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    Russischer Kampfjet der 5. Generation Su-57 (Archivbild)

    „Fliegende Computer“ für Russland – mit Hyperschall und in Scharen

    CC BY-SA 2.0 / Anna Zvereva / Sukhoi T-50
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    Extreme Geschwindigkeit, Superwendigkeit, Tarnkappentechnik – welche Parameter sollen bei der nächsten Generation russischer Kampfjets vorrangig sein? Mit der Frage beschäftigt sich der TV-Sender Swesda. Er berichtet auch über manche Unterschiede bei den Ansätzen russischer und US-Konstrukteure.

    Derzeit stehen den russischen Streitkräften bereits Kampfjets der Generation 4++ zur Verfügung; getestet wird die Su-57 (früher bekannt als T-50), die zur 5. Generation gehört. Die Informationen zur 6. Generation sind, betont der Sender, ziemlich widersprüchlich: „Einige Fachleute sagen, dass es noch verfrüht sei, von der Entwicklung eines Kampfjets der 6. Generation zu sprechen, denn alles befinde sich vorerst in der Phase von Ideen und Aufgabenstellung. Die anderen behaupten aber, die Arbeit laufe auf Hochtouren.“

    In dem Bericht heißt es, offizielle Angaben seien karg, doch es gebe dabei Hinweise darauf, dass an der 6. Generation tatsächlich bereits gearbeitet werde: „In Bezug auf technische Parameter wollen die Konstrukteure alles Beste verwenden, was unsere russischen Maschinen immer hatten. Vor allem geht es um Wendigkeit und Geschwindigkeit. Es ist geplant, dass die Höchstgeschwindigkeit des Novums Mach 5 erreichen soll und die Marschgeschwindigkeit nicht weniger als Mach 2.“

    In Sachen Geschwindigkeit seien allerdings bestimmte Probleme zu lösen – die Aufgabe bestehe zunächst darin, neue superfeste Werkstoffe zu entwickeln, die den hohen Temperaturen standhalten könnten: „Sie wären erforderlich nicht nur für eine effiziente Wärmeisolierung des Cockpits oder des Rumpfes, die bei riesigen Geschwindigkeiten eine starke Luftreibung erleben, sondern auch für die Triebwerke. Diese sollen vor der überhitzten Luft geschützt werden, die durch den Lufteinlauf kommt.“ 

    „Im Hinblick auf die Tarnkappentechnik vertraten Russland und die USA im Laufe einer langen Zeit grundsätzlich unterschiedliche Standpunkte. Die Amerikaner gingen davon aus, dass bei der Entwicklung von Flugzeugen die Superwendigkeit geopfert werden kann – zugunsten der Unauffälligkeit. Die russischen Konstrukteure hatten eine andere Meinung“, berichtet der Sender.

    Er zählt einige Nachteile von Tarnkappenjets aus russischer Sicht auf: „Ein solcher Jet ist nicht in der Lage, viele Waffen zu tragen, denn sie sind alle im Rumpf versteckt (Außenlaststationen stören die Tarnung der Maschine). Auch die Geschwindigkeit und die Reichweite des Jets sind begrenzt. Dazu muss er seine Radaranlage mit viel Vorsicht einsetzen oder sogar überhaupt darauf verzichten, denn die Radarstrahlung verrät selbst den unauffälligsten Jet, wie der Stahl einer Taschenlampe im Dunkeln.“

    Und was wäre, wenn es zu einem Luftkampf zwischen zwei Tarnkappenjets kommt? „In diesem Fall greift die Luftkampftaktik nach Ansicht russischer Experten auf die Vergangenheit zurück, weil die Superwendigkeit der jeweiligen Maschine nicht bloß eine wichtige, sondern eine entscheidende Rolle spielt“, so der Bericht.

    Zwar habe niemand vor, auf die Tarnkappentechnik zu verzichten, doch diese dürfe im Rahmen dieses Ansatzes nicht zu Lasten wichtigerer Kampf-Parameter den Vorrang gewinnen, hieß es weiter.

    Der Kampfjet der 6. Generation soll dem Bericht zufolge sowohl eine bemannte als auch eine unbemannte Version haben: „Die unbemannte Version soll eine Art fliegender Computer werden, der eine starke künstliche Intelligenz hätte und fähig wäre, die kompliziertesten Aufgaben zu lösen. Sie soll die meisten Kampfaufgaben übernehmen, denn die Möglichkeiten eines Piloten sind körperlich begrenzt. (…) Sie wäre in der Lage, die atemberaubendsten Manöver ohne Angst vor Beschleunigungsbelastungen zu absolvieren, eine Hyperschall-Geschwindigkeit zu erreichen und in die Hochatmosphäre aufzusteigen.“

    „Was die Einsatztaktik betrifft, werden die beiden Modifikationen des Flugzeugs laut Fachleuten in einer Gruppe (oder, wie man sagt, in einer Schar) am effizientesten vorgehen. (…) Ein bemannter Jet mit einem oder mit zwei Piloten soll dabei als Kommandozentrale für drei bis vier unbemannte Maschinen zum Einsatz kommen“, erläutert der Sender.

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    Tags:
    Entwicklung, Tarnkappentechnologie, Hyperschallwaffen, Zukunft, Kampfjet, Su-57, Russland