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    Schwere Drohnen, fliegende Antennen, intelligente Roboter: Russlands künftige Waffen

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    Russlands geplantes Rüstungsprogramm soll auf neuartige Waffen stärker setzen – darunter auf Roboter und Drohnen. Es wird an „intelligenten“ Systemen gebastelt. Die russische Wochenzeitung „WPK“ analysiert den Trend.

    Im Hinblick auf das neue staatliche Rüstungsprogramm für den Zeitraum von 2018 bis 2025 schreibt das Blatt: „Die Entwicklungsarbeiten an Waffensystemen auf der Grundlage neuer physikalischer Prinzipien sollen fortgesetzt werden. Dies bedeutet nicht, dass russische Forscher bisher unbekannte Naturgesetze entdeckt haben. Es ist bloß an der Zeit, jene Möglichkeiten bei Waffenentwicklungen zu nutzen, die bisher keine Anwendung fanden. Laut Vizepremier Dmitri Rogosin soll der neue Ansatz beim Konstruieren intelligenter Waffensysteme sowie moderner Kommunikations- und Aufklärungsgeräte verwendet werden.“

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    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    Konkreter ziele das neue Rüstungsprogramm unter anderem darauf ab, grundsätzlich neue Hyperschall-Waffen, intelligente Roboter, aber auch traditionelle Waffensysteme neuer Generation den Streitkräften zur Verfügung zu stellen, so der Bericht.

    Die Weiterentwicklung militärischer Roboter sei von hoher Priorität. Etwa der Kampfroboter Nerechta-2 sei eine Grundlage, um neue Technologien zu testen. Insbesondere gehe es um maschinelles Sehen und den damit zusammenhängenden Algorithmus zur Erkennung von Hindernissen. Der Roboter solle lernen, den Operator zu verstehen, d.h. dessen Worte oder Gesten zu interpretieren, um dementsprechend auf dem Kampffeld zu agieren, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Igor Denissow, Vizechef des Fonds für perspektivische Forschungen.

    Wie es im Bericht heißt, verfügt der Nerechta-2-Roboter über maschinelle Intelligenz, die ausreicht, um zu erkennen, welches Ziel am gefährlichsten ist, und selbständig zu entscheiden, wie dieses neutralisiert werden soll.

    Die Zeitung schreibt weiter: „Der Syrien-Einsatz hat gezeigt, dass die Armee eine Gefechtsdrohne braucht. Daran wird gearbeitet. Im Juli 2016 hatte ein Prototyp die ersten Tests bestanden. Beim jüngsten Besuch des Sekretärs des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, im Flugzeugwerk Kasan wurde ein Versuchsmuster der schweren Drohne Altair von Kamerateams gefilmt. Öffentliche Angaben dazu sind knapp. Mit einer Masse von rund fünf Tonnen kann die Drohne 48 Stunden in der Luft bleiben. Ihre Reichweite beträgt 10.000 Kilometer, ihre Gipfelhöhe 12.000 Meter – mit zwei Tonnen Nutzlast. Ihr Testbetrieb soll 2019 beginnen.“

    Auch weitere schwere Drohnen befänden sich in Entwicklung. Unterdessen bereite sich eine „fliegende Antenne“ auf die Tests vor, um dann mehr Optionen für die elektronische Kampfführung zu ermöglichen. Es gehe darum, gegnerische Signale in einem größeren Radius zu entdecken, um sie dann zu stören und ihre Ausgangskoordinaten zu ermitteln, hieß es weiter.

    Das Blatt prognostiziert, die technologische Fortentwicklung werde ein Verschwinden mancher militärischer Fachberufe zur Folge haben. Sobald das automatisierte System mit dem Codenamen Penicillin beispielsweise in Serie gehe, werde sich der Artilleriebeobachter an der vordersten Kampflinie erübrigen. Das System werde gegnerische Artillerie- oder Flugabwehr-Stellungen identifizieren und ihre Koordinaten mitteilen. Im Laufe der Tests bei Orenburg seien die geplanten Parameter bestätigt worden.

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    Tags:
    Reform, Modernisierung, Rüstung, Waffen, Drohnen, Verteidigungsministerium Russlands, Dmitri Rogosin, Russland