16:47 05 August 2020
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    Trotz Geheimhaltung machen Russlands Fortschritte im Bereich der elektronischen Kampfführung weiterhin Schlagzeilen – nun beschäftigt sich der TV-Sender Swesda mit dem Thema. Zuvor hatte ein russischer Fachmann mit seinen knappen Erläuterungen zu Mikrowellen-Waffen das Interesse für Neuentwicklungen auf diesem Gebiet geschürt.

    Der Sender berichtet auf seiner Webseite, das Thema Mikrowellen-Waffen unterliege derzeit strengster Geheimhaltung, deshalb bleibe eine offene Erörterung dieser Projekte aus. Es gebe aber andere Dinge im Bereich der elektronischen Kampfführung, über die berichtet werden dürfe.

    Etwa im Laufe des jüngsten Großmanövers West-2017 sei die Anlage Moskwa-1 zum Einsatz gekommen. Unter anderem habe sie die Mobilfunkverbindung des angenommenen Gegners lahmgelegt. Die Anlage stehe seit 2015 den russischen Streitkräften zur Verfügung:

    „Ihre Funktionen ermöglichen, den Luftraum zu scannen, Daten über den Gegner zu sammeln und an andere Systeme der elektronischen Kampfführung sowie an die Flugabwehr weiterzuleiten.“

    Dem Bericht zufolge haben die russischen Streitkräfte in den letzten Jahren eine ganze Palette neuer Systeme der elektronischen Kampfführung erhalten, darunter etwa die Störsender Borissoglebsk-2, Krassucha-S4, Infauna und weitere. In dem Bericht heißt es:

    „Die Entwicklung von Waffen auf der Grundlage neuer physikalischer Prinzipien zählt zu den unbedingten Prioritäten des staatlichen Rüstungsprogramms. Während der Ausstellung Army 2017 wies der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow speziell darauf hin. Im Beisein von Journalisten unterzeichnete er einen Vertrag zum Kauf des Waffensystems Sadira-16, dem neue physikalische Prinzipien zugrunde liegen.“

    Die Funktionsweise dieser Waffe werde ebenfalls geheimgehalten. Bekannt sei nur der Entwickler, und zwar das in Sarow ansässige Forschungsinstitut für Experimentalphysik, das sich insbesondere auf starke Impuls-Ausstrahler spezialisiere, so der Bericht.

    Das Interesse für die elektronische Kampfführung war Ende September neu entbrannt. Auslöser war ein Interview von Wladimir Michejew, Fachmann des russischen Herstellers KRET, für die Agentur RIA Novosti. Er sagte, in Russland werde neue Munition entwickelt, die in der Lage sei, gegnerische Militärtechnik durch einen starken Mikrowellen-Impuls außer Gefecht zu setzen.

    Der britische „Daily Star“ schrieb, Russlands neue Waffe werde „stärker als eine Atombombe“ sein und dabei in der Lage, ganze Armeen außer Gefecht zu setzen. Etwa die elektromagnetische Rakete Alabuga sei fähig, alle Raketengefechtsköpfe und Kommunikationssysteme von Luftfahrzeugen im Radius von 3,5 Kilometern lahmzulegen.

    Laut Michejew ist Alabuga allerdings keine konkrete Waffe, sondern der Codename eines Projekts aus den Jahren 2011 und 2012. Im Rahmen jenes Projekts wurden, so der Experte, die wichtigsten Entwicklungswege für künftige funkelektronische Waffen skizziert. In Bezug auf konkrete Ergebnisse wurde Geheimhaltung beschlossen.

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    Tags:
    Test, elektromagnetische Felder, Rakete, Krassucha-4S, Manöver "Zapad 2017", The Daily Star, Russland