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01:08 20 September 2019
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    Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ (Archivbild)

    „Admiral Kusnezow“: Was der russische Flugzeugträger nach dem Umbau kann

    Verteidigungsministerium Großbritanniens
    Technik
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    Der einzige russische Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ wird nächstes Jahr umgebaut. Das größte Schiff der Marine wird 30 Jahre alt und einige Elemente müssen ersetzt werden. Danach wird es 2020/2021 wieder in die Bewaffnung aufgenommen, um voraussichtlich weitere 20 Jahre im Betrieb zu bleiben, bis die russische Flotte neue Flugzeugträger bekommt.

    Kessel und Raketen

    Zum letzten Mal hatte die „Admiral Kusnezow“ zwischen November 2016 und Februar 2017 die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich gezogen, als sie an einem Einsatz der russischen Marine vor der syrischen Küste teilnahm. Besonders lustig fanden westliche Medien den schwarzen Qualm aus den Schiffsröhren. Sie nannten das Schiff „schrottreif“ und warnten, es könnte noch am Weg nach Syrien untergehen.

    Die Russen mussten die „Admiral Kusnezow“ verteidigen. Der frühere Befehlshaber der Nordflotte, Admiral Wjatscheslaw Popow, teilte beispielsweise mit, dass „nur Dilettanten nicht wissen, dass Triebwerke, die Heizöl als Brennstoff nutzen, immer viel Qualm machen“. Trotz des Sarkasmus seitens westlicher Vertreter erreichte der Flugzeugträger die syrische Küste und kehrte ein paar Monate später in seinen Heimathafen zurück.

    Der schwarze Rauch spielte für die Eigenschaften der „Admiral Kusnezow“ keine Rolle, aber es wurde bekannt, dass während der bevorstehenden Reparatur vier der acht Kessel seines Triebwerkes ersetzt werden. Außerdem wird das Schiff voraussichtlich mit neuesten Kommunikations- und Navigationsanlagen, Kampfführungssystemen und funkelektronischen Kampfmitteln ausgerüstet. Zudem sollen die Besatzungsmitglieder automatisierte Arbeitsplätze, darunter Videokommunikationsmittel, bekommen.

    Wie der Leiter der Vereinten Schiffbaukorporation (russ. Abk.: OSK), Alexej Rachmanow, Anfang dieses Jahres mitgeteilt hatte, wird die „Admiral Kusnezow“ während der Reparatur mit anderen Waffen ausgerüstet werden. Möglicherweise meinte er dabei den Ersatz von Anti-Schiffs-Raketen „Granit“, die noch 1983 in die Bewaffnung eingeführt worden waren, durch modernere Raketen wie beispielsweise das „Kalibr“-Modell. Dafür müssten jedoch die Raketenstartschachten an Bord umgebaut werden, weil die „Granit“- und „Kalibr“-Raketen unterschiedlich groß sind. Dafür aber soll die „Admiral Kusnezow“ auch weiterhin Su-33- und MiG-29K-Kampfjets an Bord empfangen.

    Dennoch glauben nicht alle Experten, dass der Flugzeugträger Anti-Schiffs-Waffen braucht. Wenn man die aktuellen Gegebenheiten bedenkt, muss man feststellen, dass er vor allem zu Defensiv- und nicht zu Offensivzwecken eingesetzt werden müsste.

    „Im Rahmen der Modernisierung sollten meines Erachtens die Offensivwaffen demontiert werden, was auch die Chinesen mit ihren ersten Flugzeugträgern gemacht haben“, sagte der Militärexperte und Chefredakteur des russischen Fachmagazins „Arsenal Otetschestwa“ („Arsenal des Vaterlandes“), Viktor Murachowski. „Und dadurch könnte das Schiff größere Brennstoff- und Munitionsvorräte an Bord nehmen.“

    Nicht auszuschließen ist aber, dass OSK-Chef Rachmanow die Modernisierung der Flak-Systeme der „Admiral Kusnezow“ meinte. Aktuell verfügt das Schiff über vier Startanlagen „Kinschal“ und acht „Kortik“-Startanlagen. Inzwischen wurde aber eine für die Marine entwickelte Version des Flak-Komplexes „Panzyr-S“, nämlich „Panzyr-M“, entwickelt.

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    Tags:
    Modernisierung, Umbau, Panzyr-S, Kalibr-Rakete, Su-33, MiG-29K, Flugzeugträger Admiral Kusnezow, Russlands Streitkräfte, Russland