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20:03 20 Juli 2019
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    Feuerübungen der US-Marineninfanterie (Archivbild)

    „Steuerung ballistischer Raketen lahmlegen“: Was es mit Klimawaffen auf sich hat

    © Foto: Marine Corps/Lance Cpl. Danny Gonzalez
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    Das Wetter lässt sich vorerst nicht steuern – nur korrigieren, wie der russische Militärexperte und Meteorologe Alexander Minakow erläutert. Er klärt über einige bereits erprobte Methoden im Zivil- und Militärbereich auf, aber auch darüber, wie die Versuche, die Ionosphäre zu beeinflussen, mit Raketenabwehr-Projekten zusammenhängen könnten.

    Minakow sagte dem TV-Sender Swesda: „Offiziell gibt es keine Klimawaffen. Versuche, auf die Ionosphäre einzuwirken (vorerst handelt es sich dabei eher um deren Erforschung), werden seit Anfang der 1960er Jahre vorgenommen und bis heute nicht aufgegeben. Die Amerikaner haben allerdings diese Entwicklungsarbeiten praktisch eingestellt, weil sie aufwendig sind, wobei konkrete Ergebnisse ausbleiben.“

    „Das Wetter lässt sich nicht steuern – nur korrigieren. Die bei uns wohl bekannteste Methode besteht darin, dass Regen an Festtagen unterbrochen werden. Diese Methode wurde schon mehrmals verwendet“, so der Experte.

    „Die Amerikaner haben einst ähnliche Methoden verwendet – aber mit einer entgegengesetzten Wirkung. Das war im Vietnamkrieg, während ihrer Operation Popeye. Ihre Transportflugzeuge verstäubten im Himmel Silberiodid, was Niederschläge im Vergleich zur Norm verdreifachte. Verkehrswege wurden ausgewaschen, Nachschublinien ruiniert. Der Effekt erwies sich jedoch als zweifelhaft und kurzfristig“, so Minakow weiter.

    „Es gibt auch positive Beispiele für eine Beeinflussung des Klimas. Nach dem Super-GAU von Tschernobyl haben sowjetische Geoingenieure eine Umweltkatastrophe verhindert. Radioaktiver Staub wurde durch spezielle Substanzen gebunden, damit der Wind ihn nicht weitertreibt. Damit der Staub nicht in Flüsse gelangt, wurde eine Anti-Regen-Sperre im Himmel eingerichtet“, erläuterte der Experte.

    Im Hinblick auf die Versuche, die Ionosphäre zu beeinflussen, warnte er: „Eine Einwirkung auf die Natur der Erde ist ein ziemlich gefährliches Spiel, das sich als folgenschwer erweisen könnte, darunter auch für seine Organisatoren.“

    Allerdings gibt es laut Minakow keine Nachweise dafür, dass diese Versuche konkrete Ergebnisse brachten: „Da gibt es mehr Mythologie, durch die man Naturkatastrophen erklären will.“

    Der Experte vermutete, dass solche Forschungen in den USA und Russland eher auf eine Anwendung in Sachen Raketenabwehr abzielen könnten: „Oszillationen in der Ionosphäre wären ja in der Lage, die Steuerung ballistischer Raketen völlig lahmzulegen und diese Raketen vom Kurs abweichen zu lassen. Allerdings könnten sowohl fremde als auch eigene Raketen sowie alle Raumflugkörper unter diese Einwirkung geraten.“

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    Tags:
    Klimawaffen, Klimawandel, Tschernobyl-Katastrophe, Vietnamkrieg, UdSSR, USA, Russland