Widgets Magazine
18:56 19 Oktober 2019
SNA Radio
    Radar Woronesch-DM (Archivbild)

    Russlands Raketenschild: Neues Radar schließt „Gorbatschow-Lücke“

    © Sputnik / Igor Sarembo
    Technik
    Zum Kurzlink
    122104
    Abonnieren

    Seit der Perestroika klaffte ein Riesenloch im Raketenschild über Russlands Himmel. Eine neue Radarstation schließt diese Schutzlücke, wie Verteidigungsminister Sergej Schojgu heute bekannt gegeben hat.

    „Woronesch“ heißt die neue Radarstation nahe dem sibirischen Städtchen Jenissejsk. Sie ist Teil des russischen Raketen-Frühwarnsystems und hat zugleich eine Sonderfunktion: Das neue Radar schließt nämlich eine Verteidigungslücke, die noch auf den ersten und letzten Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow zurückgeht. 

    Russischer Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf dem Bildschirm im Gebäude des Generalstabs (Archivbild)
    © Sputnik / Sergej Bobylew
    Gorbatschow hatte im Jahr 1989 auf Druck der USA eine nahezu fertiggestellte Radarstation abreißen lassen, die den Nordpazifik und Teile von Alaska überwachen sollte. Seitdem klaffte in diese Richtung eben eine Lücke – in Fachkreisen „Gorbatschow-Lücke“ genannt, wie der Verteidigungsexperte Michail Chodarenok erklärte.

    „Woronesch“ ist ein Überhorizontradar. Es kann Interkontinentalraketen auf einer Distanz von bis zu 6.000 Kilometern und einer Höhe von bis zu 8.000 Kilometern orten – und zwar bis zu 5.000 Flugobjekte gleichzeitig. Das erste Radar dieses Typs wurde 2006 in Dienst gestellt. Derzeit laufen vier baugleiche Radarstationen in Russland im Testmodus. Bis Ende dieses Jahres sollen auch sie zum Normalbetrieb übergehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Erstmals seit Sowjetzeiten: Russlands Grenzen komplett mit Frühwarnradaren abgedeckt
    National Interest: Das waren die besten sowjetischen Waffen
    Russlands Pazifikflotte erwartet vier modernisierte Atom-U-Boote mit Kalibr-Raketen
    Tags:
    Verteidigung, Radarsystem, Raketenschild, Streitkräfte der Russischen Föderation, Michail Gorbatschow, Sergej Schoigu, Russland