11:08 19 September 2018
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    US-Militärhubschrauber S-97 Raider (Archivbild)

    „Globales Experiment“ stolpert vorerst: Schnell-Heli der USA – ein Blick aus Russland

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    Die Konstruktion des zu testenden US-Militärhubschraubers S-97 Raider soll ihn superschnell machen. Der Helikopter hat einen Koaxialrotor – ebenso wie russische Maschinen des Herstellers Kamow. Doch das Testprogramm ist vorerst nicht allzu erfolgreich. Warum? Der TV-Sender Swesda befragte russische Experten.

    Wie der Sender berichtet, wird vom „Raider“ des Herstellers Sikorsky eine Geschwindigkeit von mehr als 400 km/h erhofft. Doch das Testprogramm läuft nicht gerade reibungslos – der jüngste Testflug in Florida endete mit einer harten Landung.

    Ebenso wie russische Hubschrauber des Herstellers Kamow hat die neue US-Maschine einen Koaxialrotor. Die zusätzliche Geschwindigkeit soll durch einen Schubpropeller am Heck ermöglicht werden.

    Weniamin Kasjanikow, einst stellvertretender Chefkonstrukteur von Kamow, sagte dem Sender: „Die Vorteile der Hubschrauber mit einem Koaxialrotor sind offensichtlich und haben sich im Laufe der Zeit bewährt. Es gab viele Diskussionen in der wissenschaftlichen Welt, doch die Praxis zeigte, dass der Koaxialrotor existenzberechtigt ist. Die Palette enthält inzwischen Maschinen wie Ka-26, Ka-50, Ka-52.“

    „Ausgerechnet Koaxial-Maschinen sind zu einer Verbesserung ihrer wichtigsten Parameter fähig – darunter auch in Bezug auf die Geschwindigkeit. Mit seinen beiden gegenläufig drehenden Hauptrotoren hat ein solcher Hubschrauber ein freies Heck, was eben die Verwendung eines zusätzlichen Schubpropellers ermöglicht. Die Idee ist nicht neu. Es gibt auch russische Entwicklungen von dieser Art – wie beispielsweise das experimentelle Modell Ka-92, das gerade eine höhere Geschwindigkeit anstrebt“, so Kasjanikow.

    „Die wichtigste Besonderheit der russischen Kamow-Hubschrauber besteht aber eher in ihrer Einsatzfähigkeit und Wendigkeit. Dies hat den Maschinen dieser Marke Anerkennung und Bekanntheit weltweit ermöglicht“, betonte Kasjanikow.

    Alle Hubschrauber (sowohl in Russland als auch im Ausland), die eine Geschwindigkeit von mehr als 300 km/h erreichen, haben allerdings dem Bericht zufolge einen wesentlichen Nachteil: Sie verlieren an Reichweite im Verhältnis zu den bewährten Modellen. 

    Der russische Militärexperte Ruslan Puchow kommentierte: „„In Sachen Geschwindigkeit gibt es bestimmte Kriterien sowohl für Panzer als auch für Hubschrauber. Zusätzliche zehn oder zwanzig Stundenkilometer sind natürlich von Bedeutung und können in einem realen Kampf entscheidend sein. Ein Panzer, der durch ein unwegsames Gelände mit mehr als 100 km/h rast, oder ein überschallschneller Hubschrauber wären aber schwer vorstellbar. Das ist eine Utopie.“

    „Es gibt gewisse Grenzen. In diesem konkreten Fall haben die Amerikaner, wie gewohnt, die Entwicklung einer supermodernen Waffe anvisiert. Wie es mir scheint, geht es um ein globales Experiment, das dabei helfen soll, grundsätzlich neue Militärtechnik auf Basis neuer Schnell-Hubschrauber zu entwickeln. Eine Umsetzung dieser Pläne ist aber noch sehr weit entfernt“, so Puchow.

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    Tags:
    Vergleich, Kampfhubschrauber, Ka-62, Ka-50, Ka-52, Kamow, Sikorsky Aircraft Corporation, TV-Sender Swesda, USA, Russland