17:20 20 November 2018
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    Bisher der einzige russische Flugzeugträger Admiral Kusnezow (Archivbild)

    „Schwimmendes Hmeimim“: Modernste Waffen für Russlands atomgetriebenen „Seesturm“

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    Seinen neuen Flugzeugträger, der jetzt konzipiert wird, will Russland schwer bewaffnen. Er soll nicht nur modernste Kampfjets und Hubschrauber mitführen, sondern auch fähig sein, sich selbst vor einem Luftangriff zu schützen. Die Wochenzeitung „Swesda“ nimmt das Projekt 23000 Schtorm (dt. „Seesturm“) unter die Lupe.

    Die Zeitung vergleicht den geplanten Flugzeugträger von seinen Funktionen her mit einer Luftwaffenbasis. Dies sei „eine Art Hmeimim“ auf See, hieß es im Hinblick auf den syrischen Flugplatz, den die russische Luftwaffe nutzt.

    Wie das Blatt feststellt, soll der „Seesturm“ dem jetzt zur Verfügung stehenden Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ deutlich überlegen sein – sowohl von seinen Abmessungen her als auch in Sachen Kampf-Möglichkeiten. 

    „Ein äußerst wichtiger Unterschied besteht darin, dass das neue Schiff einen Atomantrieb bekommen soll. Dies ermöglicht ihm voraussichtlich eine praktisch unbegrenzte Autonomie bei seinen Weiterfahrten auf See. Im Gegensatz zur ‚Kusnezow‘ mit deren 52 Kampfjets/Hubschraubern soll das neue Kriegsschiff 80 bis 90 moderne Maschinen mitführen – mehr als Russland derzeit in Syrien hat“, schreibt das Blatt.

    Wie es hieß, sollen die mitgeführten Flugzeuge in der Lage sein, eines nach dem anderen zu starten. Für diese Zwecke soll das Schiff vier Startvorrichtungen haben – zwei Schanzen und zwei Katapulte.

    Wahrscheinlich kommen dabei modernste Maschinen nach Angaben des Blattes zum Einsatz, darunter die schiffsgestützte Version der T-50, die MiG-29K und die MiG-29KUB, aber auch der Mehrzweck-Hubschrauber Ka-27. Um Ziele an Land anzugreifen, könnten auch Ka-52K-Hubschrauber an Bord genommen werden. Nicht auszuschließen ist auch die Präsenz eines Radarflugzeugs. Insgesamt soll der Flugzeugträger 3.000 Marschflugkörper und Bomben für seine Maschinen transportieren.

    Flugabwehrsysteme des Typs S-500 mit einer Reichweite von bis zu 800 Kilometern sollen den Flugzeugträger schützen – sie sind dem Bericht zufolge in der Lage, auch extrem schnelle aerodynamische und ballistische Ziele abzuschießen. Dazu noch bekommt das Schiff  ein modernstes Torpedoabwehrsystem, ein aktives Phased-Array-Radar und neuartige Instrumente der elektronischen Kampfführung.

    Wie das Blatt unter Berufung auf den stellvertretenden Verteidigungsminister Juri Borissow berichtet, soll der Vertrag zum Bau des Flugzeugträgers bis Ende 2025 unterzeichnet werden. Derzeit werden technische Unterlagen vorbereitet und die bestehenden Produktionskapazitäten analysiert.

    Generell kommentiert die Zeitung, es werde seit der Sowjetzeit gestritten, ob das Land eine Flugzeugträger-Flotte bauen soll. Das wichtigste Gegenargument bestehe darin, dass ein solches Schiff immens teuer sei und eine Begleitung brauche – mehrere Fregatten oder Korvetten sowie mindestens ein U-Boot. Dafür sei ein Flugzeugträger mobil und könne nach dem Einsatz das jeweilige Konfliktgebiet verlassen.

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    Tags:
    Entwicklung, Flugzeugträger, Flugzeugträger Admiral Kusnezow, Luftabwehr-Raketensystem S-500, Ka-27, MiG-29K, Russland