01:18 15 November 2019
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    Das russische Atom-U-Boot Yurij Dolgorukij (Archivbild)

    Russische U-Boot-Flotte wappnet sich für „Messerkampf in Telefonzelle“

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    Russische Atom-U-Boote der Projekte Borej und Jassen bekommen einem Zeitungsbericht zufolge neue „Duell-Torpedos“. Diese sind schnell, leise und haben eine größere Reichweite im Vergleich zum US-Pendant Mk48. Über ihre Vorteile klärt ein Experte mit einer markigen Metapher auf.

    Der modernisierte thermische Torpedo UGST, bekannt auch als Fisik-2 (dt. „Physiker“), ist bereits in Dienst gestellt worden. Das berichtet die Tageszeitung „Iswestija“ unter Berufung auf Alexej Grigorjew, Konstrukteur der russischen Tactical Missiles Corporation. Künftig soll dieses Waffensystem laut Grigorjew alle elektrischen Torpedos der russischen Kriegsmarine ersetzen.

    Wie die Zeitung erläutert, wird der Torpedo von einer Kolbenmaschine bewegt, die von ihrem Funktionsprinzip her einem Automotor ähnelt. Der Torpedo hat keine Propeller, sondern eine Strahlantriebs-Einrichtung. Dies macht ihn leiser und schneller. Die Geschwindigkeit erreicht rund 60 Knoten – doppelt so schnell wie bei einem U-Boot. 

    Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin zog eine Parallele zur Modernisierung der US-Navy. Diese hat laut Kosjulin auf elektrische Torpedos völlig verzichtet und setzt nun vor allem auf thermische Torpedos des Typs Mk48.

    „Thermisch bedeutet in diesem Fall, dass der Torpedo von einem Verbrennungsmotor bewegt wird. Dies ermöglicht eine größere Geschwindigkeit und Reichweite. Bis vor kurzem gab es in Russland nichts dergleichen, was ins 533-mm-Torpedorohr passen würde“, so Kosjulin.

    Wie das Blatt weiter schreibt, zählt der neue „Physiker“ zu den sogenannten Duell-Torpedos. Kosjulin erläuterte, der moderne Torpedo-Kampf lasse sich mit einem „Messerkampf in einer Telefonzelle“ vergleichen. Wer als Erster „zugestochen“ habe, gehe als Sieger hervor. Diesen Vorteil sichere eben der neue russische Torpedo – dank seiner Parameter.

    Im Gegensatz zu seinen Vorläufern kann der „Physiker“, wie es im Bericht heißt, aus einer Tiefe von 500 Metern abgefeuert werden. Mit seinem ausfahrbaren Ruder kann er in der Anfangsphase sicher manövrieren.

    Als Fire-and-Forget-Waffe hat der Torpedo ein hydroakustisches System, um den gegnerischen Kielwasserstreifen zu identifizieren. Die Reichweite des Torpedos beträgt nach Angaben des Blattes 50 Kilometer – rund zehn Kilometer größer als beim US-Pendant Mk48. Dabei trägt der „Physiker“ einen 300 Kilogramm schweren Sprengkopf – dies soll bei Bedarf ausreichen, um etwa eine Fregatte oder einen Flugzeugträger zu versenken.

    Der 7,2 Meter lange Torpedo, so der Bericht weiter, ähnelt äußerlich einem grünen Rohr mit einer abgeplatteten Bugkappe. Die Ruderblätter, sobald sie ausgefahren werden, sehen wie Flossen aus.

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    Torpedo, Atom-U-Boot, Kriegsmarine, USA, Russland