10:32 24 November 2017
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    Französischer Hubschrauberträger Mistral (Archivbild)

    Keine Mistral-Kopie: Russische „Lawine“ soll ihre Trümpfe haben

    © Sputnik/ Alexander Wilf
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    Die Aufgaben der Hubschrauberträger, die im Rahmen des russischen Projekts „Lawina“ gebaut werden sollen, unterscheiden sich von denen des französischen Pendants „Mistral“. Der russische TV-Sender Swesda geht ins Detail und erläutert, mit welchen Waffensystemen die geplanten Schiffe ausgerüstet werden.

    Der Sender berichtet in seiner Onlineausgabe:

    „Die Erfahrungen der letzten Jahre und insbesondere der Syrien-Einsatz der russischen Luftwaffe haben gezeigt, dass die Kriegsflotte multifunktionale Landungsschiffe braucht. Diese könnten nicht nur für eigentliche Landungseinsätze verwendet werden, sondern auch für Truppenleitung und Luftunterstützung, aber auch zum Schutz vor gegnerischen U-Booten.“

    Der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow hatte kürzlich mitgeteilt, Russland werde im Zeitraum bis 2022 eigene Hubschrauberträger bauen – statt der französischen „Mistral“-Schiffe, deren Lieferung geplatzt war. Nach Angaben des Schiffsbau-Verwaltungschefs der russischen Marine, Wladimir Trjapitschnikow, steht das Erscheinungsbild des geplanten Schiffs schon fest. Dieses soll Ka-52K- und Ka-32-Hubschrauber mitführen, aber auch Dutzende gepanzerte Kampffahrzeuge an Bord nehmen. Der Codename des Projekts ist „Lawina“ (dt. „Lawine“).

    Der russische Militärexperte Dmitri Drosdenko sagte nun dem Sender, die gemeinsame Arbeit mit Frankreich an jenen „Mistral“-Schiffen sei nicht nutzlos gewesen. Die hinteren Teile der beiden Schiffe seien ja in St. Petersburg gebaut worden. Russland habe dabei neue Erfahrungen in Sachen Montage-Verfahren und 3D-Entwürfe gesammelt.

    Im Swesda-Beitrag heißt es, der angekündigte „Lawina“-Hubschrauberträger sei keine Kopie des „Mistral“-Schiffs. „Nicht nur deswegen, weil dies physikalisch unmöglich wäre, sondern auch wegen ihrer unterschiedlichen Aufgaben. Praktisch alle westlichen Schiffe, die der „Mistral“-Klasse ähneln, sind auf Einsätze weit außerhalb des Staates zugeschnitten. Die Aufgabe der russischen Marineinfanteristen besteht darin, im Rücken eines angreifenden Gegners zu landen.“

    Die „Lawina“-Schiffe sollen mit Luftabwehrsystemen des Typs Panzir-S ausgerüstet werden, so der Bericht weiter. Neben Hubschraubern sollen bei Bedarf die ebenfalls mitgeführten Landungsboote zum Einsatz kommen, um Marineinfanteristen an die Küste zu transportieren.

    Der schiffsgestützte Kampfhubschrauber Ka-52K „Katran“ ist eine Neuentwicklung. Er kann Marschflugkörper des Typs Kh-31 und Kh-35 abfeuern. Womöglich bekommt er auch Luft-Luft-Raketen R-77. Damit wäre die Maschine ein effizientes Mittel gegen see-, land- und luftgestützte Ziele.

    Die Sowjetunion hatte auch Hubschrauberträger konzipiert – allerdings mit spezifischen Aufgaben. In den 1960er Jahren wurden zwei Schiffe im Rahmen des Projekts 1123 fertiggebaut, um gegnerische Atom-U-Boote in abgelegenen Meeresgebieten zu jagen. Mitgeführt wurden jeweils 14 Hubschrauber.

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    Tags:
    Pläne, Stapellauf, Hubschrauberträger, Ka-52, Lawina-Schiff, Mistral, Frankreich, Syrien, Russland
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