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    Ein der neusten russischen Kampfjets MiG-35 bei Demonstrationsflug (Archivbild)

    Prognostizierte Zäsur: Kampfjet der 6. Generation – was er bekommt und einbüßt

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    Während Russland seinen Kampfjet der 5. Generation testet, schweben bereits stärkere Maschinen russischen Militärexperten vor. Ihre Vorteile wären insbesondere extreme Geschwindigkeit, künstliche Intelligenz für unbemannte Flüge sowie drastisch erhöhte Datenverarbeitung. Der TV-Sender Swesda geht ins Detail.

    Der Sender stellt in seiner Onlineausgabe fest, die Entwicklung eines Jagdflugzeugs der 6. Generation setze einen „kombinierten“ Ansatz voraus. In Betracht komme die parallele Entstehung einer bemannten und einer unbemannten Version. Die elektronische Bordausrüstung für diese beiden Versionen solle unterschiedlich sein – ebenso wie die Bewaffnung.

    „Die Drohnen werden dabei offensichtlich bevorzugt. Ein ‚elektronisches Gehirn‘ wird ja bei kritischen Beschleunigungsbelastungen und Geschwindigkeiten nicht ohnmächtig. Die Effizienz könnte also viel höher sein im Vergleich zu einem bemannten Flugzeug“, so der Kommentar.

    Die Geschwindigkeiten bei Maschinen der 6. Generation sollen sich übrigens dem Bericht zufolge der Mach-5-Marke nähern. 

    Wie der russische Militärexperte Viktor Murachowski dem Sender sagte, könnte ein solcher Kampfjet auch „optional bemannt“ sein: „Standardisierte und spezifische Aufgaben werden dann jeweils im unbemannten und im bemannten Modus erfüllt.“

    Wie der Sender betont, soll der Einsatz unbemannter Jagdflugzeuge die aktuellen Ansätze in Sachen Luftkampf revolutionieren: „Sobald Kampfjets der 6. Generation zustande kommen, wird der Luftnahkampf laut Experten bei noch höheren Geschwindigkeiten und enormen Anstellwinkeln stattfinden. Man könnte auf die Bordkanone verzichten, weil sie sich erübrigen wird.“

    Nach Angaben des Senders wären auch neue Lösungen in Sachen Soft- und Hardware zu erwarten – der Bordcomputer wird im Vergleich zur 4. und 5. Generation tausendmal mehr Daten verarbeiten müssen.

    Mathematiker Andrej Gordejew prognostizierte:

    „Was die Hardware betrifft, werden superleistungsstarke Quantenrechner gegen 2030 bis 2035 wahrscheinlich in der Lage sein, solche Aufgaben zu lösen. Sie werden zweifelsohne auch im Hinblick auf eine militärische Anwendung entwickelt.“

    Ein weiteres Merkmal der 6. Generation soll ein relativ autonomer unbemannter Einsatz sein. Der russische Militärexperte Wassili Kaschin erläuterte: „Das Flugzeug soll dabei nicht ferngesteuert werden wie die meisten gegenwärtigen Drohnen, sondern eben autonom, unter Anwendung einer künstlichen Intelligenz.“

    Derzeit wird der neuentwickelte Kampfjet T-50 in Russland getestet, der zur 5. Generation zählt. Er soll ab 2018 serienmäßig an die Streitkräfte geliefert werden, die der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow zuvor mitgeteilt hatte.

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    Prognose, Entwicklung, Jagdflugzeug, T-50-Kampfjet, PAK DA, TV-Sender Swesda, Russland