12:40 08 Dezember 2019
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    Das Gemälde von Georgij Pokrowskij Stadt der Zukunft (Reproduktion)

    Keine Souveränität außerhalb „Smaragdstadt“: Zukunftsvision für die Welt im Wandel

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    Smarte Roboter, virtuelle Gärten und Pandas am Arbeitsplatz, drastisch modernisierter 3D-Druck – und eine Aufteilung der Staaten in zwei ungleiche Kategorien. Dies wären nach Ansicht des russischen Futurologen Sergej Pereslegin charakteristische Züge des nächsten technologischen Paradigmas, zu dem die Welt übergehen soll.

    In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ schreibt Pereslegin: „Der aktuellste Zukunftstrend wären Roboter, die im Industrie-, Verkehrs-, Forschungs- und Militärbereich herrschen werden. In europäischen Ländern wird es um ‚smarte Roboter‘ mit künstlicher Intelligenz gehen, die in der Lage wären, den Turing-Test zu bestehen. China setzt tendenziell auf billige Roboter mit einer Intelligenz ‚wie bei einem Pferd und nicht wie bei einem Reiter‘. Russland hat noch nicht entschieden.“

    Kommunikation, Navigation und Information auf globaler Ebene gebe es mit gewissem Vorbehalt bereits jetzt. Auf der Agenda stehe nun eine Globalität im Bildungswesen, aber auch eine breite Anwendung der erweiterten Realität im Alltag.

    Bei den Wegbereitern auf diesem Gebiet werde es sich offenbar um China und Japan handeln. Dort werde man die Wohn- und Produktionsräume durch „alle Elemente eines komfortablen Lebensumfelds ergänzen – bis hin zu Gärten, Wasserfällen, Bambuswäldern und virtuellen Pandas“, so die Prognose.

    „Dies ist allerdings trivial und unterscheidet sich nicht so sehr von der ‚Smaragdenstadt‘ – ein VR-Helm übernimmt künftig die Rolle der grünen Zauberbrille. Zu seinem unmittelbaren Anwendungsbereich werden Bauwesen, Engineering und Wissenschaft zählen“, prognostiziert Pereslegin.

    Eine weitere Komponente des nächsten technologischen Paradigmas sei Additive Fertigung. Diese sei effizienter als die traditionelle Verarbeitung mit ihren zahlreichen Abfällen. Bei den künftigen Fertigungsverfahren gehe es voraussichtlich nicht bloß um die bereits gewohnten 3D-Drucker, sondern um kompliziertere Geräte, die in der Lage wären, auch die atomare Struktur zu kopieren. Dies werde übrigens den Markt von Edelsteinen und Kunstgegenständen ruinieren. Es werde ja möglich sein, jedes alte Gemälde absolut präzise nachzubilden, hieß es weiter. 

    Die nächste Phase sei eine „Uberisierung der Welt“, also ein Wachstum von Plattform-Technologien. Zu erwarten sei auch eine zunehmende Beliebtheit von Online-Lernen, schreibt der Experte.

    Er erwartet eine Aufteilung der Länder in zwei Gruppen – je nachdem, ob sie fähig sind, dieses Paradigma aufrechtzuerhalten, wobei die Unfähigen „wahrscheinlich nicht nur ihre Souveränität verlieren werden, sondern auch ihre Staatlichkeit, um dann zu Territorien zu mutieren, die von Robotik-Konzernen regiert werden“.

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    Tags:
    Futurologie, Zukunft, Prognose, Russland