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04:49 22 August 2019
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    „Wie ein aufgemotztes Gewehr“: Anti-Drohnen-Waffe des Kalaschnikow-Konzerns im Detail

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    Der russische Konzern Kalaschnikow entwickelt eine tragbare elektronische Waffe, die äußerlich einem Gewehr ähnelt und zur Bekämpfung von Drohnen dient. Ein Bericht des TV-Senders Swesda liefert Details.

    Der Konzern hat seine Bereitschaft erklärt, die jetzt in Entwicklung befindliche Waffe mit dem Codenamen REX-1 bereits im kommenden Jahr einem staatlichen Testprogramm unterziehen zu lassen, wie der Sender auf seiner Webseite berichtet. Die Neuentwicklung war kürzlich bei der Waffenschau Army 2017 demonstriert worden.

    Die 4,2 Kilogramm schwere Waffe hat ein Reflexvisier und eine Akku-Batterie, die einen ununterbrochenen Einsatz im Laufe von drei Stunden sichern soll. Außerdem gibt es Zusatzvorrichtungen wie Stroboskop, Laser und Videokamera. „Das sieht aus wie ein aufgemotztes Gewehr oder eine tragbare Fla-Lenkwaffe“, kommentiert der Sender. 

    Das Gewehr erzeugt dem Bericht zufolge einen Mikrowelle-Impuls, der die Drohnen-Elektronik stört. Allerdings soll sich das Ziel in direkter Sicht befinden, was nicht immer möglich erscheint. Der Sender kommentiert weiter: „Falls es dem Konzern gelingt, dieses Problem zu überwinden, das mit der Zielentdeckung in großer Höhe zusammenhängt, könnte das Verteidigungsministerium laut Fachleuten die Waffe in Dienst stellen.“

    Der russische Militärexperte Wladislaw Schurygin sagte dem Sender: „Derzeit fällt es ziemlich schwer, Drohnen zu bekämpfen. Zwar werden sie durch Flugabwehrmittel natürlich geortet und beobachtet, doch ein Raketeneinsatz gegen eine Sichtaufklärungs-Drohne wäre verschwenderisch und ineffizient (…) Das wäre wie ein Versuch, Mücken mit Keulen totzuschlagen. Soviel ich verstehe, zielt die Neuentwicklung ausgerechnet darauf ab, kleine gegnerische Luftfahrzeuge lahmzulegen.“

    „Die Drohnen-Bekämpfung wird derzeit zu einer vorrangigen Aufgabe. In Analogie zur Flugabwehr könnte man sogar auf die Idee einer Anti-Drohnen-Truppe kommen, denn es fliegen mittlerweile Schwärme davon im Himmel – darunter über Russland“, so Schurygin.

    „Eine Drohne lässt sich etwa problemlos mit einem Sprengsatz versehen und dadurch in eine fliegende Bombe verwandeln. Es ist dabei schwierig, sie abzuschießen. Dafür wäre es durchaus möglich, die elektronische Füllung zu ruinieren, die Kommunikation mit der Leitzentrale zu stören und die Drohne landen zu lassen. Bei solchen Störungen springt ein automatisches Schutzsystem bei den Drohnen an, das ein Alarmprogramm aktiviert und zur Landung zwingt“, erläuterte der Experte.

    Wenn die Neuentwicklung von Kalaschnikow die Tests erfolgreich besteht, wäre sie, wie der Sender weiter berichtet, auch für andere Sicherheitsbehörden interessant. Die Waffe könnte dabei nicht nur gegen Drohnen zum Einsatz kommen, sondern auch etwa bei der Entschärfung selbstgebastelter Sprengsätze helfen. Wird beispielsweise ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, könnte ein Polizist ihn mit dem Gewehr anvisieren und eine ferngesteuerte Detonation verhindern.

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    Drohnen, Luftabwehr, Konzern "Kalaschnikow", Russland