20:20 19 Oktober 2017
SNA Radio
    Luft-Boden-Marschflugkörper AGM-158 (Archivbild)

    Da braucht die US-Luftwaffe eine Aufholjagd auf russische Konstrukteure

    CC0
    Technik
    Zum Kurzlink
    181110422811

    Die jüngste Entscheidung des Pentagons, einen neuen Luft-Boden-Marschflugkörper entwickeln zu lassen, ist logisch – doch das Projekt wird genug Zeit in Anspruch nehmen, was den russischen Streitkräften ermöglichen könnte, ihren Vorsprung auf diesem Gebiet zu behalten. Einen Kommentar zum Thema liefert der TV-Sender Swesda.

    Der Sender postuliert auf seiner Webseite, das Pentagon stelle regelmäßig wesentliche Summen für High-Tech-Entwicklungen im Bereich der luftgestützten Waffensysteme bereit, doch die Air Force habe auf diesem Gebiet nach wie vor ungelöste Probleme. Das wichtigste davon hänge mit der Entwicklung hochpräziser Luft-Boden-Marschflugkörper großer Reichweite zusammen.

    „Marschflugkörper des Typs AGM-129 ACM wurden noch 2007 außer Dienst gestellt, weil sie nicht den gegenwärtigen Anforderungen der Kampfführung gegen eine gestaffelte Flugabwehr entsprachen“, so der Bericht.

    Luft-Boden-Marschflugkörper AGM-158 JASSM
    Luft-Boden-Marschflugkörper AGM-158 JASSM

    Zwar stehe der Luft-Boden-Marschflugkörper AGM-158 JASSM zur Verfügung, doch seine maximale Reichweite betrage nur knapp über 900 Kilometer. Mit der Entwicklung hyperschallschneller Raketen gebe es unterdessen „eine Reihe kritischer Schwierigkeiten“, hieß es.

    „Die Entscheidung, einen neuen luftgestützten Marschflugkörper als ‚Zwischengeneration‘ zu entwickeln, wurde vor diesem Hintergrund zum rationellsten Ausweg aus der bestehen Situation“, kommentiert der Sender im Hinblick auf den Auftrag der US-Luftwaffe, der kürzlich an die Hersteller Lockheed Martin und Raytheon gegangen war. Sie sollen parallel an der neuen Rakete tüfteln, damit das Pentagon dann einen der beiden Entwürfe wählen kann.

    Im Kommentar heißt es weiter, die russische Luftwaffe besitzt indes bereits Marschflugkörper mit einer Reichweite von rund 4500 Kilometern. Die russische Kh-101-Rakete sei in Syrien erfolgreich zum Einsatz gekommen.

    Kalibr-Start
    © Sputnik/ Verteidigungsministerium Russlands

    Die Entwicklung eines US-Pendants werde nun möglicherweise mehrere Jahre in Anspruch nehmen: „Während dieser Zeit können luft- und seegestützte Marschflugkörper, die sich im realen Kampf bewährt haben, mehrmals modernisiert werden – und die US-Luftwaffe wird erneut ‚Nachlaufen spielen‘ müssen.“

    Ein wichtiger Vorteil der russischen Luftwaffe bestehe darin, dass sie alle Komponenten eines Langstrecken-Raketeneinsatzes bereits in der Praxis getestet habe, darunter die Eingabe von Daten, deren Verarbeitung, die Kontrolle während des Flugs und die Auswertung nach dem Einschlag:

    „All dies ermöglicht, bereits jetzt einen Schritt voraus im Bereich luftgestützter strategischer Waffensysteme zu sein.“

    Transportierung des Marschflugkörpers AGM-158
    Transportierung des Marschflugkörpers AGM-158

    „US-Fachleute räumen ungern ein, das die größten Rüstungskonzerne eigentlich vor eine technisch äußerst schwierige Aufgabe gestellt wurden, die darin besteht, eine Rakete ‚wie bei den Russen‘ zu entwickeln“, so der Kommentar zum Schluss.

    Zum Thema:

    Bald auch atomar: Warum der neue US-Marschflugkörper so gefährlich ist
    Raketenschlag über zwei Meere: Warum russische Marschflugkörper den USA Angst machen
    Kreml weist US-Vorwürfe zu Stationierung von Marschflugkörpern zurück
    Moskau berücksichtigt bei Militärplanung Lieferung von US-Marschflugkörpern an Polen
    Tags:
    Vergleich, Marschflugkörper, JASSM-ER, Kh-101, USA, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren