16:21 29 Oktober 2020
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    Russische Atom-U-Boote des Projekts Jassen werden ständig modernisiert – selbst während des Baus. Das siebente davon – die „Uljanowsk“ – ist in diesem Sinne keine Ausnahme. Der TV-Sender Swesda geht auf das Thema ein.

    Wie der Sender in seiner Onlineausgabe berichtet, unterscheidet sich die soeben in Sewerodwinsk auf Kiel gelegte „Uljanowsk“ äußerlich kaum von ihren „Zwillingen“ im Rahmen des Projekts, hat aber bessere Parameter: „Das wird eigentlich ein völlig neues U-Boot sein, das alles Beste von den bisherigen Projekten aufgesammelt hat.“

    Marinesprecher Igor Dygalo erläuterte: „In unserer Kriegsflotte kann man keine völlig identischen Schiffe finden – und erst recht keine identischen Atom-U-Boote (…) Änderungen werden noch während der Entwicklungs- und Montagearbeiten vorgenommen – sowohl in Bezug auf die Konstruktion als auch in Sachen Waffen und Fahreigenschaften. Ein Atom-U-Boot bei der Kiellegung ist immer anders als es selbst beim Stapellauf. Neue Technologien werden je nach ihrer Erfindung verwendet.“

    Was konkret an der „Uljanowsk“ neu ist, wird nicht öffentlich mitgeteilt. Selbst die Konstruktion der Antriebsschraube wird geheim gehalten. Nach Angaben des Senders ist das neue Atom-U-Boot fähig, eine Geschwindigkeit von 31 Knoten unter Wasser zu erreichen.

    Nur wenige Parameter sind publik. Die Wasserverdrängung beträgt 13.800 Tonnen, die maximale Tauchtiefe 600 Meter. Zur Verfügung stehen Minen, Torpedos sowie Marschflugkörper des Typs Kalibr und Onyx. Ein U-Boot dieses Projekts kann, so der Bericht, 100 Tage lang unter Wasser bleiben, ohne aufzutauchen, und lässt sich dabei von den gegnerischen Radaren kaum aufspüren.

    „Das ist eine Art ‚Kastenteufel‘, der in der Lage ist, in jedem Gebiet des Weltmeeres überraschend zu erscheinen und see- bzw. landgestützte Anlagen anzugreifen. Nicht zufällig wird er bereits als ‚Geheimjäger‘ der russischen U-Boot-Flotte inoffiziell bezeichnet“, kommentiert der Sender im Hinblick auf das Jassen-Projekt.

    Wie er weiter berichtet, ist die Besatzung nur 64 Mann stark – rund halb so viel wie im Durchschnitt bei russischen U-Booten. An Bord gibt es unter anderem eine Sauna, eine Bibliothek, eine Sporthalle und sogar, wie seltsam es auch erscheinen mag, ein Aquarienglas, das auch zur psychologischen Entspannung dient.

    Die Atom-U-Boote dieses Projekts sind laut Dygalo zukunftsträchtig für die ganze russische U-Boot-Flotte: „Sie sind ihrer Zeit voraus und werden noch jahrzehntelang modern sein.“

    Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, dass insgesamt sieben Atom-U-Boote im Rahmen des Jassen-Projekts entstehen sollen. Die „Uljanowsk“ ist eben das siebente davon  – und das sechste mit dem präzisierenden Codenamen Jassen-M. Doch mittlerweile schließen Marinefachleute dem Bericht zufolge nicht aus, dass auch weitere Aufträge kommen.

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    Tags:
    Atom-U-Boote, Modernisierung, Onyx-Raketen, Jassen (U-Boot), Kalibr-Rakete, Igor Dygalo, Russland