17:02 15 August 2020
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    In weniger als einem Monat finden in Russland, China, Weißrussland, Kasachstan und Aserbaidschan die 3. Internationalen Armeespiele statt. In diesem Jahr nehmen Mannschaften aus 27 Staaten an den Spielen teil, die in 28 Disziplinen im Wettbewerb stehen werden – vom bereits weltweit bekannten Panzerbiathlon bis zum Wettbewerb „Feldküche“.

    Wie in vergangenen Jahren wird der größte Teil der Kampftechnik, Ausstattung, Schusswaffen den Mannschaften vom russischen Verteidigungsministerium bereitgestellt. Die komplette Liste der Waffen wird geheim gehalten, in diesem Sommer können die Zuschauer viel Exotisches sehen – Gerüchte sickerten bereits in die Presse durch. Nicht zufällig wurde die vorjährige Erfahrung der Teilnahme der chinesischen Technik an den Spielen als erfolgreich bezeichnet.

    Panzer Type 96A

    Wie im Sommer 2015 wird China zum Panzer-Biathlon in Alabino bei Moskau eigene Panzertechnik mitbringen. Konkurrenz für die russischen Panzer T-72B3 werden die chinesischen Panzer Type 96A bieten. Diese Panzer gibt es seit 1997 und ersetzen allmählich die veralteten Type 80, Type 85 und Type 88. Die Type 96A sollen neben dem neusten Type 99 die Grundlage der Panzertruppen Chinas in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts bilden.

    Bei seinen Grundmechanismen ist der Type 96 mit den letzten Modifikationen des russischen T-72 vergleichbar. Seine Hauptwaffe – die Kanone ZPT-98 ist eine nichtlizensierte Kopie des sowjetischen 125-mm-Glattrohrgeschützes 2A46M. Der Dieselantrieb der Firma NORINCO stellt ebenfalls eine Weiterentwicklung der russischen Modelle dar. Zudem ist in der Modifikation „A“ die Panzerung deutlich stärker, es sind ein modernes Feuerleitsystem ISFCS-212 und neue Kommunikationsmittel installiert.

    In diesem Jahr nimmt am Panzer-Biathlon erstmals eine Mannschaft aus Indien teil. Sie wird sich mit 90C Bhishma daran beteiligen  – eine Exportversion des russischen T90. Es wird sehr interessant sein zu sehen, wie dieser Panzer sich im Wettstreit zeigen wird.

    Scharfschützengewehr SR-25

    Sarmat-Vorgänger Wojewoda (Nato-Code: Satan)
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    In diesem Jahr nehmen am Wettbewerb „Linie der Scharfschützen“ auf dem Gelände Otar in Kasachstan vier Scharfschützen-Duos aus Thailand teil. Während die meisten Teilnehmer die russischen Scharfschützengewehre SWD nutzen werden, können die thailändische Soldaten Waffen mit ähnlichen Eigenschaften mitbringen. Es handelt sich um Selbstlade-Scharfschützengewehre SR-25. Diese Waffen wurden in den USA auf Basis des bekannten Halbautomaten AR-15 entwickelt. Wie bei den russischen SWD hat die SR-25 Gasabzug-Vorrichtungen, was eine schnelle Schuss-Serie ohne manuelles Neuladen ermöglicht. Zudem haben beide Scharfschützengewehre vergleichbare Patronen, doch die russischen 7,62x54R sind stärker als die kürzeren Nato-Patronen 7,62x51. Die SWD und SR-25 sind auch nach dem Gewicht vergleichbar – etwas mehr als 4,6 Kilogramm einschließlich zehn Patronen.

    Scharfschützengewehr SR-25
    © CC0 / United States Marine Corps/Cpl. Sharon E. Fox
    Scharfschützengewehr SR-25

    Iranische Korvette Hamzeh

    Bei den dritten Armeespielen debütieren iranische Marinesoldaten, die an der Etappe „Meeres-Pokal“ im Kaspischen Meer neben Russland, Kasachstan und Aserbaidschan teilnehmen werden. Die Hauptregel lautet– die Schiffe müssen strengen Richtlinien entsprechen – ihre Wasserverdrängung darf nicht mehr als 1000 Tonnen betragen, die Besatzung darf 60 Mann nicht überschreiten. Von Russland nehmen am Wettbewerb kleine Raketenschiffe des Projekts Bujan-M teil – Grad Swijaschsk und Uglitsch. Beide haben eine Wasserverdrängung von jeweils 949 Tonnen.

    Iranische Korvette Hamzeh
    © Foto : Foundation for Defense of Democracies
    Iranische Korvette Hamzeh

    Der Iran hat im Kaspischen Meer nicht so viele Schiffe, die den vorgegebenen Richtlinien entsprechen, genauer gesagt nur ein Schiff —  die Korvette Hamzeh mit einer Wasserverdrängung von 580 Tonnen. Sie wurde der Flotte 1965 übergeben. Allerdings wird sie es wohl schaffen, die Etappe „Meeres-Pokal“ zu bewältigen. Für Artillerieschießen auf Zielscheiben auf dem Meer ist das Schiff mit einer 20-mm-Kanone ausgerüstet.

    Die Hamzeh-Korvette würde den neueren russischen kleinen Raketenschiffen kaum Konkurrenz machen. Deswegen ist nicht ausgeschlossen, dass sie im Wettbewerb durch die Fregatten Bayandor und Naghdi ersetzt wird,  die mit 76-mm-Kanonen ausgerüstet wird. Die Wasserverdrängung dieser Schiffe ist fast um 150 Tonnen größer als erlaubt, doch sie können für die Spiele leichter gemacht werden, indem bestimmte Ausrüstungen entfernt werden.

    Chinesischer Bomber Xian H-6K

    Am Wettbewerb der Militärflieger “Aviadarts” nehmen in diesem Jahr nur zwei Länder teil — Russland und China. Die Etappe findet in China statt. Während über die russische Technik bei dieser Etappe fast alles bekannt ist, wurde über die chinesischen Flugzeuge und Hubschrauber fast nichts berichtet. Eine Ausnahme bilden die neuesten Bomber Xian H-6K, deren Teilnahme am Wettbewerb vom TV-Sender Swesda bestätigt wurde.

    Chinesischer Bomber Xian H-6K
    © AP Photo / Liu Rui/Xinhua
    Chinesischer Bomber Xian H-6K

    Dieses Flugzeug ist die letzte Modifikation des klassischen H-6-Bombers, der auf Grundlage des sowjetischen Bombers Tu-16 entwickelt wurde. Die erneuerte Maschine ist mit starken Antrieben D-30KP2 aus russischer Produktion ausgestattet, dank denen die Reichweite mehr als 3500 Kilometer ausmacht. Damit wird die H6R zu einem Flugzeug, das strategische Aufgaben erfüllen kann. Es kann unter anderem Atomwaffen an Bord tragen. Die maximale Kampflast liegt bei 12 Tonnen. Diese Kennzahl entspricht ungefähr den Kennzahlen der russischen Frontbomber Su-34. Sie werden ebenfalls an dem Wettstreit teilnehmen und die Hauptkonkurrenten der H6K in den Kategorien „Angriff eines Boden (Meeres)-Ziels“ und „Flug auf einer Route mit variablem Profil zur Luftaufklärung“ sein.

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    Tags:
    Panzerbiathlon, Waffen, Wettbewerb, Internationalen Armeespiele 2017, Aserbaidschan, Kasachstan, Weißrussland, Iran, China, Russland