00:14 17 Oktober 2017
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    Übungen der russischen Truppen für elektronische Kampfführung (Archivbild)

    E-Waffen-Wettlauf mit den USA: „Russland blieb nichts anderes übrig als einzusteigen“

    © Sputnik/ Wladimir Astapkowitsch
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    Bei der Entwicklung elektromagnetischer Waffen hat Russland mit den USA Schritt halten wollen – und zählt nun zu den Spitzenreitern auf diesem Gebiet. Das berichtet die russische Onlinezeitung lenta.ru.

    „Die künftige Kriegsführung setzt eine begrenzte Beteiligung von Menschen voraus, dafür ist es geplant, Drohnen aktiv einzusetzen. Diese werden ferngesteuert – und ausgerechnet solche Leitsysteme sollen von elektromagnetischen Waffen außer Gefecht gesetzt werden“, schreibt lenta.ru.

    „Wenn man von elektromagnetischen Waffen spricht, sind vor allem Ausrüstungen auf der Grundlage einer starken Mikrowellenstrahlung gemeint. Sie sollen in der Lage sein, elektronische Systeme eines Gegners niederzuhalten – bis hin zu einer kompletten Außer-Gefecht-Setzung. Je nach ihren Aufgaben könnten Mikrowellen-Ausstrahler mit Raketen oder Drohnen transportiert bzw. auf Fahrzeugen, Flugzeugen oder Schiffen montiert werden. Sie können auch stationär sein“, erläutert die Onlinezeitung.

    „Die ersten Prototypen elektromagnetischer Waffen waren in den 1950er Jahren in der Sowjetunion und in den USA entwickelt worden, doch erst in den vergangenen 20 bis 30 Jahren gelang es, mit dem Bau kompakter und nicht besonders energiefressender Erzeugnisse zu beginnen. Faktisch wurde der Wettlauf von den USA gestartet – Russland blieb nichts anderes übrig als einzusteigen.“

    Übungen der russischen Truppen für elektronische Kampfführung (Archivbild)
    © Sputnik/ Wladimir Astapkowitsch
    Übungen der russischen Truppen für elektronische Kampfführung (Archivbild)

    Im Jahr 2001 sei die Nachricht über US-Entwicklungsarbeiten an einer der ersten elektromagnetischen Massenvernichtungswaffen erschienen: „Das amerikanische System VMADS (Vehicle Mounted Active Denial System) ermöglichte, die menschliche Haut bis auf die Schmerzschwelle (rund 45 Grad Celsius) zu erhitzen und den Gegner dadurch faktisch zu desorientieren.“

    Doch das Hauptziel künftiger elektromagnetischer Waffensysteme seien nicht Menschen, sondern Maschinen: „Im Rahmen des Projekts CHAMP (Counter-electronics High Power Microwave Advanced Missile Project) wurde 2012 in den USA eine Rakete mit einer elektromagnetischen Bombe getestet.“

    Trotzdem zählt Russland dem Bericht zufolge zu den Spitzenreitern in Sachen E-Waffen. Die Onlinezeitung zitiert den russischen Militärexperten Viktor Murachowski mit den Worten, solche Munition gebe es bereits. Es bestünden etwa mit Generatoren ausgestattete Gefechtsköpfe für Flugabwehrraketen. Auch für reaktive Panzerbüchsen gebe es Projektile mit solchen Generatoren.

    „Auf diesem Gebiet nehmen wir weltweit eine führende Position ein. Soviel ich weiß, steht solche Munition bislang keinen ausländischen Armeen zur Verfügung. In den USA und China wird Technik dieser Art erst getestet“, so Murachowski.

    Russische Anlage für Elektronische Kampfführung Rtut-BM (Archivbild)
    © Sputnik/ Maksim Bogodwid
    Russische Anlage für Elektronische Kampfführung Rtut-BM (Archivbild)

    Im Sinne der Bekämpfung gegnerischer Elektronik lassen sich elektromagnetische Waffen laut lenta.ru als Weiterentwicklung von Systemen der elektronischen Kampfführung betrachten – diese ist in Russland durch viele bereits bestehende Anlagen vertreten. In den vergangenen Jahren wurden dem Bericht zufolge mehr als ein Dutzend Systeme der elektronischen Kampfführung in Russland entwickelt, darunter Algurit, Rtut-BM und die Krassucha-Familie sowie Borissoglebsk-2 und Moskwa-1.

    Das Interesse an dem Thema E-Waffen war kürzlich von Wladimir Michejew neu geschürt worden, einem Fachmann des russischen Herstellers KRET. Michejew sagte, in Russland werde Munition entwickelt, um gegnerische Technik durch einen starken Mikrowellen-Impuls außer Gefecht zu setzen.

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    Tags:
    Radaranlage, Technik, elektromagnetische Felder, elektronische Kampfführung, Krassucha-4, USA, Russland