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13:47 12 November 2019
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    Litauisches Mädchen hält einen Granatenwerfer von US-Marineinfanteristen (Archivbild)

    USA vs. Russland: Wessen Panzer, Schiffe, Flugzeuge und Kanonen sind besser?

    © Foto: U.S. Marine Corps/Sgt. Kirstin Merrimarahajara
    Technik
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    Niemand macht bessere Waffen als die USA. Dies sagte Donald Trump kürzlich. Von einem US-Präsidenten hätte man auch keine andere Aussage erwartet. Aber wie bewerten Experten Waffentechnik „Made in USA“? Das Portal „Swobodnaja Pressa“ hat mit Fachleuten gesprochen.

    „Niemand macht Waffentechnik so, wie wir. Niemand kommt auch nur ansatzweise an uns ran“, sagte Donald Trump bei seinem Treffen mit Narendra Modi am 26. Juni. Der US-Präsident bedankte sich beim indischen Premier dafür, dass Indien in den Vereinigten Staaten Waffen bestellt hatte.

    Das US-Außenministerium hat dem Waffendeal bereits zugestimmt: Boeing liefert eine Frachtmaschine C-17 plus vier Ersatztriebwerke im Wert von 366 Millionen US-Dollar nach Indien. Zudem möchte Delhi 22 Drohnen vom Typ Guardian bei den Amerikanern kaufen, für insgesamt zwei Milliarden Dollar. Diesem Geschäft muss der US-Kongress aber noch zustimmen.

    Die Frage ist jedenfalls, was an Trumps Erklärung dran ist.

    „Die Amerikaner machen wirklich gute Waffen, keine Frage“, sagt Andrei Frolow, Chefredakteur einer russischen Fachzeitschrift für Waffenexporteure. „Sie haben schon Waffensysteme serienmäßig im Einsatz, die sonst niemand hat. Auch haben sie gute Technik zur Aufklärung, elektronischen Kampfführung und Kommunikation, die sie in Jugoslawien und im Irak erfolgreich eingesetzt haben. Und bei den atomgetriebenen Flugzeugträgern kann ihnen sowieso keiner das Wasser reichen.“

    Andererseits: „Kleinere Schiffe werden in den USA überhaupt nicht gebaut. Dabei ist die LCS-Klasse nicht so erfolgreich ausgefallen, wie erhofft. Außerdem sind diese Schiffe exorbitant teuer“, sagt der Militäranalyst Alexander Chromtschychin. (Die LCS-Klasse sind Kampfschiffe für küstennahes Gefecht – Litoral Combat Ships Anm. d. Red.).

    Kampfschiff Coronado der LCS-4-Klasse
    © Foto : U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 3rd Class Deven Leigh Ellis
    Kampfschiff "Coronado" der LCS-4-Klasse

    Andere Schiffstypen haben USA überhaupt nicht im Programm. Daran werden laut dem Fachjournalisten Andrei Frolow Unterschiede deutlich bei der Ausrichtung der Rüstungsunternehmen in den USA und in Russland. „Diesel-U-Boote zum Beispiel bauen die Vereinigten Staaten im Unterschied zu Russland nicht. Indien könnte diesen U-Bootstyp übrigens gut gebrauchen“, so Frolow.

    Diesel-U-Boote der Kriegsflotte von Russland
    © Sputnik / Witaliy Ankow
    Diesel-U-Boote der Kriegsflotte von Russland

    Was man an US- und russischen Waffen aber vergleichen könne, seien die Panzer, sagen beide Experten laut dem Portal. Beim Panzerbau würden USA und Russland ähnliche Konzepte verfolgen. Doch: „Einen von Grund auf neuen Kampfpanzer entwickeln die Amerikaner nicht, sie begnügen sich mit der Modernisierung ihres Abrams. Die Russen hingegen testen bekanntlich schon den T-14“, so Frolow.

    Panzer T-14
    © Sputnik / Alexander Wilf
    Panzer T-14

    Ja, der Abrams sei mehrfach zum besten Panzer der Welt erklärt worden, sagt der Militäranalyst Chromtschichin. „Inzwischen aber sind mindesten 100 Stück in Kampfhandlungen unwiederbringlich zerstört worden“, betont der Experte. Kein anderer westlicher Panzer habe solche Verluste erleiden müssen.

    Panzer Abrams M1A1
    © Foto : DoD photo by Sgt. Sarah Fiocco, U.S. Marine Corps
    Panzer Abrams M1A1

    „Beim Schützenpanzer M2 Bradley haben die Amerikaner selbst eingeräumt, dass dieser nicht der beste ist. Und der Radpanzer Striker ist im Grunde gar nicht amerikanisch, sondern ein Nachbau des schweizerischen MOWAG Pyranha“, erklärt der Fachmann weiter. Eins müsse man dem Striker aber lassen, entgegnet Frolow: „Beim Minenschutz ist der Radpanzer besser. Der ist ja auch reicher an Erfahrung, ist kampferprobt.“

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    © Foto : U.S. Air Force photo by Tech. Sgt. Parker Gyokeres
    Schützenpanzer M2A1 Bradley

    Einen deutlichen Nachteil der US-Armee sehen die beiden Experten bei der Artillerie. „Die Paladin-Haubitze wird zwar ständig modernisiert, bleibt aber nur eine Weiterentwicklung der M109, die seit den 1960ern im Einsatz ist“, so Chromtschichin. Sein Kollege Frolow stimmt zu: „Die Amis haben die Arbeit an der XM2001 Crusader abgebrochen. Sie sollte ja die M109 ersetzen.“

    Paladin-Haubitze M109A6
    © Foto : U.S. Army photo by Spc. Christopher Brecht
    Paladin-Haubitze M109A6

    Bleibe noch die gezogene Haubitze M777A2. Diese sei immerhin mit einem Hubschrauber luftverladefähig, „ist aber eine britische Entwicklung“. Derweil hätten die Russen gerade erst ihre Koalizia-Haubitze auf einem überarbeiteten Lkw-Fahrgestell vorgestellt, wobei natürlich die Frage bleibe, wie sich diese schweren Geschütze unter Kampfbedingungen verhalten würden.

    die Haubitze M777A2
    © Foto : DoD photo by Lance Cpl. Garry J. Welch, U.S. Marine Corps
    die Haubitze M777A2
    die Koalizia-Haubitze
    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    die Koalizia-Haubitze

    Eins jedenfalls können selbst die US-Waffen sich von den russischen abschauen: Effizienz, betont der Fachjournalist Frolow: „Afghanistan und Irak zum Beispiel haben mit amerikanischem Geld russische Hubschrauber gekauft. Einfach weil sie unter den konkreten Umständen optimale sind – erst recht, wenn man die Robustheit russischer Technik berücksichtigt.“

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    Tags:
    Waffen, US-Armee, Streitkräfte der Russischen Föderation, Donald Trump, Indien, USA, Russland