch zu schwächen“, und zwar zugunsten der russischen schweren Atomkreuzer.

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    Tags:
    Schiff, Überschall, Marschflugkörper, Zirkon-Raketen, NATO, Russland
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