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04:38 24 Oktober 2019
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    MiG-31 (Archivbild)

    „Orbitaler Kämpfer“: Was man vom Nachfolger der MiG-31 erwartet

    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
    Technik
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    Die russischen Abfangjäger MiG-31 sind dafür berühmt, dass sie auf bis zu 3.000 km/h beschleunigen und in 25.000 Meter Höhe steigen können. Diese Jets sind einzigartig und haben noch nicht ihresgleichen in der Welt. In den nächsten zehn Jahren werden sie die russischen Luftgrenzen schützen, danach sollen sie von den modernen MiG-41 ersetzt werden.

    Herrscher des Himmels

    Die Frage der Wiederaufnahme der Herstellung von MiG-31 oder der Ausarbeitung eines neuen Abfangjägers wurde 2013 in der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus) erörtert. Die Abgeordneten riefen die Regierung auf, die Herstellung der MiG-31 wiederaufzunehmen und die Nutzungsdauer der schon hergestellten Abfangjäger zu verlängern. Damals sprachen die Abgeordneten über die Nato-Osterweiterung, die Entwicklung des amerikanischen Raketenabwehrsystems und über gewisse Pläne des Westens, „den Weltraum zu militarisieren“. Laut den russischen Parlamentsabgeordneten könnten in dieser Situation nur MiG-31 die russischen Luftgrenzen  sicher schützen.

    Die MiG-31 ist wirklich ein sehr interessantes Flugzeug, obwohl es bereits in den 1970er Jahren entstand. Die Triebwerke bringen diese Maschine mit einer Masse von 40 Tonnen fast auf Überschallgeschwindigkeit. Der Abfangjäger ist mit einer sechsläufigen 23-mm-Bordkanone und mit sechs Aufhängungspunkten für Luft-Luft-Raketen ausgerüstet. Seine maximale Kampflast beträgt neun Tonnen.

    Die modernisierten MiG-31BM finden ihre Ziele aus einer Entfernung von 320 Kilometern auf und können sie mit den Raketen in einer Entfernung von 280 Kilometern erreichen. Eine Gruppe von vier Abfangjägern kann einen Luftraum von bis zu 1.200 Kilometern entlang der Front kontrollieren. Das Flugzeug kann ballistische und Flügelraketen abfangen sowie tieffliegende orbitale Satelliten.

    MiG-31 in der Sokol-Flugzeugfabrik in Nischni Nowgorod
    © Sputnik / Sergei Mamontow
    MiG-31 in der Sokol-Flugzeugfabrik in Nischni Nowgorod

    Die Herstellung der MiG-31 wurde in Russland 1994 eingestellt. Heute verfügt das Land über mehr als 250 MiG-31 verschiedener Modifikationen.

    Der Oberkommandierende der russischen Luft- und Weltraumkräfte, Wiktor Bondarew, hat aber die Idee der Wiederaufnahme der Herstellung der MiG-31 abgelehnt. Laut Bondarew wird es besser sein, Geld in ein neues Projekt zu investieren, anstatt das alte Projekt auszubauen. Es wurde beschlossen, die vorhandenen Abfangjäger zur Version BM zu modernisieren und nach neuen Lösungen zu suchen. Damals begannen die Diskussionen über einen mutmaßlichen Nachfolger der MiG-31 – den Abfangjäger MiG-41.

    Auch im Weltraum

    Die MiG-41 soll keine Modifikation der MiG-31, sondern ein völlig neues Flugzeug sein. Die russischen Luft- und Weltraumkräfte könnten schon Mitte der 2020er Jahre die ersten MiG-41 bekommen. Die MiG-41 soll ein Hyperschalljäger sein (Veranschlagte Fluggeschwindigkeit – 4.500 km/h) und Hyperschall-Raketen tragen. Sie soll auch in der Arktis operieren können und mit der Zeit eventuell in eine unbemannte Maschine umgebaut werden.

    Zuvor hatte MiG-Direktor Ilja Tarassenko in einem Interview für den russischen TV-Sender „Swesda“ erklärt, dank neuen Technologien werde der neue Kampfjet unauffällig sein, höhere Geschwindigkeiten erreichen und einen größeren Einsatzradius haben, aber auch im Weltraum in Aktion treten können.

    Der russische Testpilot Anatolij Kwotschur sagte gegenüber RIA Novosti, die wichtigste Qualitäten eines Abfangjägers seien Geschwindigkeit und Wirkungsdistanz und nicht die Manövrierfähigkeit. Die Abfangjäger der Zukunft können auch für friedliche Zwecke genutzt werden, zum Beispiel für die Beseitigung von Weltraummüll auf erdnahen Umlaufbahnen.

    Russischer Abfangjäger MiG-31
    © Sputnik / Vitali Ankow
    Russischer Abfangjäger MiG-31

    Es sei zu bemerken, die wichtigsten Aufgaben der Abfangjäger sind nicht nur die Vernichtung der Aufklärungs- und Bombenflugzeuge eines Gegners, sondern auch die Suche nach ballistischen und Flügelraketen sowie deren Vernichtung. Die MiG-31 hatten ihre Wirksamkeit in diesem Bereich schon bewiesen: im Juli hatten MiG-31 im Rahmen einer Übung eine Rakete, die mit dreifacher Überschallgeschwindigkeit flog, mit Luft-Luft-Raketen in einer Höhe von mehr als 12.000 Metern vernichtet.

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    Tags:
    Flugtechnik, Flugzeugbau, Herstellung, Flugzeug, MiG-41, MiG-31, MiG, Russland