16:31 18 Februar 2020
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    Die schiffsgestützten Jagdflugzeuge MiG-29K haben einem Zeitungsbericht zufolge extrem schnelle Raketen des Typs Kh-31 bekommen. Damit können sowohl see- als auch landgestützte Ziele ins Visier genommen werden. Solche Raketen sind schwer abzufangen. Wenn mehrere davon zweigleich abgefeuert werden, lassen sich sogar Flugzeugträger damit bekämpfen.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag unter Berufung auf den russischen Marinestab berichtet, wurde die Rakete Kh-31 technisch den Jagdflugzeugen MiG-29KR (Einsitzer) und MiG-29KUBR (Zweisitzer) angepasst. Die Marineflieger absolvierten bereits die entsprechenden Schießübungen. Seit Herbst gehört die Rakete nun der Waffenpalette dieser Maschinen an.

    Zuvor hatte diese Waffe nur jenen Jagdflugzeugen zur Verfügung gestanden, die nicht auf Schiffen, sondern an Land stationiert sind. Vor diesem Hintergrund war, wie die Zeitung erläutert, eine gewisse technische Umrüstung erforderlich. Wenn die Maschine von einem Flugzeugträger abhebt, sind beispielsweise die Beschleunigungsbelastungen höher als bei einem Start von einem Flugplatz. Umgerüstet wurden sowohl die Rakete selbst als auch die entsprechenden Bordsysteme der Flugzeuge, darunter deren Außenlaststationen sowie Navigations- und Zielvorrichtungen.

    Die 700 Kilogramm schwere Kh-31-Rakete (Nato-Codename: AS-17 Krypton) kann nach Angaben des Blattes viermal so schnell wie der Schall fliegen und ist außerdem zu Manövern im Flug fähig.

    Die Anti-Schiff-Version Kh-31A ist für die Bekämpfung von Überwasserschiffen verschiedener Klassen geeignet – bis hin zu Zerstörern, wenn das Flugzeug zwei Raketen abfeuert. Wenn vier Kampfjets auf einmal acht Raketen einsetzen, könnten auch schwerere Kriegsschiffe außer Gefecht gesetzt werden, darunter auch Flugzeugträger.

    Der russische Militärexperte Alexej Leonkow sagte dem Blatt, mit der Kh-31 bekämen die Marineflieger nun die Möglichkeit, einen breiteren Kreis von Aufgaben zu lösen – im Sinne der Bekämpfung see- und landgestützter Ziele:

    „Die Kh-31-Entwickler haben in den letzten Jahren deutliche Fortschritte in Sachen Reichweite und Präzision erzielt. Die Reichweite der Kh-31AD beträgt nun mehr als 160 Kilometer. Die Piloten der schiffsgestützten MiG-29K-Jäger bekommen also einen ‚langen Arm‘ im Kampf gegen Kriegsschiffe und landgestützte Anlagen des Gegners. Die neuen Waffen vervielfachen das Anti-Schiff-Potenzial der MiG-29K.“

    Der schiffsgestützte Mehrzweck-Jäger MiG-29KR/MiG-29KUBR zählt zur Generation 4++. Mit einer Startmasse von rund 25 Tonnen hat er eine Nutzlastkapazität von 4,5 Tonnen, seine Höchstgeschwindigkeit beträgt mehr als 2.200 km/h. 

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    Tags:
    Jagdflugzeug, Modernisierung, Waffen, MiG-29, Russland