02:28 07 Dezember 2019
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    russischer Eisbrecher (im Vordergrund)

    Bewaffnete Eisbrecher sollen US-Raketenkreuzer fernhalten

    © Sputnik / Wadim Zhernow
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    Seegestützte US-Marschflugkörper könnten von der Arktis aus die Militär-Infrastruktur im russischen Norden ins Visier nehmen. Deshalb braucht Russland ein Gegenmittel, wie der TV-Sender Swesda betont. In diesem Zusammenhang betrachtet er die Pläne für den Bau bewaffneter Patrouillenschiffe der Eisklasse.

    Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin sagte dem Sender: „Die Stationierung von US-Kriegsschiffen mit Tomahawk-Marschflugkörpern großer Reichweite in der arktischen Region ermöglicht, drei Viertel unseres Territoriums anzuvisieren, das aus keiner anderen Richtung erreichbar ist. Dies ist einer der Hauptgründe für einen aktiven Ausbau der militärischen Infrastruktur im nordrussischen Kernland und auf den arktischen Inselgruppen“.

    „Um diese Infrastruktur zu versorgen, ist ein Seeverkehr rund ums Jahr notwendig, der sich derzeit nur durch eine Eisbrecher-Flotte gewährleisten lässt“, unterstrich der Experte.

    Wie der Sender berichtet, wurde etwa der Eisbrecher „Ilja Muromez“ (Projekt 21180) im Auftrag des russischen Verteidigungsministeriums gebaut. Das ist ein Mehrzweck-Schiff, das sowohl für Transport- als auch für technische und Rettungseinsätze geeignet ist. Er führt bei Bedarf einen Hubschrauber und einen autonomen Ladekran mit. Das Schiff hat allerdings keine Waffen.

    Vor diesem Hintergrund wurde dem Bericht zufolge beschlossen, auch bewaffnete Patrouillenschiffe der Eisklasse zu bauen – im Rahmen des Projekts 23550. Sie sollen in der Lage sein, nicht nur eine 1,5 dicke Eisschicht zu überwinden, sondern auch see-, küsten- und sogar luftgestützte Ziele unter Beschuss zu nehmen. Das erste Schiff „Iwan Papanin“ ist voraussichtlich 114 Meter lang und fähig, auch als Schlepper zum Einsatz zu kommen. Neben zwei elektrohydraulischen Kränen bekommt es auch Geschütze und Raketen.

    Geplant ist dabei eine digital gelenkte Maschinenkanone des Typs AK-176MA. Die bei diesem Waffensystem verwendete Tarnkappentechnik soll das Schiff für Radare wenig auffällig machen. Als Munition dienen 76-mm-Projektile – 125 davon können pro Minute abgefeuert werden. Ihre Reichweite gegen Ziele auf See und an Land beträgt 16 Kilometer.

    Im hinteren Teil des Schiffes, so der Bericht weiter, sollen sich außerdem zwei 20-Fuß-Container mit Raketen-Startvorrichtungen befinden. Es geht dabei entweder um Marschflugkörper des Typs Kalibr-NK oder um eine Modifikation des Seezielflugkörpers Kh-35.

    Nach Angaben des Senders rechnet die Kriegsmarine demnächst mit vier Eisbrechern des Projekts 21180 und mit zwei Mehrzweck-Patrouillenschiffen des Projekts 23550: „Das scheint nicht viel zu sein, soll aber durchaus reichen, um den Schutz der nationalen Interessen in der Arktis zu gewährleisten. Denn das Vorhandensein der Geschütze und der Raketensysteme verwandelt ein Patrouillenschiff sofort in ein kleineres Raketenschiff. Die ‚Iwan Papanin‘ ist zwar natürlich nicht in der Lage, einen Flugzeugträger zu versenken, dafür aber durchaus fähig, einen mit Tomahawk-Marschflugkörpern ausgestatteten Raketenkreuzer zu stoppen.“

    Generell sollen bewaffnete Eisbrecher außerdem, wie der Sender berichtet, den Transport der im Norden geförderten Rohstoffe, aber auch den Gütertransit aus Europa nach Asien und zurück absichern.

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    Raketenabwehr, Flotte, Bewaffnung, Eisbrecher, Ilja Muromez, Arktis, USA, Russland