07:20 08 Dezember 2019
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    MiG-31 auf einem Militärflugplatz (Archivbild)

    Von wegen nutzlos: Sowjet-Waffe gegen künftige Luftraum-Gefahren

    © Sputnik / Witalij Ankow
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    Russland macht sich auf künftige Gefahren aus dem Luftraum gefasst. Auch der vor Jahrzehnten entwickelte MiG-31-Kampfjet kommt dabei zum Einsatz – und stellt seine Effizienz überzeugend unter Beweis. Dazu noch soll er bald modernisiert werden.

    Der TV-Sender Swesda bezieht sich in seiner Onlineausgabe auf den jüngsten MiG-31-Testeinsatz, bei dem ein Marschflugkörper abgeschossen wurde, der dreimal so schnell wie der Schall flog:

    „Mit dieser oder mit einer noch höheren Geschwindigkeit sollen perspektivische US-Raketen im Sinne des Projekts Prompt Global Strike fliegen, welches den USA voraussichtlich ermöglicht, innerhalb von 60 Minuten gezielte Schläge in einer beliebigen Region der Welt zu verüben. Dass ein dermaßen schnelles und schwer aufspürbares Ziel nun abgefangen wurde, ist ein Beleg für Russlands Fähigkeit, solche Attacken abzuwehren – selbst mit Hilfe eines Kampfjets, der in den 1970er Jahren entwickelt worden war.“

    Wie der Sender betont, sind die Parameter der MiG-31 (Nato-Codename: Foxhound) bis heute sehr beeindruckend: Der 50 Tonnen schwere Abfangjäger kann eine Geschwindigkeit von 3.000 km/h erreichen und in 25.000 Meter Höhe steigen. Die Maschine wurde 1981 in Dienst gestellt, ihre Produktion 1994 beendet. Derzeit stehen rund 250 Kampfjets dieses Typs den russischen Streitkräften zur Verfügung.

    Der Sender kommentiert weiter: „Zwar ist der MiG-31-Kampfjet den meisten modernen Jagdflugzeugen in Sachen Wendigkeit unterlegen, doch die Reichweite seiner Radaranlage und Raketen sowie die Fähigkeit, mehrere Ziele zugleich unter Beschuss zu nehmen, ermöglicht ihm, eine Annäherung an den Gegner zu vermeiden. Sein Operationsradius beträgt 700 bis 1.500 Kilometer – je nach Nutzlast und Fluggeschwindigkeit. Insgesamt kann die Maschine bis zu neun Tonnen Nutzlast tragen. Eine Gruppe aus vier solchen Flugzeugen ist in der Lage, einen bis zu 1.000 Kilometer langen Luftraum-Abschnitt abzudecken.“

    Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow mitteilte, soll die MiG-31 demnächst modernisiert werden. Nach Angaben von Luftwaffenchef Viktor Bondarew könnte die modernisierte Maschine mindestens bis 2028 in Dienst bleiben. Der Kampfjet soll, wie der Sender weiter berichtet, ein neues Waffenleitsystem bekommen: Dieses ermöglicht ihm voraussichtlich, Ziele in 400 Kilometer Entfernung aufzuspüren und in 300 Kilometer Entfernung abzuschießen. Außerdem soll die modernisierte MiG-31-Version in der Lage sein, bodengestützte Ziele mit Präzisionswaffen anzugreifen.

    Der russische Militärexperte Dmitri Drosdenko sagte gegenüber Sputnik: „Zu dem Zeitpunkt, wenn die Betriebsdauer der modernisierten Version zu Ende sein wird (jedes Erzeugnis hat ja seine Grenzen), soll bereits ein neues Flugzeug auf moderneren Grundlagen zustande kommen. Dieses wird wahrscheinlich schon praktisch ins Weltall fliegen und möglicherweise Hyperschall-Optionen nutzen.“

    „Die MiG-Flugzeuge dienen nicht zum Angriff, sondern zur Verteidigung. Ihre Aufgabe besteht darin, unseren Luftraum vor gegnerischen Kampfjets und Marschflugkörpern zu schützen. Für unser Land ist dies natürlich wichtig. Denn wir haben eine sehr lange Luftgrenze – es wäre praktisch unrealistisch, sie etwa mit S-300- und S-400-Luftabwehrsystemen komplett abzudecken. Deshalb kommt unsere Luftwaffe voran. Wir haben die Leistungen der vergangenen Jahre beibehalten und bewegen uns in die Zukunft fort“, so Drosdenko.

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    Tags:
    Abfang, Kampfjet, Luftabwehr, Modernisierung, S-400, MiG-31, S-300, Sowjetunion, Russland