21:33 23 November 2017
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    Russische Korvette der Bujan-M-Klasse

    «Kleiner Raketen-Trumpf“: Russische Korvetten beunruhigen Berlin

    © Foto: Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums
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    Der Beschuss syrischer Ziele vom Kaspischen Meer aus hat gezeigt: Russland könnte auf die gleiche Weise hypothetisch auch Berlin bedrohen, wie Hans-Lothar Domröse, ehemaliger General der Bundeswehr, dem „Contra Magazin“ sagte. Der deutsche General ist nicht der erste Nato-Offizier, der diese Besorgnis äußert.

    Was den deutschen General so beunruhigt, sind die drei russischen Korvetten der Bujan-M-Klasse. Die „Grad Swijaschsk“, die „Uglitsch“ und die „Welikij Ustjug“ bilden das Rückgrat der kaspischen Flotte. Dass sie zwar klein, aber überraschend schlagkräftig sind, haben die Drei bereits bewiesen – mit mehrmaligen Präzisionsschlägen gegen IS-Stellungen in Syrien direkt vom Kaspischen Meer aus.

    Mit dieser Feuertaufe machten die drei Korvetten nicht nur den Bundeswehr-General, sondern auch seine Nato-Kollegen auf sich aufmerksam: Die Bujan-M-Klasse könne gar schwerere Kampfschiffe der westlichen Allianz vernichtend treffen, mussten sie feststellen.

    Denn die kaspische Flottille ist im Grunde eine Schwarmflotte – ein Verband, der aus einer größeren Anzahl kleinerer Schiffe besteht. Das ist ihr entscheidender Vorteil, wie der folgende Vergleich zeigt.

    Ein US-Kreuzer der Ticonderoga-Klasse mit einer Wasserverdrängung von 9800 Tonnen führt insgesamt 26 Tomahawks mit sich. Die Reichweite dieser Marschflugkörper: bis zu 2.500 Kilometer, von der deutschen Ostseeküste bis in den Süden Russlands. Die drei russischen Korvetten im Kaspischen Meer bringen zusammen 3.000 Tonnen auf die Waage, führen aber 24 hochpräzise Kaliber-Raketen mit, deren Schlagkraft und Reichweite mit jenen der Tomahawks vergleichbar ist.

    Dabei ist der Kreuzer ein auffälligeres Ziel für die Suchköpfe von Raketen, als die drei deutlich kleineren Korvetten. Nicht zu übersehen ist auch der Kostenvorteil der russischen Schiffe: 300 Millionen US-Dollar haben die drei Schiffe der Bujan-M-Klasse gekostet, ein Ticonderoga-Kreuzer schlägt mit einer Milliarde Dollar zu Buche.

    Das sind Zahlen, die auch westlichen Analysten zu denken geben. Gleich nach der Feuertaufe der russischen Korvetten schrieb das US-Fachblatt „The National Interest“:

    „Eine Bujan-M mit acht Kaliber-Raketen an Bord verfügt mit Sicherheit über eine größere Feuerkraft als jedes US-Schiff für küstennahe Gefechte. Nur die Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse und die Ticonderoga-Kreuzer können es mit den Korvetten aufnehmen. Doch sind sie unvergleichlich größer und teurer.“

    Derzeit verfügt die russische Marine über fünf Bujan-M-Korvetten: Drei im Kaspischen Meer, zwei in der Ostsee. Weitere vier Schiffe dieses Typs werden gerade für die russische Schwarzmeerflotte gebaut. Bis 2020 will die russische Marine insgesamt sieben neue Bujan-M in Dienst stellen. Diese Pläne sind mehr als realistisch, vergehen doch zwischen der Kiellegung und der Auslieferung dieser Korvetten nicht mehr als drei Jahre.

    Derweil soll bald auch schon der Nachfolger der Bujan-M vom Stapel laufen: Die Karakurt-Klasse. Sie werden ebenfalls mit je acht Kaliber- oder Onyx-Raketen bestückt und ebenso für die Bekämpfung von See- und Bodenzielen ausgelegt sein. Doch die Karakurts werden bei geringerem Gewicht von rund 800 Tonnen hochseetauglicher sein und länger – bis zu 15 Tage – autonom im Einsatz bleiben können.

    Der Rumpf der neuen Korvetten wird über Tarnkappeneigenschaften verfügen. So werden die russischen Schiffe bei ihren ohnehin geringen Abmessungen selbst für die modernsten Anti-Schiffs-Raketen des Westens zu einem schwerauffindbaren Ziel.

    Tags:
    Gefahr, Lob, General, Korvetten, Kalibr-Rakete, Bujan-M, Terrormiliz Daesh, Bundeswehr, Kaspische Flotille, Syrien, Russland
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