00:39 23 November 2019
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    Demonstration der neusten Technik von russischen Pioniertruppen

    Mit Robotern und in „Harnisch“: Top-Equipment russischer Pioniere – auch in Syrien

    © Sputnik / Pawel Gerassimow
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    Russische Pioniersoldaten verfügen über modernstes Gerät zur Minenräumung und setzen es auch in Syrien effizient ein. Die Wochenzeitung „Swesda“ liefert eine Reportage zum Thema.

    Ein Reporter des Blattes besuchte das militärische Zentrum für Minenbekämpfung in Nachabino bei Moskau. Dort wurden moderne technische Ausrüstungen demonstriert, die den russischen Pioniersoldaten zur Verfügung stehen oder getestet werden.

    Solche Ausrüstungen kamen bereits in Syrien zum Einsatz – wie beispielsweise der Roboter Uran-6 (dt. „Uranos“). Dieser ähnelt äußerlich einem Traktor und einem Mähdrescher zugleich. Das Fahrzeug hat einen Schürfkübel mit großen Zahnrädern, um den Boden aufzupflügen.

    Mit Blick auf seine Erfahrungen aus Palmyra erläutert Untersergeant Nikita Semuschnikow, was geschieht, wenn der „Uranos“ auf einen versteckten Sprengsatz stößt: „Dieser hat gewöhnlich nicht genug Zeit, um zu detonieren, denn der ‚Uranos‘ zermalmt ihn. Es kam aber auch zu Explosionen – nach einem Knall bekommt man die Ohren zugefallen, doch der ‚Uranos‘ bleibt unversehrt, er ruckelt nur ein bisschen, als ob ein Holperstein dazwischenkommt, und fährt weiter.“

    Allerdings lassen sich solche Roboter nur auf einem relativ offenen Gelände einsetzen, während die Terroristen ihre Sprengsätze auch in Wohnhäusern legen. Oft muss sich ein Pionier also mit einem Schutzanzug und einem Minendetektor begnügen. In Aleppo wurden rund 36.000 explosionsgefährliche Gegenstände unschädlich gemacht, in Palmyra rund 24.000.  

    Igor Michajlik, Leiter des Zentrums, sagte dem Blatt:

    „In Syrien haben wir kolossale Erfahrungen gesammelt. Besonders viele schwierige Fälle gab es in Palmyra und im historischen Teil von Aleppo. Viele explosionsgefährliche Gegenstände wurden so gelegt, dass man sie nicht entfernen konnte: Die Pioniere mussten sie also vor Ort entweder vernichten oder entschärfen – und ihr Leben dabei riskierten.“

    Michajlik betonte, die russischen Pioniere seien bestens ausgestattet: „Von unserem Equipment her gelten wir als Spitzenreiter weltweit. Unser Gerät schützt die Pioniere vollständig vor Splittern und vor Druckwellen“.

    Etwa ein Schutzanzug des Typs Dospechi (dt. „Harnisch“) verkraftet dem Bericht zufolge einen Schlag mit Splittern, die mit einer Geschwindigkeit von 1.000 m/s durch die Luft fliegen. Die lebenswichtigen Organe sind dabei mit einer noch stärkeren Panzerung geschützt.

    „Der Anzug ist 40 Kilogramm schwer. Er dient natürlich nicht dazu, Sprengstoff zu suchen, sondern kommt zum Einsatz, wenn ein Sprengsatz bereits entdeckt ist. Ein Soldat, der diesen Anzug anhat, beschäftigt sich mit der Entschärfung. Die Tests haben die Zuverlässigkeit des Anzugs bestätigt“, sagte Kapitän Ilja Sokolow vom Zentralen Forschungsinstitut der Pioniertruppen. 

    Dank der Videoverbindung kann der Kommandeur dabei alles quasi mit den Augen des Soldaten beobachten. Der Anzug hat auch ein Kühlsystem – das ist eine Weste mit kleinen Röhren, die mit einer kühlenden Flüssigkeit gefüllt sind.

    Zur Verfügung stehen beispielsweise auch unbemannte Drehflügler, um aus der Luft gefährliche Gegenstände zu suchen. Ein solches Luftfahrtzeug fliegt normalerweise in 20 bis 30 Meter Höhe und leitet die gesammelten Informationen an den Stützpunkt weiter, der in einer Entfernung von bis zu 80 Kilometern liegen kann, wie der zuständige Fachmann Wassili Anzew vom Hersteller Radar MMS erläuterte.

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    Tags:
    Demonstration, Attrappen, Technik, Pioniertruppen, Uran-6, Russland