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    Vorgänger von A-100: AWACS-Flugzeug A-50 (Archivbild)

    Russlands neues Radarflugzeug soll „praktisch alles sehen“

    © Foto: Swetlana Balaewa
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    Das neue russische Radarflugzeug A-100 soll einem Zeitungsbericht zufolge in der Lage sein, nicht nur Aufklärungsdaten zu sammeln, sondern auch Einsätze von Kampfjets zu koordinieren. Möglich wäre auch ein Zusammenwirken mit bodengestützten Radaranlagen, um gegnerische (womöglich auch hyperschallschnelle) Präzisionswaffen zu bekämpfen.

    In einem Artikel für die Wochenzeitung „WPK“ bezieht sich der russische Militärexperte Viktor Kruglow auf die jüngste Mitteilung von Verteidigungsminister Sergej Schoigu, wonach das Radarflugzeug A-100 entwickelt worden sei, weil es inzwischen neue Klassen luftgestützter Ziele gebe.

    Die Maschine soll, wie es im Bericht heißt, die A-50 und die A-50U ablösen. Den Kern dieser Neuentwicklung macht ein aktives Phased-Array-Radar aus. Dieses soll nach Angaben der staatlichen High-Tech-Holding Rostec mit einer Frequenz von fünf Umdrehungen pro Minute rotieren. 

    Das funktechnische System um das Radar hat den Codenamen Premier. Als Trägersystem dafür soll das modernisierte Flugzeug Il-76MD-90A zum Einsatz kommen. Es hat einen längeren Rumpf, ein neues Triebwerk und moderne digitale Steuerungssysteme.

    Solche Maschinen werden in Uljanowsk gebaut. Das Unternehmen Berijew rüstet sie dann mit Radaren aus. So entsteht eben die A-100. Ein Prototyp wird bereits von Fliegern des Verteidigungsministeriums getestet.

    „Die Entwickler der A-100 sind der Meinung, dass diese praktisch alles sehen wird“, schreibt Kruglow. Wie er erläutert, ist der Vorläufer A-50U in der Lage, gegnerische Bomber, Jagdflugzeuge und bodengestützte Ziele wie Panzerkolonnen in einer Entfernung von jeweils 650, 300 und 250 Kilometern aufzuspüren. Nun sollen diese Parameter verdoppelt werden.

    Die A-100 soll, so der Bericht weiter, in der Lage sein, luft-, see- und bodengestützte Ziele zu entdecken und zu identifizieren sowie deren Koordinaten zu ermitteln. Die gesammelten Aufklärungsdaten sollen an russische Führungszentralen weitergeleitet werden. Das Radarflugzeug ist auch fähig, Einsätze russischer Kampfjets und Drohnen zu koordinieren.

    Kruglow kommentiert: „Die A-100 Premier könnte auch bei einem Zusammenwirken mit bodengestützten Radaranlagen der Woronesch-Klasse effizient sein. Dies wäre besonders wichtig, um Präzisionswaffen großer Reichweite zu bekämpfen – wie etwa Marschflugkörper und weitere tieffliegende (darunter auch hyperschallschnelle) Ziele.“

    Das erste sowjetische Radarflugzeug Tu-126 war seit 1965 zum Einsatz gekommen. Im Jahr 1989 wurde die A-50 in Dienst gestellt. Die Modifikation A-50U erhielten die Streitkräfte im Jahr 2011.

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    Flugzeug, Radar, A-50U, Il-76MD-90A, Verteidigungsministerium Russlands, Russland