03:01 24 November 2017
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    Atomwaffentest

    Konventionell, aber fast so stark wie Atomwaffe: Amerikas und Russlands Superbomben

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    Sowohl in Russland als auch in den USA wird an konventionellen Bomben gebastelt, die von ihrer Sprengkraft her mit taktischen Kernwaffen vergleichbar wären. Über die beiden wohl medienwirksamsten Projekte auf diesem Gebiet berichtet der russische TV-Sender Swesda. Er erläutert auch, wo ein wichtiger Unterschied zwischen ihnen liegt.

    „Obwohl moderne Elektronik und Satelliten-Steuerung ermöglichten, die Präzision beim Einsatz von Flugzeugbomben deutlich zu erhöhen, hat kein Land auf die Entwicklung superstarker Munition verzichtet“, stellt der Sender auf seiner Webseite fest.

    Er verweist insbesondere auf die konventionelle US-Fliegerbombe GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast, die mehrere Tonnen Sprengstoff enthält und zuweilen als „Mother of all Bombs“ bezeichnet wird.

    „Der Einsatz einer solchen Bombe ist eher ein gefährliches Experiment  als eine Demonstration der Stärke. Angesichts ihrer Besonderheiten und Abmessungen passt die ‚Mutter aller Bomben‘ nicht einmal in die Waffenschächte der größten US-Bomber B-52“, so der Kommentar.

    Der Abwurf in Afghanistan im Frühjahr 2017 wurde deshalb, wie der Sender berichtet, mit Hilfe eines Transportflugzeugs C-130 Hercules in die Wege geleitet, das für diese Zwecke umgerüstet wurde.

    Im Gegensatz zu ausländischen Entwicklungen von dieser Art wurden russische „Superbomben“ dem Bericht zufolge immer so konzipiert, um bei Bedarf von Langstreckenbombern eingesetzt zu werden. Der Sender nimmt insbesondere die 2007 getestete thermobarische Waffe unter die Lupe, die inoffiziell als „Vater aller Bomben“ bezeichnet wird, wobei ihre genauen Parameter geheim sind.

    „Eine Näherungsrechnung zeigte, dass die Sprengkraft dieser geheimen thermobarischen Flugzeugbombe womöglich 44 bis 45 Tonnen TNT entspricht, was von ihrer Einwirkung auf das Ziel her mit einer taktischen Atomwaffe vergleichbar wäre“, so der Bericht weiter.

    Der Sender erklärt die Funktionsweise einer thermobarischen Bombe: „Bei der Entzündung einer Aerosolwolke mit der drauffolgenden Entstehung einer Hitze- und Druckwelle wird alles Lebendige im Radius von einem Kilometer buchstäblich ‚abgebrannt‘.“

    Wie es im Bericht weiter heißt, ließe sich eine solche Waffe bei Bedarf auch mit einer hohen Präzision einsetzen, obwohl es sich eigentlich um eine Freifallbombe handelt: „Russische Flieger könnten für diese Zwecke ihre Zielvorrichtungen des Typs Gefest verwenden, die beim Luftwaffeneinsatz in Syrien ihre Effizienz unter Beweis stellten.“

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    Bomben, GBU-43, Bomber B-52, USA, Russland