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    Flammenwerfersystem TOS-1A „Solnzepjok“

    Tödliche Tänzerinnen und wachsame Küken: Überraschungen bei russischen Waffennamen

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    Die Palette offizieller und inoffizieller Bezeichnungen sowjetischer und russischer Waffensysteme reicht von Blumen- und Flussnamen bis hin zu verheerenden Naturereignissen. Manchmal wirken die Waffennamen dabei unlogisch und sogar erschreckend poetisch. Die Agentur RIA Novosti bietet einen kurzen Überblick.

    Jedes Waffensystem in Russland – sei es eine Pistole oder ein Kampfjet – erhält einen offiziellen Codenamen, der aus Buchstaben und meistens auch aus Ziffern besteht. Er kann Hinweise auf den Waffentyp und den Namen des Konstruktionsbüros enthalten, aber auch auf das Baujahr, die Projektnummer und so weiter. Einen weiteren Codenamen bekommt die Waffe von jener Verwaltung des Verteidigungsministeriums, die als Auftraggeber auftritt.

    Doch im militärischen Alltag werden gewöhnlich „Spitznamen“ genutzt. Diese können sowohl offiziell als auch inoffiziell sein und stammen entweder vom Hersteller oder von den Militärs, die die Waffe unmittelbar einsetzen.

    Die russische selbstfahrende Kanone Akazija (Akazie)
    © Sputnik / Uljana Solowjewa
    Die russische selbstfahrende Kanone "Akazija" (Akazie)

    Bei manchen offiziellen Spitznamen lässt sich ein leicht zu entdeckendes, aber ziemlich merkwürdiges System verfolgen. Ein Beispiel dafür ist etwa die „blumige“ Serie selbstfahrender Kanonen, Haubitzen und Mörser: Wassiljok (dt. Roggenblume), Gwosdika (Nelke), Akazija (Akazie), Pion (Pfingstrose), Tjulpan (Tulpe). Mehrfachraketenwerfer bekommen traditionell Bezeichnungen in Anlehnung an verwüstende Naturerscheinungen: Grad (Hagel), Uragan (Orkan), Smertsch (Wirbelsturm), Tornado.

    Auch Flussnamen sind bei den Waffenherstellern beliebt. Es gibt Luftabwehrsysteme Schilka, Tunguska, Dwina, Newa, Petschora und Angara, aber auch Artilleriesysteme Msta, Chosta, Kama und weitere.

    Kampfhubschrauber Mi-28N
    © Sputnik / Kirill Kallinikow
    Kampfhubschrauber Mi-28N

    Viele Waffensysteme bekommen Spitznahmen im Hinblick auf ihre „individuellen Besonderheiten“ und Kapazitäten. Russlands schwerste ballistische Interkontinentalrakete R-36M2 heißt Wojewoda (Feldherr). Der Kampfhubschrauber Mi-28 Nachtjäger ist eben für Nachteinsätze gut geeignet. Der Torpedo Schkwal (Sturmbö) ist in seiner Klasse der schnellste. Die Reaktivpanzerung Kontakt kommt entsprechend ihrem Namen zum Einsatz, wenn ein gegnerisches Projektil sie trifft. In einem Tarnanzug des Typs Leschij (Waldschrat) ähnelt ein Scharfschütze tatsächlich einem Fabelwesen.

    Bei manchen Waffensystemen muss der Name aber nicht gerade logisch sein. Im Rahmen des Projekts Gepard werden beispielsweise Wachschiffe gebaut. Zwar sind sie dank ihrer Marschflugkörper und weiterer Waffen wirklich stark und gefährlich, doch es ist auch nicht zu vergessen, dass Katzen eigentlich kein Wasser mögen.

    Spektakulär und erschreckend lyrisch sind Bezeichnungen mancher Munition. Ein Aerosol-Sprengsatz für Raketenwerfer-Projektile und ein 122-mm-Raketengeschoss heißen jeweils Wolnenije (Gewoge, Aufregung) und Ukraschenije (Schmuck, Verzierung). Zu erwähnen sind auch die luftgestützte Zielzuweisungsstation Fantasmagorija (Phantasmagorie), die 30-mm-Flugzeugkanone Balerinka (kleine Ballerina), die tragbare Radaranlage Aistjonok (Storchenküken) und die sowjetische taktische Atombombe Natascha.

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    Namen, Waffen, 2C4 Tulpan Granatenwerfer, Mi-28, Mehrfachraketenwerfer TOS-1A, Mehrfachraketenwerfer Smertsch, 2S3 Akazija, Russland