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00:28 20 Oktober 2019
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    Russischer Bodeneffektfahrzeug (Archivbild)

    Russland entwickelt neues Seemonster – Medien

    © AP Photo / Ivan Sekretarev
    Technik
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    Russland plant, die Herstellung sowohl von Lande- als auch von Raketenträger-Bodeneffektfahrzeugen wiederaufzunehmen. Dies berichtet die US-Zeitschrift „Popular Mechanics“ unter Berufung auf Russlands Botschaft in Südafrika.

    Das erste Bodeneffektfahrzeug Tschaika (A-050) soll demnach in den Jahren 2020-2022 fertiggestellt werden. Dies zeugt aus Sicht der Autoren des Artikels vom Wiederaufleben des russischen Militärprogramms von Bodeneffektfahrzeugen sowie gar von der Entwicklung einer neuen Version des legendären „Kaspischen Monsters“, also des Raketenträger-Bodeneffektfahrzeugs der Lun-Klasse (Projekt 903, NATO-Codename Utka). 

    ​Das Hauptmodell, das die russischen Militärs als Grundlage für die neuen Versionen nutzen können, ist das 54 Tonnen schwere Bodeneffektfahrzeug „Tschaika“. Dieses kann gleichermaßen für den Güterverkehr und als kleiner Aufklärer eingesetzt werden. Das Bodeneffektfahrzeug wird vom russischen Unternehmen „Radar MMS“ entwickelt. Dem Konzern zufolge wird der künftige Abnehmer die Exportversion dieses Fahrzeugs mit beliebigen Waffen ausrüsten können, darunter mit Marschflugkörpern vom Typ BrahMos.

    Die russischen Militärs haben bislang allerdings noch kein Interesse an solchen Fahrzeugen gezeigt. Somit bleibt auch die Vermutung über das Wiederaufleben des Programms unbestätigt.

    Die Arbeit an verschiedenen Prototypen von Bodeneffektfahrzeugen, wie dem „Kaspischen Seemonster“ (KM) begann in der Sowjetunion ab den 1960er Jahren und führte in den 1970er Jahren zum ersten Fahrzeug einer geplanten Serie, der Lun-Klasse. Da Bodeneffektfahrzeuge von Radaren aufgrund ihrer besonderen Bauweise und ihres niedrigen Fluges nur schwer erfassbar sind, sollte es die Hauptaufgabe der Lun-Klasse sein, schnelle und flexible Angriffe gegen feindliche Flotten auszuführen. Die Lun-Klasse war zudem als Flugboot geplant. Es wurden zusätzliche Triebwerke installiert, um die Antriebskraft zum Start aufzubringen.

    In den 1970er Jahren wurde ein Fahrzeug der Lun-Klasse, die MD-160, fertiggestellt und getestet. Ab 1987 diente das Modell in der Kaspischen Flottille. In den 1990er Jahren wurde es außer Betrieb gestellt und steht seither auf der Marinewerft von Kaspijsk in Dagestan.

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