07:20 07 Dezember 2019
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    Russische Fernbomber Tu-160 fliegen über den Roten Platz (Archivbild)

    Fortschritte bei neuer Tu-160-Version: „Präziseres Instrument nuklearer Abschreckung“

    © Sputnik / Mikhail Fomichew
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    In Russland beginnt die Produktion von Komponenten für die modernisierte Version des bewährten Langstreckenbombers Tu-160. Experten sprechen von einer „praktisch neuen Maschine“ und klären über deren Vorteile auf.

    Das Flugzeugwerk in Kasan hat mit der Holm-Herstellung  für den ersten Serien-Bomber des Typs Tu-160M2 angefangen, wie der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow mitteilte. Die Tageszeitung „Iswestija“ zitiert ihn in ihrer Onlineausgabe mit den Worten: „Wir werden auf die Ergebnisse warten. Die zuständige Kommission soll die Qualität aller Nähte überprüfen und uns benachrichtigen.“

    Laut Borissow soll der Erstflug der modernisierten Maschine im Jahr 2018 stattfinden, die Serienproduktion soll 2021 beginnen.

    Dass die Tu-160-Produktion in Russland wieder beginnen soll, hatte kurz zuvor Verteidigungsminister Sergej Schoigu bestätigt: „Eine große Vorbereitungsarbeit wurde geleistet. Beispiellose technologische Verfahren wurden wiederhergestellt, um Einzelteile aus Titanlegierungen zu produzieren. Es begann die Herstellung vorrangiger Aggregate des Flugzeugs.“ 

    Der russische Flugzeug-Experte Wladimir Popow, einst Kampfpilot, erläuterte in einem Gespräch mit Sputnik, bei der beginnenden Produktion gehe es nicht bloß um die bewährte Tu-160, sondern eben um deren modernisierte Version Tu-160M2:

    „Das wird also eine praktisch neue Maschine sein. Äußerlich soll sie ihrem Vorläufer sehr ähneln, doch die innere Füllung soll ganz anders sein.“

    „Es kommt ein neues Cockpit zustande. Das Zielsystem bekommt höhere Parameter in Sachen Raketen und Bomben. Es wird neue Fluginstrumente und Navigationsausrüstungen geben, und zwar von höherer Qualität. Natürlich bekommt die Maschine effizientere sparsame Triebwerke“, so Popow.

    VIDEO: Strategischer Bomber gegen IS: Tu-160 feuert Rakete ab

    Er kündigte auch neue Ausrüstungen zur elektronischen Kampfführung an, aber auch ein neues Identifizierungs- und Steuerungssystem: „Eine ganze Palette wurde entwickelt. Es ist nun möglich, sie quasi in die alte ‚Basis‘ zu implementieren, während das Trägersystem praktisch dasselbe bleibt.“

    Der russische Militärexperte Alexej Leonkow sagte der Agentur RIA Novosti: „Die letzte serienmäßige Tu-160 war 2008 zusammengebaut worden. Seitdem gab es viele Fortschritte in Sachen Hardware. Mittlerweile gibt es modernere Avionik und mehr digitale Ausrüstungen (…) Der Gegner saß ebenfalls nicht tatenlos herum und bastelte aktiv an Waffen, die viel ausgeklügelter sind im Vergleich zu jenen, gegen die die ursprüngliche Tu-160 geeignet gewesen war. Schließlich soll auch das Instrumentenbrett der Piloten anders werden, es kommt eine neue Helm-Ausrüstung.“

    „All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Tu-160M2 zu einem präziseren und moderneren strategischen Instrument unserer Kräfte der nuklearen Abschreckung zu machen. Sie soll über ein großes Modernisierungs-Potenzial verfügen. Zunächst soll die Tu-160M2 mit Waffensystemen ausgerüstet werden, die den Streitkräften bereits zur Verfügung stehen. Das sind Luft-Boden-Marschflugkörper des Typs Kh-555 und Kh-101 sowie die atombestückte Version Kh-102“, so Leonkow.

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    Tags:
    Fernbomber, Nuklearwaffen, Tu-160M2, Russland