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    Russisches Schulflugzeug SR-10 während der Luftfahrtmesse MAKS 2017

    „Junger Steinadler“ mit negativer Pfeilung soll Russlands Luftwaffe helfen

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    Ein neues Schulflugzeug für angehende Kampfpiloten soll in Russland gebaut werden. Sein besonderes Merkmal ist negative Pfeilung. Mit den Vorteilen der SR-10 beschäftigt sich der russische TV-Sender Swesda.

    Wie der Sender in seiner Onlineausgabe berichtet, wurde die SR-10 vom privaten russischen Konstruktionsbüro SAT entwickelt, das zuvor Schulflugzeuge des Typs L-39 Albatros aus tschechoslowakischer Produktion in Russland repariert und modernisiert hatte.

    Die L-39 wird nicht mehr gebaut. Deshalb soll sie nun eben von der SR-10 in militärischen Flugschulen Russlands abgelöst werden. Mindestens 150 L-39-Maschinen will das Verteidigungsministerium nach Angaben des Senders durch die Neuentwicklung ersetzen.

    Ebenso wie die L-39 hat die SR-10 eine vereinfachte Konstruktion und möglichst wenig Bordausrüstungen. Ein Unterschied fällt jedoch gleich auf: Das russische Flugzeug hat negativ gepfeilte Tragflächen.

    Damit ähnelt die SR-10 äußerlich dem Su-47-Kampfjet (bekannt auch als „Berkut“, dt. „Steinadler“). Dieser war vom Hersteller Suchoi in den 1990er Jahren entwickelt worden, ging aber nie in Serie. 

    Der Sender listet manche Trümpfe der negativen Pfeilung auf. Dazu zählt etwa eine ausgezeichnete Aerodynamik – selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten. Auch die Auftriebskraft ist größer im Vergleich zu Maschinen mit klassischen Tragflächen. Dazu noch gibt es bessere Parameter in Sachen Steuerung bei Start und Landung.

    „Dank ihres innovativen aerodynamischen Konzepts wurde die SR-10 faktisch zu einer verkleinerten Kopie der Su-47 mit vergleichbaren Flugzeugsteuerungs-Möglichkeiten. Deswegen wurde ihr sogar der Spitzname ‚junger Steinadler‘ verpasst – in Analogie zu der stärkeren und älteren Maschine“, kommentiert der Sender.

    Die SR-10 wurde bei der jüngsten Luftfahrtmesse MAKS 2017 demonstriert. Sie soll im russischen Smolensk gebaut werden. Wie der Chef des dortigen Flugzeugbauwerks, Sergej Nikolski, mitteilte, werden die Produktionskapazitäten derzeit modernisiert, um sich auf die Herstellung der neuen Maschine vorzubereiten.

    Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin sagte dem Sender: „Die SR-10 soll der russischen Luftwaffe ermöglichen, eine Drei-Stufen-Pilotenausbildung umzusetzen. In der Anfangsphase sollen die Flugschüler mit Kolbenflugzeugen des Typs Jak-152 des Herstellers Irkut für Start und Landung sowie für Orientierung im Luftraum trainieren. Dann sollen sie auf SR-10-Strahlflugzeuge umsteigen – und erst danach auf Trainings- und Kampfflugzeuge Jak-130.“

    Derzeit erfolgt das Training laut Kosjulin eben mit zweistrahligen Jak-130-Jets – dies ist ziemlich kompliziert und deutlich teurer im Vergleich zu Jak-152 oder SR-10.

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    Tags:
    Trainingsflugzeug, SR-10, Jak-152, Jak-130, Russland