Widgets Magazine
04:09 24 Juli 2019
SNA Radio
    Radaranlage Nebo-M

    Tarnkappenjets sind diesem russischen Radar „kein Begriff“

    © Sputnik / Sergej Mamontow
    Technik
    Zum Kurzlink
    123387

    Die neue mobile Radaranlage Nebo-M, die derzeit an die russischen Streitkräfte beschleunigt geliefert wird, ist fähig, aerodynamische und ballistische Ziele in mittleren und großen Höhen aufzuspüren. Auch Tarnkappenziele werden geortet. Der TV-Sender Swesda erläutert, wie alles funktioniert.

    „Für diese Radaranlage ist ‚Tarnkappenjet‘ kein Begriff. Sie sichtet beliebige Fluggeräte, darunter auch ganz winzige – wie beispielsweise Quadrocopter“, betont der Sender in seiner Reportage.

    Wie er erläutert, besteht die Anlage aus zwei Radaren, die jeweils im Meter- und im Dezimeterbereich funktionieren, sowie aus einem Kontrollraum. Sechs Soldaten brauchen nur 15 Minuten, um die mobile Anlage auf den Einsatz vorzubereiten. Die entfaltete Antenne ist dabei so groß „wie ein 25-Meter-Schwimmbecken“.

    Der zuständige Konstrukteur Alexander Bomschtejn vom in Nischni Nowgorod ansässigen Forschungsinstitut für Funktechnik sagte dem Sender:

    „Die Hauptidee und das Neue an diesem Komplex bestehen darin, dass die dazugehörenden Systeme in unterschiedlichen Wellenbereichen nicht unabhängig voneinander funktionieren, sondern adaptiv. Sie wirken zusammen. Dies ermöglicht, die Vorteile der verschiedenen Wellenbereiche zu kombinieren, eine größere Reichweite für alle Typen von Zielen herbeizuführen (darunter auch für unauffällige, kleine und tarnkappentechnische Ziele) sowie eine hohe Präzision bei der Koordinatenberechnung zu gewährleisten.“

    Der Fernsehsender schildert das Prinzip: „Das Meter-Radar spürt mit einem breiten Strahl ein Objekt auf – dieses Ziel wird dem Dezimeter-Radar zugewiesen, das mit einem schmaleren Strahl in Richtung des Ziels ‚schießt‘, um dessen Koordinaten zu messen.“

    Laut Generalmajor Andrej Koban, Chef der Funktechnik-Truppen der russischen Luftwaffe, werden die Streitkräfte derzeit aktiv mit Nebo-M-Anlagen ausgerüstet. Mehr als zwei Dutzend davon wurden bereits geliefert und in ganz Russland stationiert.

    Nach Angaben des Senders ist die Anlage unter anderem fähig, ballistische Raketen aufzuspüren. Dies ermöglicht, auch Aufgaben im Sinne der Raketenabwehr zu lösen. Ein weiterer Vorteil der Anlage ist ihre hohe Beweglichkeit, denn die Radar-Komponenten sind auf einem Kfz-Fahrwerk montiert.

    Wie es im Bericht heißt, hat die Radaranlage auch eine hohe Beständigkeit gegen die Störungen: Selbst wenn es dem Gegner gelingt, das Funktionieren in einem Wellenbereich durch Störungen niederzuhalten, funktioniert der andere Bereich weiter. Die Anlage lässt sich außerdem durch ein aktives Phased-Array-Radar im Zentimeterbereich zusätzlich verstärken.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Gegen US-Tarnkappe: Russland schützt Krim mit Hochpräzisions-Radar
    Russland stellt neue Radare in Dienst: Luftraumverletzungen drastisch zurückgegangen
    Russlands Raketenschild: Neues Radar schließt „Gorbatschow-Lücke“
    Russlands neues Radarflugzeug soll „praktisch alles sehen“
    Tags:
    Tarnkappentechnologie, Radaranlage, Nebo-M, Verteidigungsministerium Russlands, Russland