10:06 20 Oktober 2018
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    Absterben von Paint, Flash-Player und iPod: Neues folgt

    CC BY-SA 2.0 / Toshiyuki Imai / iPod
    Technik
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    Drei Nachrichten haben in jüngster Zeit die technische Welt erschüttert: Der Abschied von den Programmen Paint und Flash-Player sowie vom iPod in zwei Varianten. Diese vier Begleiter der aktuellen Generationen sind nur noch ein Stück der Technikgeschichte. Was kommt als nächster Schritt? Fliegende Autos oder Zeitreisen?

    Die Frage „Erinnerst du dich an die Zeit, als Du in der Schule bei dem Informatikkurs mit Paint gemalt hast?“ wird bestimmt von der Mehrheit der heute Lebenden bejaht. Es schien, dass solchen Programme wie Paint und Flash-Player zu unserem Leben gehörten und jeder, der etwas auf sich hielt, seine Musik mobil mit einem iPod hörte. Doch das Rad der Zeit dreht sich weiter. Jetzt gelten alle drei als „veraltet“ und werden nicht mehr entwickelt.

    Viva „Paint“!

    Die erste Nachricht kam von der Microsoft Corporation. Sie veröffentlichten eine Liste mit den Programmen, die in der neuen Version von Windows 10 nicht mehr zu finden sind. Die Liste ist ganz lang. Die Nutzer waren wirklich enttäuscht, das Programm „Microsoft Paint“ darunter zu finden. Ein Nutzer kommentierte das online so: „Ich werde Sehnsucht nach Paint haben. Es war so bequem dieses kostenlose Malprogramm anstatt des zu bezahlenden Photoshops zu nutzen“. Microsoft erklärte, dass das Programm „veraltet“ sei. Im April 2017 sei Paint zudem vom Nachfolger Paint 3G ersetzt worden, was die Nutzer aber nicht anerkannten. Nach zahlreichen Diskussionen und unerwartet starker Unterstützung seitens der Nutzer entschied Microsoft-Administration, das Programm nicht völlig zu löschen und zum kostenlosen Download bereitzustellen. Aber die Tatsache bleibt, die Paint-Epoche ist schon zu Ende.

    Im Jahre 1985 erschienen, wurde die Software „Paint“ bei vielen beliebt und aktiv angewendet. Die Arbeit mit der Malsoftware gehörte lange Zeit weltweit zum obligatorischen Schulungsprogramm. 

    Flash-Player sagt „Tschüss“

    Bestimmte Betriebssysteme fragen nach, wenn eine Webseite das Programm „Flash Player“ einsetzen will. Ab dem Jahr 2020 wird das nicht mehr geschehen. 

    Die Firma Adobe erklärte, sie plane angesichts des heutigen Fortschritts das Programm zu beenden. Das geschehe in Zusammenarbeit mit ihren Partnern, einschließlich Apple, Facebook, Google, Microsoft und Mozilla. Ende 2020 werden danach die Aktualisierung und der Vertrieb des „Flash Players“ beendet. Die Nutzer sollen schon heute neue Formate nutzen. Die Nutzer reagierten auf diese Nachricht ganz beschwingt. Einer von ihren reagierte so: „Noch 3 Jahre zu warten? Misst!“

    Seit 1995 war Flash-Player eines der populärsten Programme, um Videos und Grafiken im Internet darzustellen.

    Abschied vom iPod — aber nur zum Teil  

    Der größte Schock kam mit der von Apple verkündeter Nachricht, dass das kalifornische Technologieunternehmen den Verkauf der iPods in den Varianten Nano und Shuffle über seine Webseite einstellt.

    Die iPods standen ganz am Anfang der Apple-Epoche. Diejenigen, die damals einen solchen tragbaren Musikabspieler bekamen, fühlten sich wie die Elite der Gesellschaft. Das war vor ein paar Jahren, nicht wahr? Oder doch nicht? Die erste Version des iPods wurde schon vor elf Jahren aktualisiert. Die Geräte wurden schnell zum Teil des Lifestyles. Heutzutage sind sie nur noch ein Stück der Technikgeschichte. Apple teilte mit, die iPod-Produktfamilie solle vereinfacht werden. Es gebe ab sofort ausschließlich zwei iPod-Touch-Modelle. Der Grund: Im iPod Nano und Shuttle gebe keinen Platz für die Sprachsteuerung Siri.

    Die Nutzermeinungen unterscheiden sich in dem Fall. Einer ist beispielsweise ganz enttäuscht: „Ich hasse, dass iPod Shuffle tot ist. Er war ein Vorbild des Gerätes, das nur eine Funktion hatte, übte sie aber ausgezeichnet aus. Ich glaube, es gibt keine Minimalismus-Unterstützer heute. Schade.“ Ein anderer meinte, der iPod Nano sei für das Sporttreiben absolut bequem gewesen. Er sei viel besser als ein an einen Arm geschnalltes oder in einer Tasche liegendes und immer störendes Handy gewesen. Viele Nutzer sind aber mit der Apple-Entscheidung einverstanden und betonen, dass sie niemanden kennen, die die genannten iPods noch nutzen.

    Die iPod-Geschichte begann im Jahre 2001, als Mitarbeiter Jon Rubinstein Apple-Chef Steve Jobs die Idee zu dem Gerät erzählte. Jobs antwortete ihm mit den berühmten Wörtern „Go for it!” („Mach es!“) und stellte schon am 23. Oktober 2001 den ersten iPod dem Publikum vor.

    Wie geht es weiter?

    Technologie wird wahrlich pausenlos weiter entwickelt und bleibt nicht stehen. Es heißt, ein deutsches Geheimlabor soll das erste Apple-Auto („iCar“) entwickeln. Claudio Müller, Redakteur der Zeitschrift „Chip“ meint, nur wenig sei spannender als zu sehen, wie Apple einen weiteren Markt angreife und welche Revolution damit beginne. Das Unternehmen habe es immer verstanden, bereits existierende Produkte zu perfektionieren, so den PC oder das Smartphone. Deshalb sei klar: Ein normales, langweiliges Auto werde das iCar nicht.

    Windows veröffentlich seine Pläne nicht, aber lenkt immer die Aufmerksamkeit darauf, dass sie unter dem auf der Homepage stehenden Motto arbeiten: „Technologie hat die Macht uns zu vereinigen. Sie begeistert uns. Technologie bringt uns zu den Orten, von denen wir nur geträumt haben. Sie gibt eine Hoffnung zur Hoffnungslosigkeit und eine Stimme zur Stimmlosigkeit“. Mit so einer Motivation gibt es wahrlich viel zu erwarten – oder?

    Kristina Akopova

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