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    Sowjetische Kampfjets im Dienst des Pentagon: Trick mit langer Vorgeschichte

    CC BY-SA 2.0 / Peng Chen / SU-27
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    Seit Jahrzehnten trainierten US-Piloten auch mit Maschinen aus sowjetischer Produktion, die aus Drittländern stammen. Der jüngste Absturz in Nevada schürt das Interesse für das Thema. Der russische TV-Sender Swesda liefert einen Hintergrundbericht.

    „Laut freigegebenen Unterlagen des Pentagon hatten US-Kampfpiloten noch in den 1960er Jahren damit angefangen, Jagdflugzeuge des Typs MiG und Suchoi zu fliegen. Praktisch ununterbrochen wird diese Praxis bis heute fortgesetzt“, berichtet der Sender auf seiner Webseite im Hinblick auf den jüngsten Vorfall im US-Bundesstaat Nevada – Medienberichten zufolge soll ein Kampfjet aus ausländischer Produktion dort abgestützt sein.

    Der Sender erläutert, vor Jahrzehnten seien zunächst einige MiG-Maschinen von den Israelis zur Verfügung gestellt worden – darunter etwa eine MiG-21F-13, deren Pilot ein irakischer Überläufer gewesen sei. Mehrere syrische MiG-17-Besatzungen seien wegen eines Navigationsfehlers auf einem israelischen Flugplatz gelandet. Auch mehrere ägyptische Jagdflugzeuge seien erbeutet worden, um dann nach Amerika transportiert zu werden, hieß es.

    MiG-17
    © Sputnik / Ju. Krawtschuk
    MiG-17

    Diese Maschinen wurden dem Bericht zufolge auf dem Flugplatz Groom Lake repariert und von US-Piloten getestet: „Das entsprechende Programm hieß HAVE PAD. Mit der Bewertung der MiG-Kampfmöglichkeiten im Hinblick auf die sowjetische Einsatztaktik beschäftigte sich die Gruppe Red Hats.“

    „Die US-Piloten würdigten technische Parameter und Flugeigenschaften von MiG-Maschinen. Das stimulierte das Pentagon dazu, den ‚Suchbereich‘ zu erweitern. Verständlicherweise war es unmöglich, solche Kampfjets unmittelbar beim Hersteller zu erwerben. Dieser Umstand konnte die unternehmungslustigen Amerikaner jedoch nicht aufhalten – sie begannen damit, einzelne Exemplare in ‚Drittländern‘ zu kaufen“, so der Bericht.

    Der Staatsstreich in Indonesien habe Mitte der 1960er Jahre die Entwicklung dieser Situation unterstützt. Die neue antikommunistische Regierung habe die Beziehungen mit Moskau abgebrochen – und die zuvor gelieferten sowjetischen Kampfjets seien ohne Ersatzteile und gebührende Wartung allmählich nutzlos geworden. Das indonesische Militär habe sich leicht davon verabschiedet. Auf diese Weise habe das Pentagon einige Maschinen des Typs MiG-17F, MiG-19S, MiG-21F-13 und möglicherweise auch Tu-16 bekommen, hieß es weiter.

    MiG-21
    © Sputnik / Alexandr Mokletsow
    MiG-21

    Auch dem pro-westlichen ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat sei ein Tauschgeschäft angeboten worden. Er habe US-Jagdflugzeuge F-4E Phantom II bekommen und als Gegenleistung sowjetische Kampfjets des Typs MiG-23MS/BN, Su-7B, Su-20 und weitere zur Verfügung gestellt: „Von einem Flugplatz bei Kairo aus wurden zwölf Maschinen im Laufe des Jahres 1977 abtransportiert und später noch eine.“

    „Die US-Generäle kamen auf den Gedanken, eine spezielle Luftwaffenbasis einzurichten, damit sie sich völlig darauf konzentriert, sowjetische Maschinen instand zu halten. Der halb vernachlässigte Flugplatz Tonapah in der Wüste von Nevada passte für diese Zwecke am besten“, berichtet der Sender.

    russische Kampfjets Su-27 (Archivbild)
    © Sputnik / Witalij Timkiw
    russische Kampfjets Su-27 (Archivbild)

    Im Rahmen des Programms CONSTANT PEG sei eine Einheit des Tactical Air Command mit dem Namen Red Eagles aufgestellt worden. Sie sei dafür zuständig gewesen, die Möglichkeiten sowjetischer Kampfjets zu demonstrieren und Übungskämpfe zu absolvieren, um die Kampfausbildung von US-Piloten zu verbessern. Diese Einheit habe bis 1988 funktioniert, dann habe der 55th Wing die Infrastruktur übernommen. Eine neue Einheit mit der Bezeichnung DET3 sei zustande gekommen:

    „Sie beschäftigt sich mit ausländischer Militärtechnik und nutzt das Gelände Nevada Test and Training Range. Ab und zu kursierten Medienberichte, wonach Flugzeuge aus sowjetischer und russischer Produktion auf dem Gelände stationiert seien. Bilder, die nahe dem Flugplatz Groom Lake gemacht wurden, zeigen insbesondere Maschinen des Typs Su-27 und MiG-29.“

    „Diese Maschinen wurden vermutlich bei Drittländern gekauft, die sie zuvor im Zuge der militärtechnischen Kooperation bekommen oder nach dem Zerfall der Sowjetunion und des sozialistischen Lagers ‚geerbt‘ hatten“, so der russische Sender.

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