15:38 22 November 2019
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    Kleinst-U-Boot-Modell „Piranha“ (Archiv)

    China tüftelt an Kleinst-U-Booten – Konkurrenz zu russischen „Piranhas“?

    © Sputnik / Semen Apasov
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    Der Schiffbaukonzern China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC) hat bei der Rüstungsmesse Defense & Security 2017 in Bangkok Kleinst-U-Boote von drei neuen Projekten gezeigt, berichtet das Magazin „Navy Recognition“.

    Es handelt sich um eine neue Familie von U-Booten zur Lösung operativer Aufgaben. CSIC-Vertreter behaupten, dass bereits mehrere Länder Interesse an diesen U-Booten gezeigt hätten, darunter Algerien, Kuba, Libyen, Burma, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Venezuela.

    Die Chinesen verzichteten auf die traditionelle Doppelboden-Technologie. Die maximale Tauchtiefe ihrer Kleinst-U-Boote beträgt 200 Meter und die Wasserverdrängung zwischen 200 und 1.100 Tonnen. Jedes Boot hat bis zu vier Torpedoröhren. Die maximale Fahrtweite beträgt bis zu 3.000 Meilen. Die Mannschaft setzt sich aus sechs bis 18 Matrosen zusammen. An Bord gibt es auch Platz für acht Landesoldaten.

    Kleinst-U-Boote sind extrem schwer zu orten. Nach Angaben des Portals Warspot hatte das St. Petersburger Maschinenbaubüro „Malachit“ eine neue Generation von Kleinst-U-Booten mit einer Wasserverdrängung zwischen 220 und 950 Tonnen entwickelt – das ist im Grunde genommen die Wiederbelebung des einstigen sowjetischen Projekts 865 „Piranha“. In der Sowjetunion wurden insgesamt nur zwei Schiffe dieser Art gebaut, die 1988 bzw. 1990 in Dienst gestellt wurden. 1999 wurden die beiden U-Boote ausgemustert – wegen mangelnder Finanzierung und fehlender Aufgaben, für die sie konstruiert wurden.

    Die sowjetischen „Piranhas“ hatten eine Wasserverdrängung von je 319 Tonnen, eine Länge von 28,3 Meter und eine Breite von 4,7 Meter. Diese U-Boote konnten sieben Knoten schnell fahren und bis zu 180 Meter abtauchen. An Bord gab es Platz für sechs Landesoldaten. Die Besatzung bestand aus drei Matrosen.

    „Die neuen russischen ‚Piranhas‘ können mit Torpedos, Raketen, darunter Marschflugkörpern „Kalibr“, und mit Minen bestückt werden. Einige Modifikationen haben Schleusen für Kampfschwimmer“, teilte Malachit-Vizegeneraldirektor Nikolai Nowossjolow mit.

    Die modifizierten „Piranhas“ entwickeln eine Geschwindigkeit von bis zu 15 Knoten, die auf Wunsch des Auftraggebers auf 20 Knoten erhöht werden kann. Die U-Boote sind vor allem für die russische Marine geplant, können auch exportiert werden.

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    Tags:
    Waffen, Entwicklung, U-Boot, Kleinst-U-Boot "Piranha", China, Russland