06:56 18 August 2018
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    Start einer russischen Trägerrakete vom Raumbahnhof Baikonur (Archivbild)

    Russland testet „Inspektor“ fürs All – Experte hält Satelliten-Jäger für möglich

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    Die russischen Streitkräfte haben einen manöverfähigen Raumflugkörper erfolgreich getestet – dieser ist in der Lage, sich anderen Satelliten zu nähern und sie zu beobachten, wie die Zeitung „Iswestija“ berichtet. Nach Ansicht eines Experten könnten künftig auch Satelliten-Jäger auf dieser Grundlage entstehen.

    Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums sagte dem Blatt, ein Testprogramm habe die Fernsteuerung eines militärischen manöverfähigen Raumflugkörpers beinhaltet. Dabei sei die Möglichkeit bestätigt worden, ein automatisches Abdocken vom Trägersystem durchzuführen und den Flug dann fernzusteuern, aber auch die Bordausrüstungen einzusetzen und die damit gesammelten Daten auf die Erde zu übertragen.

    Nach Informationen des Blattes diente der im Juni gestartete Satellit Kosmos-2519 als Trägersystem, von dem der zu testende Raumflugkörper nun abdockte und einen autonomen Flug absolvierte. Dabei wechselte das Testobjekt seine Umlaufbahn und schaffte es dann, zum Satelliten zurückzukehren und ihn zu beobachten.

    Nach Angaben der bei Moskau ansässigen militärischen Hauptzentrale zur Weltraum-Kontrolle werden auch in den USA und in China Raumflugkörper entwickelt, die in der Lage sein sollen, ihre Umlaufbahn bei Bedarf zu ändern und sich anderen Objekten im All zu nähern.

    Der russische Militärexperte Walerij Muchin sagte dem Blatt, die Hauptaufgabe solcher „Inspektoren“ im Orbit bestehe darin, die Bestimmung von Satelliten eines potenziellen Gegners zu klären. Für diese Zwecke werde das äußere Erscheinungsbild des beobachteten Satelliten analysiert. 

    Dem Experten schweben aber auch weitere theoretisch mögliche Anwendungsbereiche solcher Projekte vor: Ein Satellit von dieser Art könnte „die Funktionen eines Beobachters mit denen eines Jägers“ kombinieren, der „kommt, beobachtet, eine Rakete abfeuert und sich zurückzieht“.

    Nach Ansicht von Muchin wären solche Projekte für jede Weltraummacht von Bedeutung: „Im Fall eines globalen Konflikts wäre es äußerst wichtig, die Satelliten des Gegners zu zerstören, damit dieser seine Kommunikations-, Navigations- und Aufklärungs-Optionen verliert. Deshalb entstand die Idee, solche Jäger zu entwickeln.“

    „In der Sowjetunion hatten beispielsweise Tests stattgefunden, bei denen ein Satellit sich einem anderen näherte und explodierte, um ihn mit Splittern zu beschädigen. Nach jenen Experimenten wurde sogar versucht, gepanzerte Satelliten zu entwickeln“, so Muchin.

    Der Experte betonte allerdings, Russland werde Satelliten-Jäger nur im Fall eines Konflikts brauchen. Für „Inspektoren“ gebe es indes genug Arbeit auch während der Friedenszeit: „Ein solcher Raumflugkörper soll fähig sein, zwischen Umlaufbahnen aktiv zu manövrieren. Ausgerechnet daran arbeiten derzeit die Militärs bei den Tests. Wenn ein solches System uns zur Verfügung steht, wird dies ein ernsthafter Faktor der Abschreckung für unsere potenziellen Gegner sein. Sie werden wissen, dass Russland in der Lage ist zu überprüfen, ob die Funktionen ihrer Satelliten tatsächlich so sind wie angegeben.“

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    Tags:
    Kontrolle, Weltraum, Entwicklung, Trägerrakete, Killer-Satelliten, Satellitenaufklärung, Verteidigungsministerium Russlands, China, USA, Russland
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