18:38 15 Dezember 2017
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    SolarGaps: Ein Ukrainer stellt Tesla-Chef Elon Musk in den Schatten

    © Foto: SolarGaps
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    Eigenheimbesitzer stehen Schlange für Teslas Solardach „Solar Roof“. In Mehrfamilienhäusern oder Wohnblocks machen diese Hightech-Dachziegel aber wenig Sinn. Ein Startup aus der Ukraine hat sich jetzt ausgedacht, wie man auch ohne das passende Dach Strom sparen kann. Die russische Zeitung „RBC“ berichtet.

    Eigentlich wollte Jewgeni Erik nicht seine Wohnung, sondern sein Landhaus vom Stromnetz unabhängig machen. Die Preise für die marktüblichen Photovoltaikanlagen begannen aber bei 20.000 Dollar.

    So kam Jewgeni auf seine Idee – eine Erfindung, die das Sonnenlicht nicht nur in Strom umwandelt, sondern zugleich auch noch davor schützt: Er baute Mini-Solarzellen in die Lamellen von Jalousien ein. Jetzt vermarktet der gebürtige Ukrainer sie über sein Startup SolarGaps.

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    Die Leistung dieser „Gardinen“ beträgt 150 Watt pro Quadratmeter. In einer Wohnung mit drei Süd-Fenstern kommen an einem Tag vis zu vier Kilowatt zusammen – genug, um einen 42-Zoll-Flachbildfernseher zu versorgen.

    „Montiert wird das System von außen. Dafür braucht man circa 30 Minuten“, sagt Jewgeni. „Und das Wichtigste für uns war es, ein Gerät zu entwickeln, das wirklich jeder bedienen kann.“ Die Kosten der Photovoltaik-Jalousien variieren je nach Größe der Fenster zwischen wenige hundert bis 2000 US-Dollar.

    Bedient werden die Jalousien über eine Fernbedienung oder eine Smartphone-App. Die Solarzellen können mittels eines Elektromotors in den Lamellen der Sonne nach ausgerichtet werden: Mehr Lichtintensität führt zu höherem Wirkungsgrad.

    Besonders effektiv seien die Jalousien bei Bürogebäuden, sagt der SolarGaps-Gründer. Einer seiner Kunden aus der ukrainischen Hauptstadt habe mit seiner Erfindung bis zu 70 Prozent der Stromkosten eingespart.

    Das Startkapital für die Serienplattform hat der Jungunternehmer von einem ukrainischen Risikoinvestor und über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingeworben. Vor einigen Jahren wäre es unmöglich gewesen, eine solche Erfindung so schnell bis zur Serienreife zu bringen – die Technologie war einfach zu teuer.

    Die Solarjalousien verkauft SolarGaps übrigens nicht nur in warme, sonnige Länder. „Wir haben auch Kunden in Kanada, Skandinavien und den GUS-Ländern“, sagt Jewgeni.

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    Tags:
    Technologien, Hightech, Start-up, Elon Musk, Ukraine, USA
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