18:10 17 November 2017
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    Militärdrohne der russischen Armee (Archivbild)

    Fliegende Spürnase: Russen bauen Drohne für Bombenräumer

    © Sputnik/ Witaliy Ankow
    Technik
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    Diese Drohne sucht das, wovor andere panisch wegrennen: Sprengstofffallen, Giftgas, gefährliche Chemikalien. Russische Physiker und Ingenieure haben das Gerät entwickelt. Klein, wendig und agil, findet der „fliegende Spürhund“ Gefahrstoffe, ohne dass Kampfmittelräumer ihr Leben riskieren müssen. Die Zeitung „Iswestija“ berichtet.

    Ein Quadrokopter, ein Spektrometer, chemische Sensoren, Bordcomputer, Antenne – fertig ist die Hightech-Drohne für den Sondereinsatz. So einfach es klingt, so kompliziert ist es, die ganzen Komponenten zu einem Gerät zu verknüpfen, das auch in Kampfgebieten funktioniert.

    „Minen und Sprengfallen – ob industriell hergestellt oder selbstgebaut – bleiben eine große Gefahr in Kriegsgebieten, selbst wenn die Kampfhandlungen längst beendet sind“, erklärt der Fachjournalist Dmitri Fedutinow vom Portal „uav.ru“ laut dem Blatt. „Für Kampfmittelräumer und ABC-Erkunder ist so ein Gerät wirklich relevant, auch nach dem Krieg, in Friedenszeiten. Die Drohne kann Leben von Einsatzkräften und Zivilisten retten.“

    Physiker und Ingenieure vom Moskauer Innovationszentrum Skolkovo und der technischen Hochschule MIPT haben mit der Entwicklung der „Spürdrohne“ begonnen, nachdem im syrischen Chan Schaichun im Frühjahr 2017 Giftstoffe eingesetzt worden waren. 

    Entstanden ist ein rund drei Kilogramm leichtes Fluggerät von einem halben Meter Größe, das 15 Minuten lang in einer Höhe von bis zu zwei Kilometern auf Spürsuche fliegen kann. Die Aufklärungsdaten erhalten die Einsatzkräfte in Echtzeit auf ein Smartphone übermittelt. Rund 9.000 Dollar hat der Prototyp gekostet. 

    Inzwischen hat die fliegende Spürnase alle Tests erfolgreich absolviert, wie das Blatt schreibt. Erst wurde die Drohne auf Frauenparfüm angesetzt – mit Erfolg. Danach folgte die Prüfung unter „Kampfbedingungen“. Die Entwickler hatten Spuren von TNT, Nitroglycerin und anderen Sprengstoffen verstäubt – und da zeigte sich eine Schwachstelle des Geräts: Seine Rotoren wirbelten zu viel Luft auf, sodass die Konzentration der Gefahrstoffe sank, die dadurch schwerer zu identifizieren waren. Doch auch dieses Problem ist inzwischen gebannt.

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    Tags:
    Räumen, Bomben, Entwicklung, Drohne, Syrien, Russland
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