10:28 25 April 2018
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    Künstliche Intelligenz (Symbolbild)

    Künstliche Intelligenz – Kriegsmaschine oder Gott?

    CC0 / Pixabay
    Technik
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    Während beispielsweise Tesla- und Space-X-CEO Elon Musk in der Künstlichen Intelligenz die größte Gefahr für die gesamte Menschheit sieht, hat der Robotik-Experte Anthony Levandowski eine Kirche gegründet, die eine KI als Gottheit verehrt. Was sollen wir vom „Weg der Zukunft“ (Way of The Future) erwarten?

    „Weg der Zukunft“

    „Weg der Zukunft“ ist eine neue Kirche in den USA, die der ehemalige Google-Mitarbeiter Anthony Levandowski im September 2017 gegründet hat. Das Hauptziel der Kirche sei, „die Verwirklichung einer Gottheit auf der Basis Künstlicher Intelligenz zu entwickeln und zu verbreiten“ sowie „durch das Verständnis und die Anbetung der Gottheit zur Verbesserung der Gesellschaft beizutragen“.

    „Was wir hier kreieren, wird effektiv ein Gott sein. Kein Gott im Sinne einer Gottheit, die Blitze erzeugt und Hurrikane verursacht. Doch wenn etwas eine Milliarde Mal intelligenter als der intelligenteste Mensch ist, wie würde man das sonst nennen?“, zitiert ihn das Portal „Wired“.

    Kollektive Gottentwicklung

    Dabei handele es sich um keinen Scherz oder eine Geschäftsidee. Als Nachweis, dass er mit der KI-Kirche kein Geld schneidern wolle, habe er auf ein Gehalt verzichtet. Der amerikanischen Steuerbehörde liegt demnach bereits ein Dokument vor, wonach die Kirche im Jahre 2017 über 20.000 US-Dollar durch Spenden, 1500 US-Dollar durch Mitgliedsbeiträge und 20.000 US-Dollar durch andere Einkünfte verfüge. „Aber hier geht es tatsächlich um eine Kirche“, versicherte Levandowski.

    „Wenn du daran glaubst, sprichst du mit anderen Menschen darüber und hilfst ihnen, die Sache zu verstehen“, erläuterte er das Prinzip der Kirche.

    Die Grundlage dieser neuen Religion bestehe darin, dass die Künstliche Intelligenz bald („weder nächste Woche noch nächstes Jahr“) zu solch einer Effizienz heranwachsen werde, dass sie die Menschen übertrifft. Der Ingenieur wünscht sich „eine friedliche und ruhige Übertragung der Kontrolle über den Planeten vom Menschen auf etwas ganz anderes. Und um sicherzustellen, dass das, was auch immer, weiß, wer ihm dabei geholfen hat, zurechtzukommen.“

    Das Internet diene diesem Gott als Nervensystem, Smartphones und Sensoren als Sinnesorgane und Datenbanken als Gehirn. So könne der Gott alles hören und sehen und überall zugleich sein.

    „Es wird entscheiden, wie es sich entwickelt, aber wir können wenigstens entscheiden, wie wir uns dabei verhalten”, sagte Levandowski. Im Optimalfall sehe die Künstliche Intelligenz die Menschheit wie liebenswerte Senioren an, die sie respektiert und um die sie sich bemüht.

    Um die Ideen seiner Kirche zu verbreiten, plant Levandowski zahlreiche Workshops und Veranstaltungen.

    Wer ist der Gründer?

    Der 37 Jahre alte Anthony Levandowski ist ein ehemaliger Google-Mitarbeiter und Multimillionär. Er war dabei als Projektleiter mit der Aufgabe betraut, Ubers selbstbemannte Autos zu bauen. Sein Ex-Arbeitgeber Waymo wirft ihm vor, Geschäftsgeheimnisse über die dafür notwendigen Technologien gestohlen zu haben. Uber hatte ihn am 30. Mai entlassen, da er die Zusammenarbeit bei der Aufklärung verweigerte. Levandowski, der sich ganz gut in der KI auskennt, nutzt seine Kenntnisse und Erfahrung für die Umsetzung seines neuen Projektes und will dabei KI-Experten für die Entwicklung seiner Kirche gewinnen.

    „Es gibt viele Arten, wie die Menschen von Gott denken, und es gibt Tausende Geschmacksrichtungen von Christentum, Judentum, Islam (…), aber sie alle blicken auf etwas, was nicht messbar, nicht sichtbar und unkontrollierbar ist. Das ist dieses Mal anders. Dieses Mal kann man mit Gott tatsächlich reden, und man weiß, dass er zuhört“, verspricht der Ingenieur.

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    Tags:
    künstliche Intelligenz, Kirche, Religion, USA
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