00:19 16 Dezember 2017
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    Tu-160M2 (Archiv)

    Rätselhafter Nurflügel: Russlands geplanter Bomber und seine Eigenschaften

    © Sputnik/ Iskander Asabaew
    Technik
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    Die Angaben zum neuen russischen Bomber, der jetzt entwickelt wird, sind knapp, ermöglichen aber trotzdem einige Vermutungen in Bezug auf seine Eigenschaften und Funktionen. Wodurch soll sich diese Maschine von der modernisierten Tu-160M2 unterscheiden?

    Die russische Wochenzeitung „WPK“ schreibt: „Vor dem Hintergrund der Nachrichten über die Modernisierung der Tu-160 und der Tu-22M ist vom neuen Langstreckenbomber fast nichts zu hören, der im Rahmen des Projekts PAK DA entwickelt wird. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium angekündigt, er solle im Zeitraum von 2025 bis 2028 die Tests bestehen, um dann an die Streitkräfte geliefert zu werden.“

    Wie die Zeitung feststellt, sind die Angaben zum neuen Projekt karg: Der als Nurflügler konzipierte Tarnkappenjet soll mit einer Unterschallgeschwindigkeit fliegen, dabei aber in der Lage sein, deutlich länger ohne Nachtanken auszukommen als die Tu-160M2.

    „Nach vorliegenden Informationen hat das Konstruktionsbüro Tupolew vorerst nur verkleinerte Modelle für Windkanalversuche. Die Flugzeugbauer haben auch eine hölzerne Attrappe des Cockpits gefertigt. Daraus geht hervor, dass das äußere Erscheinungsbild der Maschine noch nicht endgültig feststeht, während die Konstrukteure weiter mit den Umrissen experimentieren“, schreibt die Zeitung.

    Russischer Eisbrecher. Symbolbild
    © Foto: Pressedienst des russischen Katastrophenschutzes im Fernen Osten
    Sie zieht auch gewisse Parallelen zur Entwicklung des Passagierjets MC-21 (gelegentlich auch als MS-21 bezeichnet): „Insbesondere gab es Berichte, wonach der neue Bomber den sogenannten Schwarzflügel bekommt. Das ist ein Jargon-Wort für Tragflächen aus Verbundwerkstoffen. Das vorerst einzige russische Flugzeug mit solchen Tragflächen ist eben die MC-21, die derzeit getestet wird.“

    Das Anliegen des modernisierten Bombers Tu-95MSM besteht dem Bericht zufolge darin, in Dienst zu bleiben, bis die Luftwaffe auf den geplanten Nurflügler umsteigt. Ab 2025 sollen auch die Tu-22M3M-Maschinen allmählich ausgemustert werden. 

    In zehn bis zwölf Jahren sollen also nur noch zwei Bombertypen zur Verfügung stehen: Tu-160M2 und PAK DA. „Die Aufgabe der neuen Unterschall-Bomber wird es sein, massive Angriffe mit Marschflugkörpern großer Reichweite bei Bedarf zu verüben. Die Tu-160M2 soll in ihrem Arsenal ebenfalls Marschflugkörper behalten, doch ihre Hauptwaffe werden wahrscheinlich Hyperschallraketen sein, die dafür geeignet wären, geschützte Einzelziele tief im gegnerischen Hinterland zu treffen“, erläutert die Wochenzeitung.

    Die beiden Maschinen sollen also einander ergänzen. Wie das Blatt prognostiziert, wäre der neue Bomber bei Bedarf in der Lage, die gegnerische Flugabwehr möglichst zu schwächen, Radaranlagen und Leitzentralen zu zerstören, Flugplätze zu beschädigen. In der nächsten Phase wären die überschallschnellen Tu-160M2 dann ein Instrument, um die geschwächte Flugabwehr zu durchbrechen und Hyperschallraketen abzufeuern.

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    Tags:
    Bomber, Modernisierung, Tu-160M2, Russlands Streitkräfte, Russland