Widgets Magazine
18:51 20 September 2019
SNA Radio
    Eine T-50 bei der Moskauer Luftschau MAKS 2015

    Nun auch Schiffsbekämpfung: Russlands neuer T-50-Jäger hat dazugelernt

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Technik
    Zum Kurzlink
    142919
    Abonnieren

    Das neue russische Jagdflugzeug T-50 bekommt einem Zeitungsbericht zufolge den taktischen Seezielflugkörper Kh-35UE. Dieser ist in der Lage, nicht nur Kriegsschiffe, sondern auch Ziele an Land zu zerstören. Für gegnerische Radare ist er schwer aufzuspüren. Die T-50 wird damit laut Experten zu einem Mehrzweck-Kampfjet.

    Die Tageszeitung „Iswestija“ zitiert am Mittwoch einen Sprecher der russischen Tactical Missiles Corporation mit den Worten, der Seezielflugkörper Kh-35UE sei als Teil der T-50-Bewaffnung getestet worden. Nun seien die Tests zu Ende gegangen.

    Der zuständige Raketenkonstrukteur Nikolai Wassiljew sagte dem Blatt: „Wir haben geprüft, wie sich die Rakete mit den Bordausrüstungen des Kampfjets vereinbaren lässt. Die Rakete wurde in die Bewaffnung der Maschine eingegliedert.“ Wegen ihrer Abmessungen soll die Rakete allerdings laut Wassiljew nicht innerhalb des Rumpfes, sondern an Außenlaststationen getragen werden.

    Die Entwicklung der ursprünglichen Version Kh-35 (Nato-Codename: AS-20 Kayak) hatte 1982 begonnen. Das war, wie die Zeitung schreibt, ein Gegenentwurf zur französischen Rakete MM.38 Exocet. In der russischen Kriegsmarine wurde die Kh-35 auf Kampfschiffen ab 5.000 Tonnen Wasserverdrängung installiert.

    VIDEO: Russlands Zukunftskampfjet T-50 über der Krim gesichtet

    Die spätere Modifikation Kh-35UE kann nicht nur von Schiffen eingesetzt werden, sondern auch von Flugzeugen, Hubschraubern und landgestützten Startvorrichtungen. Das Startgewicht beträgt 550 Kilogramm, die Geschwindigkeit 300 Meter pro Sekunde, die Reichweite 260 Kilometer.

    Die Rakete ist eine Fire-and-Forget-Lenkwaffe. Möglich sind zwei Modi: Das System scannt entweder aktiv den Raum, um ihr Ziel zu finden, oder empfängt nur passiv Impulse von Radaranlagen auf gegnerischen Schiffen. Mit dem passiven Modus bleibt der Seezielflugkörper für die Radare bis zum letzten Moment „unsichtbar“. Außerdem „sichtet“ diese Modifikation der Rakete nicht nur Schiffe, sondern auch Anlagen und Kampffahrzeuge an Land.

    „Die Integration der Kh-35UE in die Bewaffnung des T-50-Jägers soll ihm ermöglichen, Maschinen der bisherigen Gegenrationen vollständig abzulösen. Mit den neuen Marschflugkörpern soll die T-50 zu einem Mehrzweck-Kampfjet werden, der in der Lage wäre, nicht nur luft-, sondern auch see- und landgestützte Ziele zu bekämpfen“, sagte der russische Militärexperte Andrej Frolow. 

    Die Zeitung kommentiert, die russische Kh-35UE sei in gewisser Hinsicht mit der französischen AM.39 Exocet und der US-amerikanischen AGM-84 Harpoon zu vergleichen. Im Gegensatz zu ihren westlichen Pendants sei die russische Rakete noch in keinem realen Kampf zum Einsatz gekommen. Trotzdem habe sie Chancen, sich als effizienter zu erweisen. Ihr Trumpf sei eben der passive Modus, der den Konkurrenten fehle.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Luftbetankung von russischem Mehrzweckjäger T-50 – erstes VIDEO
    Stealth, oder warum die Suchoi T-50 anders aussieht, als die Su-27
    Neueste Fotos des russischen Zukunftsjets T-50
    T-50: Russische Armee muss länger auf ihren Zukunftsjet warten
    T-50: Russlands Zukunftskampfjet wird 2017 in Dienst gestellt
    Tags:
    Waffen, Luftwaffe, Entwicklung, neu, Modernisierung, Raketen, T-50-Kampfjet, Russland