16:10 18 Januar 2020
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    Ein Mega-Rüstungsprojekt geht in Russland zu Ende: Im kommenden Juli wird laut dem Marinesprecher Igor Dygalo ein weiteres U-Boot der Jassen-Klasse am Werftstandort Sewerodwinsk auf Kiel gelegt – das letzte Schiff dieser Baureihe.

    Schon Ende der Siebzigerjahre musste für die Typenvielfalt der sowjetischen U-Boote ein Ersatz her: Ein Schiff, das die Flugzeugträger des Gegners vernichten kann und Torpedos ebenso mitführt wie Marschflugkörper. Ein solches Boot der vierten Generation sollte die Aufgaben ganzer drei älterer U-Boot-Typen übernehmen, schreibt das Portal rueconomics.ru.

    Anfang der Neunzigerjahre begann der Bau des ersten Schiffes. Der Zerfall der UdSSR und die darauffolgenden Krisen zogen den russischen Schiffbauern aber einen Strich durch die Rechnung: Erst 2004 konnten sie weiterbauen.

    Dafür haben sie den Schiffstyp gleich modernisiert: Was als Jassen begann, ging als Jassen-M vom Stapel. Bis 2023 werden insgesamt sieben Schiffe dieser Klasse bei der russischen U-Bootflotte ihren Dienst versehen. Bewaffnet sind sie mit den smarten Marschflugkörpern Kalibr und Onyx.

    Warum jetzt das letzte Boot dieses Typs gebaut wird, erklärte der Armeeexperte Alexander Chramtschichin: „In Russland spricht man bereits über die Entwicklung eines Mehrzweck-U-Boots der fünften Generation. Dass Moskau beschlossen hat, nur sieben Stück der Jassen-Klasse zu bauen, liegt offenbar an den zu hohen Kosten“, sagte der Fachmann. Eines müsse man aber wissen, fügte er hinzu, „die Jassen-Klasse ist ein modernes Jagd-U-Boot ohne ein direktes Gegenstück im Westen, außer vielleicht dem Seawolf der US-Amerikaner. Aber auch der ist nicht direkt vergleichbar.“

    Übrigens: Ursprünglich hatte das Pentagon geplant, 30 Boote der Seawolf-Klasse zu bauen, baute jedoch nur drei – aus Kostengründen. Stattdessen wurde die günstigere und weniger aufwendige Virginia-Klasse beschafft, wie das Portal schreibt.

    „Unterbesetzt“ ist die russische U-Bootflotte jedenfalls nicht: „Russland hat noch viele andere Mehrzweck-U-Boote, mit Kern- und dieselelektrischem Antrieb“, sagte der russische Militärbeobachter Michail Alexandrow.

    „Viele davon werden in nächster Zeit modernisiert, die Antej-Klasse zum Beispiel. Neue Schrauben, neue Ausrüstung, neue Akustik – schon sind sie auf dem Stand der vierten Generation“, sagte der Spezialist. „Und die Schlagkraft dieser Schiffe wird dadurch gesteigert, dass sie von den Granit-Raketen auf die Kalibr-Marschflugkörper wechseln. Diese sind um ein Vielfaches kleiner bei mindestens gleicher Wirkung.“

    Die Modernisierung sei eine sehr rationale Entscheidung, betonte der Experte noch. „Wir bauen ja auch keine Unmengen an T-50-Jägern, weil wir die Su-35 und die Su-30-MKI haben. Und unseren Panzer T-72B3 bringen wir auch auf den Standard eines T-90A“, stellt er abschließend fest.

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    Projekt, Rüstung, U-Boot, Streitkräfte der Russischen Föderation, Russland