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    Deep Space Gateway Projekt

    Deep Space Gateway: Russen bauen die Schleuse

    © Foto : NASA
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    Den letzten Baustein der künftigen Raumstation Deep Space Gateway setzen die Russen. Der russische Konzern Roskosmos soll nämlich das Schleusenmodul für die Station entwickeln und bauen. Dies haben Roskosmos und Nasa auf einer Fachtagung in Australien beschlossen, wie die Zeitung „Iswestija“ berichtet.

    In weniger als zehn Jahren soll das Schleusenmodul für den Deep Space Gateway in den Orbit geflogen werden. Dieses Element wird der letzte Baustein der künftigen Raumstation werden, mit dem in 2026 deren Aufbau abgeschlossen werden soll. Der russische Raumfahrtkonzern Roskosmos und die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa haben auf einem Fachkongress im australischen Adelaide eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

    Russland übernehme den Bau eines kleinen zweiteiligen Moduls zur Durchführung von Arbeiten im offenen Weltraum.

    „Als dessen Prototyp werden zwei russische Bauteile der Internationalen Raumstation geprüft“, sagte ein Insider der Zeitung.

    In Australien sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Dieses Dokument regelt die Zuständigkeiten und den jeweiligen Anteil der Vertragspartner an der Entwicklung und dem Bau der künftigen Raumstation. Im November sollen die Chefs des russischen Konzerns und der amerikanischen Behörde die Absichtserklärung bestätigen, wie die Zeitung schreibt. Danach beginnt die Abstimmung des Dokuments mit den Regierungen der Partnerländer, um die Finanzierung des Deep Space Gateway zu regeln.

    Es sei denkbar, dass Russland künftig weitere Module für die lunare Raumstation entwickele, sagte der Roskosmos-CEO Sergej Krikalew laut dem Blatt.

    Bislang gehe es nur um den Bau des Schleusenmoduls.

    „Aber in Zukunft ist ein Beitrag durch weitere Optionen möglich – auch mit unserem Transportsystem, den Trägerraketen und Raumschiffen.“ Auch könnten die unbemannten Weltraumsonden vom Typ Luna an der Suche eines geeigneten Landeplatzes für die Raumfahrer beteiligt werden, sagte Krikalew der Zeitung.

    Das Deep Space Gateway ist ein Programm, das die Nasa initiiert hat. Die US-Behörde entwickelt auch dessen Hauptmodule: Die Antriebsstufe und das Wohnmodul. Deshalb soll das russische Schleusenmodul nach US-amerikanischem Standard gebaut werden und – etwa bei Bordspannung oder Schnittstellen der Systeme – den US-Normen entsprechen, wie die Zeitung schreibt. Auch soll das russische durch amerikanische Systeme gesteuert werden.

    Aber: „Die Andockelemente des Moduls und die eigentliche Schleuse werden nach russischem Standard gebaut“, sagte der Generaldirektor von Roskosmos, Igor Komarow.

    Um das Modul in den Orbit zu bringen, schlägt Russland seine Trägerrakete Angara A-5M vor. Als Reserve schlägt die Nasa ihre Schwerlastrakete SLS vor.

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    Tags:
    Bau, Mondstation, Angara-A5, Roskosmos, NASA, Sergej Krikaljow, Mond, USA, Russland