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12:57 18 Oktober 2019
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    Soldat der russischen Armee trägt die Gefechtsausrüstung Ratnik (Archivbild)

    Systemsoldat mit Zukunft: Ratnik-2 hält Feuerstoß aus nächster Nähe stand

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
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    Kaum dass sich die Gefechtsausrüstung der russischen Infanterie Ratnik-2 in Syrien bewährt hat, sprechen Experten über deren Nachfolger. Das Konzept von Ratnik-3 soll Ende dieses Jahres stehen. Das haben Experten auf der Rüstungsmesse Army-2017 in Moskau geäußert. Die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ stellt die künftige Hightech-Montur vor.

    Die künftige Kampfmontur der Russen soll die hervorragenden Parameter des Vorgängers erben und die Einsatzmöglichkeiten der Infanteristen erweitern.

    Während des dreijährigen Einsatzes von Ratnik-2 sei kein einziger Durchschuss dieser Montur registriert worden, sagt Oleg Faustow, Chef-Entwickler beim Ratnik-Hersteller.

    „Die Schutzausstattung hält dem zehnfachen Treffer mit panzerbrechender Munition aus einem Scharfschützengewehr aus zehn Metern Entfernung stand“, so der Ingenieur. „Die Rückseite der Schutzplatte bleibt dabei glatt, frei von jeder Verformung.“

    Das heißt: Ein Soldat mit einer solchen Schutzweste ist vor Stoßverletzungen geschützt und bleibt kampffähig. Auch den Beschuss aus einem Maschinengewehr hält Ratnik "garantiert aus", so Faustow.

    Außerdem bietet das heutige Ratnik-System beachtenswerten Tragekomfort – bei all der starken Panzerung. Ratnik-2 ist 30 Kilogramm leichter als der US-amerikanische Land Warrior; im Vergleich zum deutschen IdZ bringt Rantik 32 Kilogramm weniger auf die Waage. Russische Infanteristen, die auf einer Aufklärungsmission bis zu 20 Kilometer mit dem Ratnik-2 zurücklegten, lobten dessen Leichtigkeit und Komfort: Der Helm schütze ebenso gut vor Splittern wie die schwereren Pendants, die Schutz- und Trageausstattung entspreche stets den klimatischen Gegebenheiten, die Schuhe seien atmungsaktiv.

    Das Wichtigste am Ratnik ist aber natürlich die Schutzweste. Deren Panzerplatten bestehen aus einem Mix von Keramik und Verbundwerkstoff und sind auf spezielle Weise angeordnet: Während die Keramikschicht das Geschoss zerstört, fängt die Unterlage aus Verbundwerkstoff die Splitter auf – das alles bei einem Gewicht von etwas mehr als sieben Kilogramm.

    VIDEO: So gut ausgerüstet ist der russische Soldat von morgen

    Die Schutzweste gibt es auch in der Sturmausführung. Diese bietet maximalen Schutz auch an den Seiten und für den Unterleib, der jedoch nicht ohne Gewichtszuwachs zu haben ist: 15 Kilogramm wiegt die Schutzweste in Sturmversion. Ein für den Kampfeinsatz wichtiges Detail: Die Schutzausstattung lässt sich mit nur einem Handgriff blitzschnell ablegen.

    Insgesamt verbindet Ratnik über 70 Einzelmodule zu einem funktionalen System. Die Kernkomponente ist der stoß-, staub- und wassergeschützte Rechner. Damit kann der Einsatzleiter beispielsweise die Lage und den Zustand jedes einzelnen Mitglieds seiner Gruppe überwachen, Sprach- und Textnachrichten an die Infanteristen übermitteln, Fotos und Videos vom Einsatzort auswerten und den Soldaten neue Ziele vorgeben.    

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist mit dem Ratnik ebenfalls zufrieden: Die russische Kampfmontur sei besser gegen Beschuss gewappnet als jedes ausländische System. Andere russische Entwicklungen übertreffe Ratnik in allen Leistungsparametern um das Zwei- bis Dreifache, sagte der Minister. Inzwischen würden jährlich 50 000 Stück von Ratnik-2 in Dienst gestellt. Somit seien 42 Prozent aller ständigen Kampfverbände der russischen Armee mit moderner Gefechtsmontur ausgerüstet.

    Das künftige Ratnik-System soll mit integrierter Zieloptik samt den Funktionen Führung und Kommunikation, einer Feuerwaffe mit Granatwerferfunktion, einem Schutzanzug und mit speziell geschütztem und atmungsaktivem Schuhwerk ausgestattet werden. Ein besonderes Feature: Das eingebaute Exoskelett zur Entlastung des Infanteristen, mit dessen Hilfe der Soldat bis zu 100 Kilogramm schultern kann.

    Übrigens ist Ratnik nicht allein den Infanteristen vorbehalten. Derzeit werden auch Versionen für die Fallschirmjäger entwickelt, mit speziellen stoßfesten Schuhen für eine sichere Landung. Auch Raumfahrer sollen einen auf dem Ratnik-Konzept basierenden Arbeitsanzug erhalten.

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    Tags:
    Montur, Ratnik, Verteidigungsministerium Russlands, Sergej Schoigu, Syrien, Russland