10:50 25 Juli 2017
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    Darum riskieren USA Niederlage in einem Panzerkrieg gegen Russland

    © AFP 2017/ Yuri Kadobnov
    Technik
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    Die Vereinigten Staaten müssen schleunigst ihre Panzerproduktion aufstocken, ansonsten werden die Amerikaner und ihre Bündnispartner einer „Aggression Russlands“ nichts entgegenzusetzen haben. Dies schreibt der amerikanische Militärexperte Loren B. Thompson in einem Artikel, den das Magazin „National Interest“ auf seiner Webseite veröffentlichte.

    Die Panzerproduktion in den USA ist demnach auf das niedrigste Niveau seit Gedenken der gegenwärtigen Generation gesunken. Insgesamt zwölf Abrams-Panzer sollen in dem letzten verbliebenen Panzerwerk des Landes in Lima, Bundesstaat Ohio, jährlich gebaut werden. Indes plane Russland, seine Streitkräfte in Europa (im europäischen Teil Russlands – Anm. d. Red.) mit Hunderten Panzern der nächsten Generation auszurüsten, die sehr viel robuster als die amerikanischen wirken würden, heißt es in dem Artikel.

    Laut dem Autor sehen sich die USA somit mit einer Krise in ihrer schweren Panzertechnik konfrontiert. Thompson erklärt dies damit, dass Amerika Jahre für den „globalen Krieg gegen den Terror“ verwendet habe, wogegen sich die Russen mit der Entwicklung ihrer schweren Militärtechnik befasst hätten.

    Obwohl der US-Kongress bemüht sei, die Ausgaben für Panzer zu erhöhen, werde die Umsetzung des Modernisierungsplans, den die Donald-Trump-Administration aus der  Barack-Obama-Amtszeit geerbt habe, fast ein Vierteljahrhundert Zeit in Anspruch nehmen.

    In diesem Fall könne ein Krieg lange vor dem ausbrechen, ehe der größte Teil der Truppen die modernisierten Panzer erhalten habe. „Faktisch ist der Verzicht Amerikas und seiner Nato-Bündnispartner, die alternden Panzerfahrzeuge zu ersetzen, eine Einladung zur Aggression“, behauptet der Autor des Artikels.

    Russland verfügt ihm zufolge bereits über eine quantitative Übermacht in den regionalen Panzertruppen. Die amerikanischen Verbündeten, solche wie Deutschland, Frankreich und Italien, verfügten indes über weniger als 300 Panzer, Russland dagegen über Tausende.

    Nun aber entwickle Russland einen noch besseren Panzer als die veralteten Fahrzeuge, über die die US-Armee und ihre Bündnispartner verfügen. Natürlich geht es hier um die Armata-Panzer. Die amerikanischen Militärs geben zu, dass Russland die „Parität“ zu den westlichen Panzertruppen erreicht habe. Doch in dem Maße, wie die Armata-Produktion angekurbelt werde, würde Russland in diesem Rennen an die Spitze gelangen.

     „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass diese ungleichen Möglichkeiten zu einer Niederlage der USA in einem künftigen Krieg zwischen Ost und West führen können. Zweifellos wird dies der regionalen Eindämmung nicht dienlich sein. Leider ist es bereits zu spät, ein neues Programm zu starten, das auf die Wiederherstellung der Möglichkeiten der US-Armee in Bodenkämpfen gerichtet ist. Das, was die Armee tun muss, ist, die Produktion der letzten Abrams-Panzer wesentlich zu beschleunigen und sie dann je nach ihrem Auftauchen zu modernisieren“, schreibt der Experte. 

    General Dynamics, der Hauptauftragnehmer für die Produktion der Abrams-Panzer, hat laut Thompson einen Plan zur Modernisierung aller Panzer in den Panzerbrigaden der US-Armee innerhalb von fünf Jahren vorgelegt, aber auch darauf verwiesen, dass Präsident Trump die Reduzierung der Selbstkosten für jeden neuen Panzer wünsche. Kurz gesagt, laut diesem Plan sollen 22 und nicht nur  fünf Panzer pro Monat gebaut werden, wobei die Selbstkosten je Panzer mindestens um 15 Prozent gesenkt werden sollen. Das Unternehmen erklärt, innerhalb von 18  Monaten nach Unterzeichnung eines langfristigen Vertrags die beschleunigte Produktion starten zu können.

    Panzer T14
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    Es geht um einen langfristigen Produktionsvertrages, der hinreichend neue Abrams-Versionen zur Ausrüstung von drei Panzerbrigaden pro Jahr liefern werde, wodurch alle Panzerbrigaden der Armee fast um zwei Jahrzehnte schneller modernisiert werden könnten, als es der Plan aus den Zeiten der Obama-Administration vorgesehen habe.

    Wie der Autor des Artikels anmerkt, hat die frühere US-Administration die „sich auf Europa zubewegende Bedrohung“ verschlafen, und vor mehreren Jahren haben ranghohe Vertreter des Pentagons noch in allem Ernst vorgeschlagen, das letzte Panzerwerk im Lande zu schließen.

     „Hinter allen anderen lokalen Vorteilen, die Moskau nutzt, wirkt die Unfähigkeit, die amerikanischen Soldaten mit der jüngsten Version ihrer wichtigsten Kampfsysteme auszurüsten, wie ein potenzieller fataler Fehler“, schreibt Thompson in seinem Beitrag für National Interest.

     

    Tags:
    Panzer, Russland, USA
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