14:00 10 Dezember 2019
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    Stealth-Korvette „Sowerschennyi“ (Archivbild)

    Tarnkappentechnik und Hyperschall-Raketen: Wie Russland seine Marine stärkt

    © Sputnik / Witalij Ankow
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    Seit der Jahrtausendwende modernisiert Russland nachhaltig seine militärischen Schiffe. Die mit bescheidenen Projekten gestartete Erneuerung soll nun mit dem Bau schwerbewaffneter Atom-Zerstörer fortgesetzt werden. Die russische Wochenzeitung „WPK“ konkretisiert, was bereits gebaut worden ist und was auf dem Plan steht.

    Dem Bericht zufolge hatte die russische Kriegsmarine um die Jahrtausendwende wieder mit der Finanzierung neuer Schiffe begonnen – damit wurde die Wirtschaftsmisere der 90er Jahre überbrückt.

    Zunächst wurden neue Schlepp- und Versorgungsschiffe gebaut, dann verschiedene Schnellboote: „Später kamen Minenräumschiffe und kleine Artillerieträger an die Reihe. Eine richtige Wiedergeburt der Kampfkraft begann mit dem Stapellauf neuer Korvetten. Man braucht eine Vielzahl solcher Schiffe, deshalb werden sie auf mehreren Werften zeitgleich gebaut (…) Geplant ist auch der Bau einer neuen Serie von Tarnkappen-Korvetten des Projekts 22800 Karakurt.“

    Nun sind größere Kriegsschiffe an der Reihe – im Rahmen des Projekts 22350 werden derzeit neuartige Tarnkappen-Fregatten gebaut: „Die Arbeit verläuft nicht ohne Schwierigkeiten, es gibt Verzögerungen wegen der komplizierten Integration von Waffensystemen, die auf modernstem Stand sind. Trotzdem soll das Typschiff ‚Admiral Gorschkow‘ bereits im laufenden Jahr zur Verfügung gestellt werden. Solche Fregatten wären sehr förderlich, um die Bestände der Nord- und der Pazifikflotte zu erneuern.“

    Wie die Zeitung betont, sollen die jetzt in Entwicklung befindlichen atomgetriebenen Zerstörer des Projekts 23560 Leader kurz- und mittelfristig die Schlagkraft der russischen Überwasser-Flotte maßgeblich prägen: Sie sind als Mehrzweck-Kampfschiffe für Einsätze in abgelegenen Meeresgebieten konzipiert, um ältere Schiffe abzulösen.

    „Jeder dieser Zerstörer soll mehrere Hundert Raketen verschiedener Typen tragen, darunter Hyperschall-Marschflugkörper des Typs Zirkon. Es ist nicht auszuschließen, dass solche Schiffe auch Waffensysteme auf der Grundlage neuer physikalischer Prinzipien (etwa elektromagnetische und Laserwaffen) aber auch Drohnen bekommen. Diese Waffen werden derzeit entweder bereits getestet oder noch entwickelt, sollen aber zur Verfügung stehen, sobald die neuen Zerstörer zustande kommen“, heißt es im Bericht.

    Das Blatt weist darauf hin, dass die vorläufigen Pläne den Bau von zwölf solchen Zerstörern vorsehen und kommentiert: „Im Hinblick auf die internationale Lage wäre es logisch, mindestens zwei Drittel dieser Schiffe an die Pazifikflotte zu liefern – in jene Region, wo der globale Brennpunkt in Sachen Wirtschaft, Finanzen und folglich auch militärischer Aktivitäten langsam aber beständig hindriftet.“

    Ob Russland in den nächsten Jahren neue Flugzeugträger bauen wird, steht nach Ansicht der Wochenzeitung in den Sternen, denn solche Schiffe wären extrem aufwendig in der Produktion.

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    Tags:
    Kriegsmarine, Entwicklung, Modernisierung, Flotte, Zirkon-Raketen, Korvette "Sowerschennij", Leader‘-Zerstörer, Pazifikflotte, Russland