14:24 15 Oktober 2018
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    Ukrainische Militärs besichtigen einen Panzerwagen BMP-1 (Archivbild)

    Vorwärts in die 1960er: Was vom „neuen“ ukrainischen Schützenpanzer zu halten ist

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    Eine Lachnummer ist es, dass die Ukraine den BMP-1 aus Sowjetzeiten heute vermarkten möchte: „Dass die modernisierten Schützenpanzer ein erfolgreiches Waffensystem sein werden, davon ist wirklich nicht auszugehen“, sagt der Militäranalyst Alexej Leonkow.

    Rund 200 dieser amphibischen Schützenpanzer aus Sowjetfertigung hat die Ukraine noch in ihren Beständen, schreibt das Portal „rueconomics“. Um den Kampfwert dieser Kettenfahrzeuge zu steigern, müssten sie ein komplett neues Gefechtsmodul erhalten. Ohne Gewichtszunahme ginge das aber nicht: „Der Motor und der Antriebsstrang müssten neuausgelegt werden, damit der Schützenpanzer zumindest fährt – vom Schwimmen ganz zu schweigen“, sagte Leonkow nach Angaben des Portals.

    Die Ukraine versuche aus dem alten BMP-1 den neuen BMP-3 zu machen, „eine technische Aufgabe, mit der nicht mal Russland oder China fertigwurden“, merkt Leonkow an. „Der BMP-1 ist ein Waffensystem von vorvorgestern“ – so etwas modernisiere man nicht mehr.

    Dass auch das neue Modernisierungsprogramm ein Flopp sein werde, zeigten bereits frühere Erfahrungen: Der ukrainische Rüstungskonzern Ukroboronprom habe bereits Kampfpanzer modernisiert. Unter Feldbedingungen hätten diese dann gezeigt, dass sie die Mindestanforderungen nicht erfüllten. „Deren Kampfwert tendiert gegen null“, so der Experte.

    Der ukrainische Rüstungshersteller hatte bekanntgegeben, eine modernisierte Version des sowjetischen Schützenpanzerns entwickelt zu haben. Diese wurde, wie das Portal berichtet, mit einem digitalen Feuerleitsystem, einer automatisierten 30-mm-Kanone und einem daran gekoppelten Maschinengewehr ausgerüstet. Auch verfügt das „neue“ Kampffahrzeug über eine Panzerabwehrwaffe, die ihre Ziele angeblich aus einer Distanz von fünf Kilometern bekämpfen kann. Zudem soll der BMP-1-UMD (so die Bezeichnung der modernisierten Variante) ein stärkeres Triebwerk aus deutscher Fertigung erhalten haben: 390 PS stehen dem Schützenpanzer demnach zur Verfügung, satt der bisherigen 300.

    Das hört sich vorerst gut an. Aber: „Der BMP-1 ist nicht nur Panzerabwehrwaffen ausgeliefert, seine Panzerung hält nicht mal großkalibrigen Maschinengewehren stand. Und die Kanonen, mit denen jüngere Schützenpanzer bewaffnet sind, schießen das alte Blech mühelos durch“, sagt der Fachmann.

    Als der BMP-1 in Serie gegangen sei, da habe er den Möglichkeiten des Gegners entsprochen. Aber heute sei doch alles längst anders: „Welche Panzerung auch immer man an dieses alte Eisen jetzt dranhängt, auf dem Schlachtfeld hat dieser Panzer davon nur, dass er ein paar Minuten länger überlebt. Schon während seines Dienst in der Sowjetarmee wurde der BMP-1 dafür kritisiert, für gegnerische Panzerabwehrwaffen sehr anfällig zu sein. Den Kampfauftrag unter heutigen Bedingungen erfüllen oder der Besatzung das Leben retten – dazu wird den BMP-1 keine Modernisierung mehr befähigen können.“

    Kiew indes hofft laut dem Portal, dass der modernisierte BMP-1 im Ausland Käufer finden werde. Der Experte bewertet diese Ankündigung so: „Was die ukrainischen Rüstungsbetriebe noch liefern können, sind Vorführstücke oder Videos, die angeblich zukunftsträchtige Kampftechnologien zeigen. Keiner wird diese Fahrzeuge brauchen. Die Konkurrenz auf dem Rüstungsmarkt ist ohnehin knüppelhart.“

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    Tags:
    Problem, Modernisierung, Schützenpanzer, BMP-3, BMP-1, Sowjetunion, Ukraine