10:44 25 April 2018
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    Atom-U-Boot des Projekts Borej

    Mit Drohnen und Hyperschall-Raketen: Vorteile künftiger russischer Atom-U-Boote

    © Foto: Konstruktionsbüro Malachit
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    Die russischen Schiffsbauer bereiten sich einem Zeitungsbericht zufolge darauf vor, auf die Herstellung neuartiger Atom-U-Boote umzusteigen. Diese sollen sich von den gegenwärtigen Projekten deutlich unterscheiden. Geplant sind neue technische Lösungen, mitgeführte Roboter und stärkere Waffen.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Mittwoch berichtet, starten die russische Kriegsflotte, die Schiffsbau-Holding USBC und die Werft Sewmasch voraussichtlich vor Jahresende die Arbeit an einem Plan, um die Produktionskapazitäten auf die Herstellung von Atom-U-Booten der 5. Generation umzuorientieren.

    Diese Umorientierung soll stattfinden, sobald die jetzt in Bau befindlichen Atom-U-Boote der 4. Generation (Projekte Borej und Jassen) in Betrieb gehen. Die 5. Generation wird derzeit entworfen, ein Produktionsvertrag ist nach Angaben der Zeitung im kommenden Jahr erwartet.

    Für die Entwicklung der neuen U-Boote ist das Konstruktionsbüro Malachit zuständig. Wie das Blatt weiter schreibt, sollen sie modular sein. Ihre Funktionen können sich dann je nach installierten Modulen variieren: Ein strategisches Atom-U-Boot kann etwa auch als Jagd-U-Boot zum Einsatz kommen. Zu den mitgeführten Waffensystemen sollen sowohl Hyperschall-Marschflugkörper des Typs Zirkon als auch verschiedene Robotersysteme zählen.

    Ein Marinesprecher erläuterte, das vor Jahresende geplante Kalkül sei nötig, um die Parameter des künftigen Vertrags für die Sewmasch-Werft festzulegen. Ein Sprecher der USBC-Holding, der die Werft angehört, bestätigte die Bereitschaft, mit dem Verteidigungsministerium im Rahmen des neuen Projekts zusammenzuarbeiten und alle Aufgaben zu erfüllen.

    Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin sagte dem Blatt, die derzeitige Vorbereitungsphase ziele darauf ab, die einstigen Fehler zu vermeiden. Denn bei bisherigen Projekten hätten sich manche ursprüngliche Parameter als allzu optimistisch erwiesen – und nicht so preiswert wie geplant.

    „Die U-Boote der Zukunft sollen von ihren Kapazitäten her anders sein. Sie sollen Untersee- und möglicherweise Luft-Drohnen mitführen. Sie werden nicht den heute in Bau befindlichen U-Booten ähneln. Es wird sich um andere Technologien, Werkstoffe und technische Lösungen handeln“, so Kosjulin.

    „Das ist ein superkompliziertes Projekt. Bei der Planung müssen deshalb Umstände berücksichtigt werden, die sich im Moment erst abzeichnen. Zumal diese Pläne sehr langfristig sein werden“, erläuterte der Experte.

    Die in Sewerodwinsk gelegene Werft Sewmasch ist die einzige Produktionsvereinigung in Russland, wo Atom-U-Boote entstehen. Fünf davon werden derzeit im Rahmen des Projekts Borej-A gebaut. Im Zeitraum von 2018 bis 2022 sollen sie den Streitkräften zur Verfügung gestellt werden. Außerdem baut die Werft vier Atom-U-Boote im Rahmen des Projekts Jassen-M, ein weiteres soll im Juli auf Kiel gelegt werden.

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    Produktion, Atom-U-Boote, Borej-A, Jassen (U-Boot), Zirkon-Raketen, Russland
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