13:00 20 November 2019
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    Russische Luftlandetruppen bei Übungen (Archivbild)

    Neue Beschaffungswelle: Russlands Luftlandetruppen rüsten auf

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    Technik
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    Moderne Kampftechnik, aussichtsreiche Fallschirme, modernisierte Schusswaffen und Ausrüstungen sowie neue Einheiten – das alles und noch mehr werden die russischen Luftlandetruppen 2018 bekommen. Die „geflügelte Infanterie“ wird mobiler und geschützter sein, neue Aufklärungsmethoden erlernen und die funkelektronische Bekämpfung effektiver machen.

    Die Neuerungen werden sich auf alle Einheiten und Verbände der Luftlandetruppen erstrecken, für die von 2018 bis 2025 neben den Heerestruppen ein höheres Budget veranschlagt worden ist. In diesem Artikel stellt Andrej Koz die neuen „Spielzeuge“ der russischen Luftlandetruppen vor.

    Kennzeichen  „D“: Die Kampfmittel der Luftlandetruppen

    Nach Informationen aus offenen Quellen werden die Heerestruppen und Luftlandetruppen in den kommenden sieben Jahren mehr als vier Billionen Rubel von den 19 Billionen Rubel bekommen, die im staatlichen Rüstungsprogramm bis 2025 vorgesehen sind. Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow bereits mehrmals sagte, soll der Anteil der neuen Technik in den Streitkräften bereits zum Jahr 2020 mindestens 70 Prozent ausmachen. Die Arsenale der „geflügelten Infanterie” haben sich dieser Kennzahl bereits angenähert. Der Kommandeur der Luftlandetruppen, Generaloberst Andrej Serdjukow, teilte Anfang Dezember im Interview mit der Zeitschrift „Roter Stern“ mit, dass der Anteil der modernen und modernisierten Waffen in seinen Truppen 60 Prozent ausmacht.

    Allein in den vergangenen zwei Jahren bekamen die Landungstruppen vier Bataillon-Sätze der Kampfwagen BMD-4M und Schützenpanzerwagen BTR-MDM – insgesamt 120 Einheiten. Zum Jahr 2020 soll es bereits 300 solche Maschinen in den Luftlandetruppen geben. Die Artillerie wird Selbstfahrlafetten Sprut-SD bekommen, deren 125-Millimeter-Gewehre sogar Panzer bekämpfen können.

    2018 sind die Lieferungen von 30 Wagen dieses Typs zu erwarten. Parallel werden die BMD-1, BTR-D und leichte Selbstfahrlafetten Nona außer Betrieb gesetzt, die sich zwar in den bewaffneten Konflikten der letzten Jahrzehnte gut bewährten, allerdings schon zu alt sind. Zudem werden die Luftlandetruppen 2018 30 modernisierte Wartungswagen BREM-D bekommen, die zur Reparatur der Technik vor Ort bestimmt sind.

    Neue schwimmende Kettenfahrzeuge BMD-4M

    Fast alle Panzerwagen der Luftlandetruppen haben die Kennzeichnung „D“ in ihrem Namen. Das heißt, dass sie aus der Luft mit Fallschirmen landen können. Speziell für diese Technik werden ab 2018 neue Fallschirme Bachtscha-UPDS an die Truppen geliefert, die die Schützenpanzerwagen BMD-4M mitsamt Besatzung, BTR-MDM, Panzerwagen Tigr und Taifun sicher landen können. Die Landungssoldaten erschließen derzeit neue runde Fallschirme D-10 und lenkbare Fallschirme Arbalet-2. Mit den letzteren können die Kämpfer Geschwindigkeit bis zu 60 km/h erreichen, was besonders für Aufklärungseinheiten wertvoll ist. Jetzt gibt es in den Truppen rund 500 solche Systeme. Zudem sollen 2018 die russischen Landungssoldaten weitere Ratnik-Ausrüstung bekommen.

    Vor kurzem tauchten in den Luftlandetruppen sechs Panzerkompanien mit Panzerwagen T-72B3 auf. Laut Andrej Serdjukow werden drei von ihnen zum Jahr 2018 in Bataillone der 76. und 7. Landungsdivisionen und eine Landungsbrigade restrukturiert. Die Einheiten der schweren Panzertechnik können eine gute Hilfe für die geflügelte Infanterie leisten.

    High-Tech für Landungstruppen

    Demnächst werden in den Landungstruppen Einheiten auftauchen, die mit Technik für präzisere Operationen ausgerüstet sind. Wie Generaloberst Andrej Serdjukow berichtete, werden 2018 in allen Landungseinheiten spezielle Gruppen gebildet, die sich mit funkelektronischer Bekämpfung und Kampfeinsätzen der Drohnen befassen werden. Erste Komplexe sind bereits geliefert und werden in den Truppen getestet. Es gibt nicht viele Angaben darüber. Bekannt ist, dass der Komplex modulartig ist und zur Ortung von Strahlungsquellen bestimmt ist. Das neue System überreicht an die wichtigsten Kräfte der Landungstruppen in Echtzeit Informationen über die Objekte des Gegners und ermöglicht das Stören der Funkverbindung. Damit würden die Landungssoldaten zusätzliche Möglichkeiten bekommen, den Gegner zu überrumpeln.

    • Übungen der russischen Luftlandetruppen in Tadschikistan (Archivbild)
      Übungen der russischen Luftlandetruppen in Tadschikistan (Archivbild)
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    • Übungen der russischen Luftlandetruppen in Tadschikistan (Archivbild)
      Übungen der russischen Luftlandetruppen in Tadschikistan (Archivbild)
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    • Übungen der russischen Luftlandetruppen im Fernen Osten (Archivbild)
      Übungen der russischen Luftlandetruppen im Fernen Osten (Archivbild)
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    Übungen der russischen Luftlandetruppen in Tadschikistan (Archivbild)

    Zuvor hatte Serdjukow von einer weiteren Neuheit berichtet: das Landungssystem der funkelektronischen Bekämpfung Lorandit-AD. Es wird auf einem kleinen Geländewagen montiert und kann effektiv jedes funkelektronische Mittel unterdrücken. Der Kommandeur hob hervor, dass Lorandit 2021 an die Truppen übergeben wird.

    Was Drohnen betrifft, werden sie von Landungssoldaten ziemlich lange genutzt, doch spezielle Drohneneinheiten gibt es nicht in allen Verbänden der Landungstruppen. Allerdings wächst die Zahl der Drohnen. Anfang November teilte der Pressedienst des Verteidigungsministeriums mit, dass die Luftlandetruppen bis zum Jahresende rund 20 Drohnensysteme Orlan, Eleron und Tachion bekommen werden. Sie alle sind mit ersetzbaren Modulen mit Thermovisions-, Foto- und Videokameras sowie Relaisanlagen ausgestattet. Diese „fliegenden Augen“ werden die Effizienz der Aufklärung erhöhen und das Feuer der Artillerie berichtigen.

    Über die Automatisierung der Handlungen der Luftlandetruppen im Kampf hatte Serdjukow bereits am 1. August gesprochen. Damals wurde berichtet, dass die Landungstruppen 2018 das modernisierte System zur Truppenführung Kassiopea-D auf Basis des Schützenpanzerwagens BTR-MDM Rakuschka bekommen werden. Die Besatzung eines Wagens kann eine direkte Lenkung der Einheiten der Landungstruppen in einem bestimmten Gebiet der Kampfhandlungen ermöglichen. Diese Technik soll die Übergabe der Angaben im taktischen Verband auf verschiedenen Kanälen, darunter Videoverbindung und spezielles Militär-Intranet, deutlich schneller machen.

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    Tags:
    Modernisierung, Technik, Rüstung, BMD-4M, Luftlandetruppen, Russland